Die Burka ist doch nicht so schlecht

Zumindest auf Parteiveranstaltungen. Die in Afghanistan übliche Burka verhindert, daß für Männer eine Versuchung entsteht, Frauen mit cremigem Backwerk zu belästigen. Eine der moslemischen Internetseiten sagt dazu: „Eine sehr wichtige Motivation für viele Frauen, ein Kopftuch zu tragen, ist neben der Religion der Schutz vor Männern. Ohne Verschleierung fühlten die Frauen sich „nackt“ auf der Straße, mit Verschleierung hingegen selbstbewusster und emanzipierter.“ Auch auf Parteitagen kann man sich „nackt“ fühlen, wenn man von politisierten Konditoren getortet wird.

Die Burka ist vorteilhaft, weil sie im Gegensatz zu Kopftüchern und Kleidung mit Sehschlitz ein aus Roßhaar geflochtenes Augengitter hat. Im „tortalen Krieg“ ein fast perfekter Schutz. Ein verflossener deutscher Kriegsminister sagte schon vor Jahren, daß unsere Freiheit am Hindukusch verteidigt wird.  Wie wahr!

Gestern hat es also auch Sarah Wagenknecht erwischt. Die falsche Rosa Luxemburg sieht auch als Negerin noch gut aus.Sie ist auf alles vorbereitet und geht nicht nur mit einem einzigen Gewand auf Reisen. Sie hat maßgeschneiderte Ersatzkleidung im Koffer. Nach einer Weile kam sie gutgelaunt in blau wieder in den Saal. Nun gibt es bei dieser jungen Dame, die sich über die Kraft der Symbolik immer bewußt ist, keine Zufälle. Wollte sie mit der Gewandfarbe einen Schwenk zu politischen Positionen der AfD andeuten?

Warum ich diesen kulturpolitischen Eintrag eigentlich schreibe? Eins hat mich sehr frustriert. In einem anonymen Eintrag der WELT wurde der Tortenwerfer als „Aktivist“ bezeichnet. Nein, das war kein Aktivist, sondern ein unerzogener verwahrloster Rüpel. Und der anonyme „Journalist“, der diese Ungeheuerlichkeit verharmloste, ist keinen Deut besser. Früher achtete man die Frau. Zumindest in Deutschland gibt es da inzwischen ein dickes Fragezeichen. Waren auch die Kölner Sylvesterparty-Gäste aus dem Morgenland nur „Aktivisten“?

Am selben Tag, an dem die Torte flog, kreuzte Bundeinnenminister De Maizière mit der Idee eines „Vermummungsverbots“ im Netz auf. Er diagnostizierte eine „Teilverrohung unserer Gesellschaft“. Die Hemmschwelle sinke, jemanden zu beleidigen, etwa in Hassmails, sagte er den Zeitungen des Funke-Konzerns. Er brachte als Gegenmaßnahme ein „Vermummungsverbot“ im Internet ins Gespräch.

Diese vom Minister diagnostizierte Verrohung ist in den „Qualitätsmedien“ leider auch festzustellen. Den Angriff auf eine Frau als „Aktivismus“ zu verharmlosen, gehört zweifelsfrei dazu. Bei solchen zweifelhaften Gaga-Artikeln sollte der Autor wirklich gezwungen werden, sich zu erkennen zu geben. Ein Vermummungsverbot in der verkorksten und versifften Lügenpresse wäre das.