Das Phantom des Syrers


Gerade soll ein „Syrer“ ein Haus in Leipzig abgebrannt haben, vier andere „Ärzte und Ingenieure“ sind verdächtig eine türkische Moschee angegriffen zu haben. Überall Syrer. Überall Fake und Lügenpresse

Was mich traurig macht: Daß viele islamkritische Medien das Gewäsch vom „Syrer“ unkritisch übernehmen. Mit diesem Sammelbegriff für total Konträres werden alle analytischen Gedanken verunmöglicht, und zwar aus Kalkül.

Ein Beispiel: Vier sogenannte „Syrer“ haben angeblich eine türkische Moschee in Ulm angegriffen. Ist das der alte Konflikt zwischen Arabern und Türken? Nein. Es handelt sich bei den Verdächtigen nämlich um Kurden. Der türkisch-kurdische Krieg ist kein Religionskonflikt, sondern ein nationaler Befreiungskampf. Denn beide Seiten sind ja überwiegend sunnitische Moslems.

Die deutschen Lügenmedien haben sich im Fall der Ulmer Moschee auf „Syrer“ festgelegt, weil sie so die Verantwortung von Dr. Merkel für den Krieg um Afrin verschleiern können. Die kriegstreibende Merkeladministration hatte monatelang Waffen- und Munitionslieferungen an die Türkei freigegeben, damit diese die Kurden in Syrien überfallen konnte. Wäre peinlich für die in Berlin chaotisch rumregierende Merkelqlique, wenn anläßlich der Ulmer Racheaktion der Kurden von solchen die Rede wäre.

Der „Syrer“ ist sowohl ethnisch, als auch religiös sehr unterschiedlich zusammengesetzt, was ja auch der Grund für die Konflikte daheim und mittlerweile bei uns ist. 1960 war die Bevölkerungszahl noch sehr übersichtlich. Die Daten sind dem Buch „Völkerkunde für Jedermann“ des Hermann Haack-Verlages (1. Aufl. 1965) entnommen.

1960 Tausend Prozent
Araber 4200 88,7
Juden 32 0,7
Armenier 135 2,9
Kurden 300 6,3
Zigeuner 10 0,2
Tscherkessen 25 0,5
Turkmenen 30 0,6
Summe 4732

Die 88 % Araber sind jedoch auf fünf Hauptreligionen verteilt, was die Sache kompliziert macht. Bis 1918 war die Türkei für den inneren Frieden zuständig. Nach der kurzen Episode eines arabischen Königreichs unter König Feisal übernahm Frankreich 1920 die Verantwortung für die Verwaltung, nachdem es den König gestürzt hatte. Schon von Anfang an gab es Unstimmigkeiten zwischen den verschiedenen Religionen. Die Drusen bekamen zunächst ihren eigenen Staat, ebenso die Alawiten. Frankreich bombardierte Damaskus und das Drusengebiet, um den Widerstand gegen seine Herrschaft zu brechen. 1937 wurden alle Gebiete vereinigt und Syrien wurde im Zweiten Weltkrieg in die Unabhängigkeit entlassen. Syrien war ein instabiles wackeliges Konstrukt, bis es in die Hände des Assad-Clans fiel. Der Kern der Assad-Herrschaft ist die Installation einer säkularen Ordnung gegen den Widerstand der religiösen Sunniten. Wenn man Assad beseitigt, brechen alle blutigen Konflikte wieder auf, die jahrzehntelang zugekleistert, wegkorrumpiert, weggefoltert und weggesperrt wurden. Es gibt zum Beispiel ein sunnitisches Rechtsgutachten, daß die Alawiten als Ketzer getötet werden müssen. Solche Aussichten motivieren die Alawiten natürlich zum Widerstand gegen die sunnitischen Aufständischen bis zur letzten Patrone. Sieg oder Tod. Das ist die Logik des Nahen Ostens. Die aktuelle multikulturelle Situation in Syrien sieht nach Wikipedia etwa so aus:

Bevölkerungsanteil % Rolle
Arab. Sunniten Etwa 60 % Kern der Aufständischen
Arab. Alawiten 12 % Kern der Herrscherkaste Assads
Kurden 10 bis 15 % Unterstützung für Assad
Drusen 4 % Unterstützung für Assad
Arab. Schiiten 2 % Unterstützung für Assad
Arab. Christen 10 % Unterstützung für Assad

Die 32.000 Juden, die 1960 in Srien lebten, waren bereits 1978 auf 4.500 zusammengeschmolzen. Dagegen erhöhte sich die Zahl der Kurden ständig, weil sie aus der Türkei auswanderten. 1960 wurden sie auf gut 6 % geschätzt, heute machen sie 10 bis 15 % der Bevölkerung Syriens aus. Auch die Armenier waren übrigens aus der Türkei geflüchtet. Unsere Medien berichten immer nur über „Syrer“, die in der Türkei Zuflucht gefunden haben. Von den Kurden und Armeniern, die aus der Türkei nach Syrien geflohen sind, ist nie die Rede. Lügenpresse und Lügenfernsehen.

Rußland hat das Assad-Regime unterstützt. Dabei spielen sicher militärische Gesichtspunkte wie ein Versorgungsstützpunkt für die russische Flotte im Mittelmeer eine Rolle. Andererseits fühlt sich Rußland verpflichtet die orthodoxen Glaubensbrüder in Syrien zu schützen, die ohne Assad keine Überlebenschance hätten.

Die russische Liebe für die Rotbannerflotte, andererseits auch die sowjetische Festungsmentalität, bekamen wir etwas unfreiwillig in dem Spionagefilm „GOLUBJAJA STRELA“, deutsch: „Blaue Pfeile“ serviert, der im Schwarzen Meer spielte und wegen Gehirnwäsche von den Schulen obligat zu besuchen war. Es war die Zeit, als die Anekdote von der Rumbalotte rumging. Ein Matrose der Rotbannerflotte hatte einen Schriftzug auf sein bestes Teil tätowieren lassen. Eine ältere Matka las „Rumbalotte“. Eine junge Verehrerin dagegen „Ruhm und Ehre der Rotbannerflotte“.

Der Drang nach Süden ist ein uraltes Thema der russischen Folklore, insbesondere die Rückeroberung Konstantinopels und der Meerenge an den Dardanellen. Dabei ist ein Fuß im Mittelmeer ein Meilenstein bei der orthodoxen Reconquista.

Mit dem aktuellen Bürgerkrieg in Syrien hatten Obama, Brown und Sarkozy die Büchse der Pandora geöffnet. Im Kampf zwischen den Religionen geht es zu wie im Mittelalter. Das Beste, was Syrien in diesem Konflikt passieren kann, ist daß es in seine Stammes- und Religionsgebiete zerfällt. Wenn der Westen eingreift sinken die Chancen dafür auf Null, weil in Europa ein heiles Multikultiweltbild gepflegt wird: Alle Menschen sind Freunde. Dieses Weltbild kann man im Nahen Osten vergessen. Da gilt eher: Auge um Auge und Zahn um Zahn. Oder einfach Kopf ab.

Für die deutsche Asylpolitik wäre es sicher interessant, ob es sich bei den sogenanten „Syrern“ um Kurden, Christen, Sunniten oder Schiiten handelt. Ob man bei dem betreffenen „Flüchtling“ mit Terrorakten und Antisemitismus rechnen muß oder nicht. Aber das schnallt Dr. Merkel nicht. Die sind nun mal da und Merkel muß weg.

4 Kommentare zu “Das Phantom des Syrers

  1. Bitte nicht Alawiten und Aleviten durcheinander bringen. Alawiten wie Assad leben in Syrien, Aleviten in der Türkei.

  2. Das Schlimmste, was dem Nahen Osten widerfahren kann, wäre ein Zerfall Syriens in seine Stammesgebiete. Erstens gibt es gar keine gewachsenen Stammesgebiete, zweitens wäre solch ein Zerfall Anlass zu dauerhaften Kriegen untereinander und drittens würden die anglosäxischen Demokratiemissionare ständig Zank und Streit schüren, um die Zündschnur immer am Pulverfass zu halten. Nein, solche Staaten wie Syrien, Irak, Libanon und auch Lybien müssen als Gesamtstaat erhalten bleiben mit einer Ordnungsmacht, wie das z.B. die Assads in Syrien sind.

  3. Ich glaube, der Erhalt des syrischen Staates als nichtsunnitische Diktatur, also der status quo ante, ist noch die beste Alternative für alle Beteiligten.

    Der Anteil der Nicht-Sunniten hat sich durch die Migration nach Deutschland noch erhöht und ihr Artikel erklärt auch, warum die mit Assad verbündeten Gruppen sicherlich keinen Wert darauf legen, diese sunnitischen Syrer jemals zurück zu bekommen.

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