Die AfD könnte stärkste Partei werden


Wenn Horst Seehofer bei seiner Rückkehr nach Bayern nicht Merkels Skalp präsentiert, ist es um ihn geschehen. Ähnlich wird es Christian Lindner gehen, wenn er das Zensurgesetz, den Soli und das EEG bei den Schwampelpalavern nicht zu Fall bringt. Blos eben nicht an der Grenze seines Homelands NRW, sondern bei den nächsten Wahlen. Und auch für die Grünen könnte der nächste Wahltag Zahltag werden. Denn SPD und Linke haben die fragile grüne Klimalüge ja auch in ihren Programmen, sind also eine vollwertige Konkurrenz für die ehemalige Ökopartei. Es fehlt den Roten nur noch das grüne Image.

Der deutsche Wahlkalender 2018 sieht folgendermaßen aus: Am 6. Mai werden die Schleswig-Holsteinischen Kommunalparlamente neu gewählt, im Herbst die Landtage von Hessen und Bayern. Und gerade in den letzten beiden Ländern könnte es rund gehen.

Sollte es zur Schwampel kommen, haben Grüne, CDU, CSU und FDP sich alle bis zur Unkenntlichkeit verbogen. Denn die Programmatik von Grünen und FDP ist völlig konträr. Die Grünen wollen einen ausufernden Verbotsfaschismus mit rigider Planwirtschaft, die FDP den mündigen Bürger und etwas mehr Markt. Jedenfalls theoretisch und soweit es der beschränkte Horizont von Christian Lindner hergibt. Was ihm vorschwebt ist so eine vom Zentralkommitee der Medien gesteuerte Freiheit light. CDU/CSU würden weiter von Dr. Merkel entkernt und in der oberen Etage mit Posten bei Laune gehalten.

Die CDU hatte auf Wahlplakaten innere Sicherheit versprochen, die CSU forderte die Obergrenze. Die Liberalen wollten Marktwirtschaft bei der Stromerzeugung, Merkel wegen der Grenzöffnung vor einen Untersuchungsausschuß zerren und die Verfolgung von unerlaubten Äußerungen wieder der Justiz anvertrauen. Die Grünen haben nicht weniger vor, als schnell mal die Welt zu retten. Sofortiger Kohleausstieg, Dieselverbot und unbegrenzte Einwanderung.

Aus Angst vor der AfD machen die Koalitionäre in spe kollektiven Selbstmord. Der CSU-Politiker Dobrindt beispielsweise erinnerte an das Wahlergebnis, das erstmals den Einzug der „rechtspopulistischen AfD“ in den Bundestag zur Folge gehabt hätte. Dass sich die AfD nicht langfristig etabliere, sei ein „gemeinsamer Auftrag“ an die übrigen Parteien. Wenn sie nun durch den Verlust ihres Profils, den Verrat an ihren Wahlversprechungen allesamt ihre Wähler enttäuschen, können sie diesen sich selbst gegebenen Auftrag nicht erfüllen. Eine inhaltlich so zusammengewürfelte Jamaika-Regierung ist für die Schwampelkoalitionäre im Ergebnis wie Waterloo und Stalingrad am selben Tag.

SPD und Linke könnten die Grünen beerben, die AfD würde der CDU/CSU und der FDP weitere Wähler abnehmen. Nun hatten letztere drei Parteien im Herbst 2017 viel mehr Zustimmung, als die Grünen.

Die CDU hatte 12,5 Millionen Wähler, die CSU 2,9 Millionen. Für die FDP wurden noch einmal 5 Millionen gezählt. Für die Grünen entschieden sich schlappe 4,2 Millionen.

Das bedeutet, daß die SPD und die Linke sich in etwa 2 bis 3 Millionen ehemalige Grünenanhänger  teilen könnten, sollten die Grünen in der Schwampel Harakiri begehen. Für die AfD ist die wahrscheinliche Bescherung beim Selbstmord von CDU/CSU und FDP viel größer.

Umfragen belegen, daß etwa 60 % der Wahlberechtigten unter dem Einfluß der zwangsfinanzierten Staatsmedien davon ausgehen, daß die AfD nationalsozialistisch und zehnmal schlimmer wie Hitler ist. Das hat eine gewisse Logik: Die AfD kann die Rundfunkstaatsverträge eines Tages kündigen, Hitler ist dagegen schon lange tot und für die luxuriöse Altersversorgung von Kleber und Reschke keine Gefahr mehr. Ca. 30 % halten die Alternativen dagegen für eine normale Partei, die neben der CDU ihre Daseinsberechtigung hat. Knapp 10 % der Wahlberechtigten haben sie bereits 2017 gewählt.

Der Glaube an die politische Langlebigkeit der AfD ist gemäß einer aktuellen Civey-Umfrage naturgemäß bei den AfD–Anhängern (92 %) am stärksten verbreitet. Es folgen FDP-Wähler (42 %) und CDU/CSU-Anhänger (32%). Würde von diesen an die Zukunft der AfD glaubenden CDU- und FDP-Anhängern in Zukunft nur die Hälfte AfD wählen, so käme die blaue Partei auf 3,5 Millionen zusätzliche Stimmen, was etwa 7,5 % der Wähler ausmachen würde. 20 % Stimmenanteil wären relativ mühelos erreicht. Nur dadurch, daß sich die Konkurrenz durch gegenseitige Blockade selbst zerlegt. Mit ein klein wenig Glück und Geschick wäre noch mehr drin und die AfD könnte stärkste Partei werden.

Daß es solche Wählerwanderungen von Enttäuschten gibt, beweist der Rauswurf der FDP aus dem Bundestag 2013. Die FDP verlor von vormals 14,6 % satte 9,8 %, davon gingen 430.000 Stimmen an die AfD. Die FDP war der ergiebigste Lieferant von AfD-Stimmen, noch vor der CDU/CSU mit 290.000 Überläufern und vor den vormaligen Nichtwählern. Man kann darauf wetten, daß sich das Desaster bei der nächsten Bundestagswahl wiederholen würde, allerdings nicht nur für die FDP, sondern auch für CDU/CSU.

Von den zwangsfinanzierten Staatsmedien und der Systempresse wird die AfD als Sammelbecken von enttäuschten Wechselwählern dargestellt. Tatsächlich hat die AfD dank inhaltlicher Linientreue die meisten Stammwähler. Wahlanalysen der letzten Bundestagswahl zeigten, daß diese angebliche Nazipartei 69,8 % ihrer Wähler von 2013 erneut mobilisieren konnte. Bei der CDU waren das nur 61 %, bei der FDP 58,7 %, bei der Linken 52,7 %, bei der SPD 52,6 %, die faschistoiden Grünen sind Schlußlicht mit 50,7 %. Ist das hinten die grüne Laterne? Selbst bei den Nichtwählern gab es mit 56 % weniger Wiederholungstäter.

Die Medien sorgen mit ihrem permanenten AfD-Bashing für eine stabile Wagenburgmentalität. Wenn Frau Reschke mit Haß in den Augen oder Frau Hayali zum Halali auf die Blauen blasen, rücken die Gejagten nur noch enger zusammen. Danke ARD und ZDF, hetzt weiter so!

Es gibt noch eine sehr lehrreiche Episode. Im Saarland ist die Schwampel 2012 vor Ablauf der Regierungsperiode gescheitert, Grüne und FDP sind seither schon über fünf Jahre gemeinsam in der APO.

Saarland 2009 2012 2017
CDU 34,5 35,2 40,7
SPD 24,5 30,6 29,6
Linke 21,3 16,1 12,8
AfD 6,2
Grüne 5,9 4,9 4,0
FDP 9,2 1,2 3,3

Nach dem gemeinsamen Scheitern kommt man so schnell nicht wieder auf die Beine.

 

5 Kommentare zu “Die AfD könnte stärkste Partei werden

  1. Eine Jamaika-Koalition unter Merkel hätte zumindest in den Kernfragen Migration, Europapolitik und Klimaschutz eine links-grüne Grundierung. Somit wären CSU und FDP die Verlierer dieses Bündnisses.

    Ohne Merkel hingegen besäße Jamaika eine Mitte-Rechts- Ausrichtung und in diesem Falle wären die Grünen im Risiko. Allerdings wären die Grünen vermutlich nicht so dumm, überhaupt eine Koalition mit einer CDU ohne Merkel einzugehen.

    Um das Vertrauen in den Rechtsstaat wieder herzustellen, das Staatswesen in Ordnung zu bringen und zu retten, was zu retten ist, bräuchte es eine Mitte-Rechts- Regierung. Ohne Merkel und die Grünen und dafür mit der AfD.

  2. Putsch oder Generalstreik sind die einzigen Mittel, dieses Land effektiv wieder vom grünversifften Kopf auf die Füße zustellen.

    Generalstreik mit diesen Gewerkschaften?
    Putsch mit dieser Armee?

    • Sehe ich ganz genauso. Mit parlamentarischen Mitteln ist Deutschland nicht mehr zu retten. Wenn die Gewerkschaften wirklich die Interessen der Arbeiter vertreten würden, wäre die avisierte Stillegung der Kohleförderung mit über 20 000 wegfallenden Arbeitsstellen und einem unbeherrschbaren Anwachsen der Energieunsicherheit Anlass für einen Generalstreik. Dann wäre der Alptraum Merkel & Co. innerhalb weniger Tage weggeblasen.

  3. Könnte…hätte…Fahrradkette.
    Sie vertrauen zu sehr auf die Blödheit der „Abgehängten“ in der Opferrolle, im Osten und in Bayern!

    Deutschland geht and Gier, Neoliberalismus und Raubkapitalismu zu Grunde. Warum sollte man dann eine extrem gierige, neoliberalisitische, raubkapitalistische „Partei“ wählen, um dem entgegenzuwirken?

    Bei der nächsten Wahl wäre die AfD nur noch im Osten und in Bayern stark. Bei denen, die noch nie dazulernen wollten!

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