Die Nationale Front ist auferstanden

Wenn jüngere Leute „Nationale Front“ lesen, denken sie vermutlich an die NPD. Das stimmt aber nur so ungefähr: Die „Nationale Front“ war die Dachorganisation der Parteien und Massenorganisationen unter Führung der Sozialistischen Einheitspartei Deutschlands. Zur Nationalen Front gehörten auch die Christbolschewisten der CDU. Frau Lieberknecht, das muß man leider festhalten, war Ost-CDU-Mitglied und deshalb auch ein Teil der Nationalen Front.

1989 war sie Mitverfasserin des „Briefs aus Weimar“, der zum Austritt der Ost-CDU aus dieser Front führte.  Inzwischen hat sie sich diesen Schritt wohl anders überlegt und ist in die obskure Dachorganisation der Linken wieder eingetreten. Gemeinsam mit  Ministerpräsident Ramelow empfing sie in der Staatskanzlei einen gewalttätigen Linksextremisten, der in Österreich ein Polizeiauto demoliert hatte.  „Der Schuldspruch gegen den 24-Jährigen wegen Landfriedensbruchs, schwerer Körperverletzung und schwerer Sachbeschädigung ist rechtskräftig“, berichtete der SPIEGEL„Auf Einladung von Ministerpräsident Bodo Ramelow (Die Linke) und seiner Amtsvorgängerin Christine Lieberknecht (CDU) war S. am Dienstag gemeinsam mit seinen Eltern in der Thüringer Staatskanzlei zu Gast. „Mir ist es wichtig, dass junge Menschen nicht wegsehen, wenn es gilt, nationalistischen und faschistischen Umtrieben in Europa entgegenzutreten“, sagte Ramelow im Anschluss an das Treffen.“

Auf Facebook veröffentlichte Ramelow, daß der Freistaat solidarisch mit Josef S. verbunden sei. Für die Linksextremisten Ramelow und Lieberknecht gilt das schon, aber für ganz Thüringen scheinen sie nicht zu sprechen.   Die Facebook–User hatten als Volkes Stimme folgende Kommentare eingestellt:

Michael Stark: Thüringen fühlt sich also mit einem gewalttätigen Straftäter solidarisch verbunden. Toll! Bleibt nur zu hoffen, dass Josef. S. bald wieder ungestört randalieren kann.

Gernot Leopold: Immer toll, wenn Politiker verurteilten Straftätern die Stange halten…
Der Schaden in der Wiener Innenstadt, der an diesem Tage über eine Million Euro betrug, wird natürlich ignoriert oder verniedlicht.

Thomas Heuser: Dann sollte Frau Lieberknecht und ihre CDU die Kosten übernehmen

Michael Dettmann: Urteile sind in einem Rechtsstaat eigentlich zu akzeptieren, das gilt natürlich nicht für Linke aus Thüringen. Ist klar.

Jay Landsmannschaft: Wann erklärt Herr Ramelow Österreich den Krieg? Seine Genossin König bezeichnet die unabhängigen Richter eines europäischen Rechtstaats ja schon als „Schweine“.

Eyrin Göde: Das ist doch Politik! !! ÜBER Parteigrenzen hinweg !!!

Peter Heinrich Lauensteiner: Wieder ein Schritt vom Rechts- zum Gesinnungsstaat, in dem es nicht mehr auf ein rechtskonformes Verhalten, sondern auf die vermeintlich richtige Gesinnung ankommt.

Jan U. Lisa Strack: Wer sich mit dem Typ solidarisch erklärt, findet es auch in Ordnung, wenn die Antifa Polizisten mit Pflastersteinen bewirft….

Christian Neiman: Überlege mir gerade auch mal im Ausland straffällig zu werden. Dafür gibt es dann ja anscheinend einen Empfang in der Staatskanzlei. Armes Thüringen.

Ein User überinterpretierte den abgekürzten Namen des Übeltäters als Josef Stalin und stellte dessen Konterfei ein. Der richtige Name ist allerdings Josef Slowik.

Während der CDU-Fraktionsvorsitzende im Landtag etwas konservatives Theater spielt, ist die Nationale Front zwischen der Linken und der CDU wieder auferstanden. Nur so kann man die Anwesenheit von Frau Lieberknecht bei diesem Trauerspiel interpretieren. Kurz nachdem sie da in der Staatskanzlei mit MP Ramelow zusammenhockte, waren die Fotografen der Nationalen Front 2.0 schon wieder unterwegs, um Fotos vom politischen Gegner zu machen. Jeder Gast, der zum politischen Aschermittwoch der AfD ging, wurde diesen zwei Aktivisten fotografiert.

Die Fotofrafen der Nationalen Front Foto: Wolfgang Prabel
Die Fotofrafen der Nationalen Front
Foto: Wolfgang Prabel