Die Zahl der Mandate entscheidet


Die Bundestagswahlen werden nicht veranstaltet, um Prozente zu gewinnen oder zu verlieren. Zu letzterem Zweck würde man sich ja lieber zu Hause betrinken bzw. ausnüchtern, statt ein Wahllokal zu betreten. Wahlen gibt es, damit Abgeordnete gewählt werden und eine Regierung gebildet.

Im 2017 zu wählenden Bundestag ergäbe sich wenn man die letzte Umfrage von INSA vom 11.9.2017 als Grundlage nimmt und unter Annahme konstanter Größe des Hohen Hauses folgende Sitzverteilung:

Mandate 2013 Mandate 2017
CDU/CSU 311 239
SPD 192 153
Linke 64 69
Grüne 63 39
AfD 0 72
FDP 0 59

Die starken Mandatsverluste der CDU/CSU (minus 72 Sitze) resultieren vor allem daraus, daß 2013 etwa 16 % der abgegeben Stimmen bei der Mandatsverteilung nicht so wie das der Souverän gewollt hatte wirksam wurden, und vor allem den großen Parteien zugute kamen. Die CDU/CSU hatte 41,5 % der gültigen Stimmen erhalten und bekam 49,2 % der Sitze. Vor allem weil AfD und FDP beide knapp an der 5-Prozent-Hürde gescheitert waren.

Die Wahl von 2017 dürfte den Wählerwillen besser abbilden, als die vergangene Abstimmung.

Für die AfD wäre es nicht so prickelnd gewesen, 2013 mitten in der Programmdiskussion schon in den Bundestag gewählt worden zu sein. Denn in dieser Phase der Programmfindung herrschte immer eine große Aufgeregtheit unter den Mitgliedern. Viele glaubten ihre wichtigsten Anliegen in großer Gefahr. Letztlich sind alle Wünsche und Ideen der Gründer (sogar derer, die ausgetreten sind) in Erfüllung gegangen und finden sich jetzt im Parteiprogramm. Gut, die Wichtung ist etwas anders, auch weil sich 2015 die politische Kulisse gewaltig geändert hat. Der Weg zum Programm verdient keine besonders gute B-Note. Diese ist beim Eiskunstlauf oder Skispringen die Zensur für Schönheit und Haltung. Aber Politik ist nun mal keine Ode an die Freude und kein Schwanensee. Vielleicht war es gut so, wie der Liebe Gott es gerichtet hat. Er wollte eben erst mal wissen, ob die Alternativen vier Jahre durchhalten und am Ball bleiben, bevor er sie in den Bundestag läßt.

Liebe Leser, wie man der obigen Tabelle entnehmen kann, wird die Groko eine resolute Mehrheit bekommen. Da ist jede Stimme für die oppositionelle AfD eine gute Investition.

 

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