Höcke will AfD zur Heimatpartei machen


In der Schule und im Kinderferienlager wurde die sozialistische Heimat fast täglich gepriesen. Damals mit der Zielrichtung, daß die Heimat den eingesperrten Menschen ja genügen müsse, weil die Welt vernagelt und verschlossen war.

„Die Heimat hat sich schön gemacht, und Tau blitzt ihr im Haar. Die Wellen spiegeln ihre Pracht wie frohe Augen klar. Die Wiese blüht, die Tanne rauscht, sie tut geheimnisvoll. Frisch das Geheimnis abgelauscht, das uns beglücken soll.“

Wikipedia belehrt uns: Heimat sei eine räumlich-soziale Einheit mittlerer Reichweite, in welcher der Mensch Sicherheit und Verlässlichkeit seines Daseins erfahren kann, sowie ein Ort tieferen Vertrauens: „Heimat als Nahwelt, die verständlich und durchschaubar ist, als Rahmen, in dem sich Verhaltenserwartungen stabilisieren, in dem sinnvolles, abschätzbares Handeln möglich ist – Heimat also als Gegensatz zu Fremdheit und Entfremdung, als Bereich der Aneignung, der aktiven Durchdringung, der Verlässlichkeit“.

Heute hat die Linke wie schon vor 50 Jahren eine Vorliebe für die Auflösung verläßlicher Strukturen. Damals kämpfte sie gegen die Religion, gegen die Familie, das Privateigentum und die natürliche Preisbildung, heute engagiert sie sich für ein babylonisches Sprachengewirr in den Schulen und Ämtern, kämpft immer noch gegen die Familie, gegen eine verläßliche und bezahlbare Energieversorgung. Und sie will auch kommunale Strukturen, die noch einigermaßen überschaubar sind, auflösen. Der Heimatbegriff erscheint ihr suspekt, ja reaktionär, da ihr ja gerade daran liegt, daß die Leute sich nicht verstehen und folglich auch nichts durchschauen. Mit ihrer Herrschsucht wollen Linke, Grüne, Christ- und Sozialdemokraten entwurzelte Individuen zu willigen und billigen Arbeitssklaven und Befehlsempfängern machen.

Höcke hat auf dem Landesparteitag der AfD vom Wochenende und auf der Demo am 26. Oktober in Erfurt den Fehdehandschuh von Angela, Bodo und Co aufgenommen und wirbt für den Heimatbegriff als zentralen Schauplatz der politischen Auseinandersetzung.

Zweifellos gibt es in einer plötzlich entgrenzten Welt Bedarf nach Überschaubarkeit, Verläßlichkeit und Planbarkeit. Bis vor wenigen Jahren haben die Altparteien ja selbst noch für soziale Sicherheit geworben. Das Label der Verläßlichkeit wurde jahrzehntelang als Monstranz vor sich hergetragen. Unvergessen Blümchens Parole: „Die Rente ist sicher“. Gerade auf den Sozialämtern ist alles peinlich genau bürokratisch geregelt und es herrschte eine Ordnung fast wie bei den Sieben Zwergen. Aber hinter dem medialen  Lügenvorhang wurden die Reserven der Krankenversicherung bereits aufgelöst, immer mehr Obdachlose wohnen in Berlin-Mitte auf der Straße. Ein bis zwei Millionen Zuwanderer sind nicht zum Nulltarif zu haben.

Im Zuge der Masseneinwanderung zerreißt das soziale Netz. Ich habe das als Bürgerneister einer kleinen Gemeinde selbst erlebt, als die Gemeinde mit den Personalkosten des Kindergartens drei Jahre lang fast völlig alleingelassen wurde und in diesen drei Jahren 700 Euro Schulden pro Einwohner durch die Kinderbetreuung aufgelaufen waren.  Bei der Werbung für das Kindergartengesetz hatte die damalige Sozialministerin Lieberknecht (CDU) die Bürgermeister mit der Versprechung geködert, daß die Personalkosten vom Land getragen werden.  Das erwies sich Jahre später als glatte und dreiste Lüge.

So gehen viele Hoffnungen im Zuge der Asylkrise den Bach runter. Die Nachbarstadt Bad Berka wollte eine neue Grundschule bauen, weil sie derzeit auf mehrere Objekte verteilt ist. Eine Komplementärfinanzierung des Landes wurde abgelehnt. Anderes ist wichtiger. Dreimal darf man raten was.

Unter diesen Bedingungen ist das Versprechen der AfD an die Bürger, wieder in überschaubaren Räumen zu denken und zu handeln, wie die Verheißung vom gelobten Land. Daß das geht, beweisen uns Polen, Ungarn, Tschechien, die Slowakei und viele andere Länder, die ungestört im eigenen Saft schmoren wollen und uns ihre Heimatliebe vorleben.

Die Journalisten wollen uns immer das Gegenteil beweisen und dichten am Märchen vom lebenswerten globalen Dorf. Wie beliebt sie deswegen beim Volk sind, zeigt folgende Anekdote am Rande: In der Bar Willy B. am Erfurter Bahnhof hatte der zwangsfinanzierte Staatssender ZDF einen Tisch reserviert, um nach der AfD-Demo zu schmausen. Kevin und Chantal haben mir ein Foto vom Reservierungsschild geschickt.

Reservierung ZDF

Reservierung ZDF

 

 

 

 

 

 

 

3 Kommentare zu “Höcke will AfD zur Heimatpartei machen

  1. Pingback: Schlagzeilen des Tages vom 27. Oktober 2016 | Opposition 24

  2. Wer jetzt keine Wohnung hatte, der hat auch vorher keine Wohnung.
    Somit liegt das Problem darin, dass der Regierung die Probleme der Armen schon immer egal waren. Und nun werden sie benutzt, sie in die moralische Ecke zu stellen, wenn sie fragen, was habt ihr für uns.

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