Die Freiheit sucht der Asylant in Deutschland vergeblich


Jörg Baberowski ist Professor für osteuropäische Geschichte an der Humboldt-Uni in Berlin. In Deutschland ist er „umstritten“, was bedeutet, daß er von den Medien nur noch mit Negativzeilen erwähnt wird, wenn überhaupt. Eine Unperson wie Thilo Sarrazin also, nachdem er die Asylpolitik der Kanzlerin moderat kritisiert hatte. Verschiedene schlagende Studentenverbindungen, zum Beispiel der AStA Bremen, bekämpfen ihn seitdem.

Zum Glück gibts die Schweiz. Viele Deutsche haben im Laufe der Zeit im wahrsten Sinne des Worts politisches Asyl in der Eidgenossenschaft genossen. Das war nach 1848 so, 1933 bis 1989 und jetzt wieder. Jörg Baberowski hat nun wegen einem faktischen Publikationsverbot in Germanien Zeitungsasyl bei der Basler Zeitung (BaZ) bekommen. Hier ein aktueller Eintrag von ihm:

Ein Wahlkampf, der keiner ist
In Deutschland ist es still geworden. Ein Land ohne Opposition, ohne Debattenkultur, ohne Kritiker.

Vor Tagen brachte der Kanzlerkandidat der SPD, Martin Schulz, die Idee ins Spiel, in Deutschland eine Quote für Elektroautos einzuführen. Glaubt der Kandidat wirklich, mit solchen Vorschlägen Wähler für seine Partei mobilisieren zu können? Er befindet sich in guter Gesellschaft. Auch die politischen Konkurrenten sprechen nur über Nebensächliches. Es ist, als ob sich die im Bundestag vertretenen Parteien darauf verständigt hätten, über wichtige Fragen kein Wort zu verlieren. Grabesstille, wohin man auch lauscht. Jeder, der sehen und hören kann, nimmt wahr, dass sich das Leben verändert hat.

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Dank an die Basler Zeitung. Die ist jetzt sowas wie früher Radio London oder das Westfernsehen. 95 % der BaZ-Leser fanden den Artikel von Baberowski übrigens gut.

Ach du Schreck, da war ja noch was. Jetzt will ich die Asylkrise mal von der Kehrseite betrachten. Mir fällt da eine berechtigte Frage ein. Wieso beantragen politisch Verfolgte ausgerechnet in Deutschland Asyl? In einem Land, wo straffe Zensur ausgeübt wird, wo Meinungen unterdrückt werden, wo Kritikern der Regierung die wirtschaftliche Grundlage entzogen wird, wo Leute inhaftiert werden, weil sie kein Zwangsfernsehen wollen? Wo Demonstranten von brutalen staatlich bezahlten Schlägern behindert werden. Wo keine Vertragsfreiheit herrscht, wo die Planwirtschaft wahrhaft stalinistischen Ausmaßes immer weiter Raum greift? Wo harmlose Glühlampen verboten wurden? Wo Frauen in öffentlichen Verkehrsmitteln Freiwild von brutalen Kriminellen sind? Sind die „Schutzsuchenden“ nicht vollkommen verwirrt, wenn sie ausgerechnet nach Deutschland vor politischer Verfolgung flüchten?

Ist Saudi-Arabien zumindest in einigen Belangen nicht liberaler als Merkels paranoide Zwangs- und Verbotsrepublik? Zumindest mit Gender, Klima, GEZ hat König Salman nichts im Sinn. Und den vom Grundgesetz vorgeschriebenen Schutz der Familie nimmt er auch sehr ernst – in seinem fernen und exotischen Wüstenkönigreich.

Wieso kommen verfolgte Leute hierher? Müßten nicht wir Deutschen in freiheitlicheren Ländern Asyl beantragen?

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