Weltmacht und Ohnmacht

Beide haben es in der arabischen Welt nicht ganz einfach. Michelle Obama und Claudia Roth. Beide sind Frauen und Frau Obama ist zusätzlich Negerin. Die hielt man sich in Saudi-Arabien früher allenfalls als Sklaven. Das war in Amerika ja auch nicht anders. Noch ihr Urururgroßvater war Sklave. Immerhin ist Frau Obama Christin und stünde als solche unter moslemischem Schutz, in Saudi-Arabien nicht nur theoretisch, sondern auch praktisch. Es gibt in Saudi-Arabien viele Christen als Gastarbeiter, die keine Probleme haben, wenn sie ihren Glauben ordentlich verleugnen. Natürlich dürfen sie nicht gerade ein Pferd reiten oder ein Schwert tragen. Aber wer trägt heutzutage noch Schwert?

Frau Roth ist seit 1980 eine Ungläubige und gehört als solche nicht zu den Völkern des Buchs. Sie müßte nach den Regeln des Korans und dem im Iran herrschenden Recht eigentlich getötet werden. Darauf hat man bei ihrem Besuch im semiliberalen Teheran großmütig verzichtet. Auch im Gottesstaat gibt es immer mehr Eingaben und Ausnahmen…

Beide Frauen haben sich bei ihren Visiten im Morgenland sehr unterschiedlich verhalten. Frau Obama ist als Vertreterin einer selbstbewußten Weltmacht ohne Kopftuch rumstolziert und wurde im saudischen Fernsehen von den findigen Fernsehredakteuren einfach weggepixelt, um die neugierigen Zuschauer nicht unnötig mit Albträumen zu belasten.

Frau Roth rannte dagegen die ganze Zeit mit Kopftuch und hellem Kaftan durch Teheran. Diese Anbiederei ist zum Schämen. Man merkt an der linkischen Bundestagsvizepräsidentin gleich, daß Deutschland keine Atommacht, sondern eine ohnmächtige Bananenrepublik ist. Also das Kopftuch wäre ja noch gegangen. Unsere Großmütter trugen alle eins. Aber der Kaftan! Es gibt viele gefallsüchtige Perserinnen, die ihre Umhänge und Kopftücher am liebsten in die nächste Mülltonne schmeißen würden. Was sollen die von uns Deutschen denken?