Schwarzrotgrün statt Schwarzrotgold


Kürzlich vertraute mir ein ehemaliger westdeutscher Polizeipräsident an, daß er sich Sorgen mache würde, was im Westen geschieht, wenn der fest aufgeschweißte Deckel unter Druck vom politisch korrekten Topf fliegt.

Ich konnte mir darunter gar nichts vorstellen. Die Hessen, Bayern und Hamburger haben vielleicht gar kein Bedürfnis sich zu artikulieren? Weil alles so perfekt ist? Wahrscheinlich doch nicht. Es dauert lange, aber wenn sie sich rühren, wird eine brenzlige Situation entstehen, so der Exbeamte.

Bei den vielgeschmähten „Nazis“ im Osten gehört Friedlichkeit zur revolutionären DNA. Da steckt noch ein Rest Erfahrung von 1989 drin, wo es nur vereinzelt zu Kämpfen kam, wie zum Beispiel bei den Schlachten um die sächsischen Bahnhöfe am 4. und 5. Oktober, in Arnstadt und Ostberlin am 7. Oktober 1989. In vielen Orten bekam niemand den Gummiknüppel zu Gesicht. Ab der zweiten Oktoberhälfte 1989 entwickelte sich eine weitgehend friedliche Protestkultur. Und daran erinnert man sich noch heute. Dresden zeigt wies geht. Die Diffamierung der Dresdner Bildungsbürger als Nazis ist kontraproduktiv, weil der Vorwurf der nationalsozialistischen Gesinnung bei permanenter Anwendung auf  „besorgte Bürger“ ihren Schrecken verliert. Es ist ein großes Desensibilisierungsprogramm der Lügenpresse und des zwangsfinanzierten Staatsfernsehens. Man begrüßt sich im Osten grinsend auf der Straße: „Na, bist du auch ein Nazi?“, oder die Leute stellen fest: „Wir sind ja alle Nazis!“ Und das, obwohl man den Nationalsozialismus nicht mag.

Das war schon in der Ostzone so. Viele Leute waren Jahrzehnte als Faschisten tätig, weil sie gegen den antifaschistischen Schutzwall waren.  Also für jüngere Leute: Das war die offizielle Bezeichnung für die Stacheldrahteinzäunung einmal drumrum. Wer einigermaßen normal war, war also Faschist. Nur die Nutznießer und Kostgänger des Staats waren in den Augen der SED-Hetzpresse nicht rechtsradikal. Und so ist es jetzt wieder. Die Redakteure der Hetzmedien haben sich nicht geändert.

Die Militanz der bezahlten Regierungsdemonstranten unterscheidet sich auch zwischen Ost und West. Die Dresdner oder Erfurter Antifa ist zwar auch komisch und ein bißchen fanatisch, sie weiß aber in der Masse noch wo Schluß ist. In Erfurt waren in diesem Monat Highlights an konterrevolutionärer Militanz eine spuckende Dame von der Grünen Jugend und ein paar eierwerfende Gymnasiasten. Ein gedungener Staatsdemonstrant warf mit einem größeren Stein nach einer älteren Dame und verletzte diese am Kopf. Das wars auch schon. In Dresden wurde ein Demonstrant von der Antifa mit einer Eisenstange krankenhausreif geschlagen, ein Einziger von knapp 40.000.

Die wohlstandsverwahrlosten Kampfgruppen 2.0 der Westunis und –gymnasien haben viel weniger Gefühl für Grenzen der Gewalt. Sie versuchen den Anfängen der Versammlungsfreiheit zu wehren, wobei jedes Mittel recht ist. Wer schon einmal an einer Demo in Frankfurt teilgenommen hat, überlegt sich, ob er ein zweites Mal hingeht.

Dem Westen fehlt die Erfahrung, daß man sich erfolgversprechend friedlich versammeln kann. Das Fehlen einer politischen Versammlungskultur und das soziologische Auseinanderbrechen der Gesellschaft begünstigen dagegen irre Einzelaktionen, wie das Messerattentat auf die Bürgermeisterkandidatin Reker in Köln, das zu einer verinselten und atomisierten Landschaft von Psychopathen und isolierten Kleingruppen paßt. Breivik läßt grüßen.

Die westdeutsche Gesellschaft ist in einen dominanten vom Staat verwalteten Verteilungsorganismus, die sogenannte Bürgergesellschaft, und  den vom Staat nicht mehr wahrgenommenen produktiven und zahlenden Bereich, der in Parteien und Parlamenten nur noch rudimentär vorkommt, zerfallen. Die braven Handwerker skandieren: „Wir müssen zahlen, für die Asozialen!“

Noch vor zehn Jahren „kümmerten“ sich Linke und Sozialdemokraten um Arbeiter und Arbeitslose. Den Spaß daran haben sie mittlerweile verloren, weil beide Gruppen „undankbar“ sind und kaum noch wählen gehen. Nun ist das neue Ziel von Hoffnung, Belehrung, Beeinflussung und Wahlkampf der „edle Wilde“ aus Somalia oder Afghanistan.  Erfolgsaussichten: gering. Da haben schon Russen, Amerikaner, Engländer und Italiener beim Erziehen Lehrgeld bezahlt. Und auch die Bundeswehr. Das jahrelang missionierte Kundus war gerade von frommen und eifernden Stammeskriegern überrannt worden.

Wenn die derzeit noch an den gesellschaftlichen Rand gedrängten Gruppen die westdeutsche Straße erobern wollen, wird Blut fließen. Denn die Bürgergesellschaft weiß genau, daß sie das Geld kosten wird. Egal ob GEZ, EEG oder die Sozialabgaben in den Focus der Erniedrigten und Beleidigten kommen, immer wird es Verlierer geben, die jetzt noch auf der politisch korrekten Wurschtsuppe schwimmen. Und die werden sich wehren. Man braucht sich nur Til Schweiger und Anja Reschke ansehen, dann weiß man aus welchem selbstsüchtigen Holz die geschnitzt sind.

Frau Bundeskanzler Dr. Merkel weiß, warum sie die Bundesfahne Scharz-rot-gold nicht leiden kann und warum sie Hermann Gröhe am Wahlabend das kleine Winkelement verbiestert aus der Hand gerissen hat. Ihre Farben sind die der untergehenden Bürgergesellschaft: Schwarzrotgrün.

 

 

 

5 Kommentare zu “Schwarzrotgrün statt Schwarzrotgold

  1. Pingback: Schwarzrotgrün statt Schwarzrotgold - Der Blogpusher

  2. O.k. Wolfgang. Ich hätte die westdeutsche, selbstherrliche und feige Gesellschaft noch härter beschrieben. Die trauen sich wirklich nicht auf die Straße und wollen uns belehren, was Demokratie ist. Ich habe die Panoramasendung mit der Reschke gesehen und ich habe in ihren Augen Hass gesehen. Damit haben wir zu rechnen und dafür sollten die ostdeutschen Demokraten, auch die echten Liberaldemokraten vorbereitet sein.

  3. Pingback: Er ist wieder da. Allgegenwärtig | Prabels Blog

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.