Autokauf ist wie russisches Roulette


„Die Grünen in Berlin werden den Kfz-Verkehr über kurz oder lang verbieten.“

„Aber davon sind doch viele Leute betroffen! Die werden sich das nicht gefallen lassen.“

„Meine Mutter hatte ein jüdisches Mädchen in der Schulklasse. Eines Tages war es nicht mehr da. Die Leute haben das so hingenommen.“

„Aber da waren ja nur ganz wenige Leute selbst betroffen.“

„1961 wurde der Stacheldraht gebaut. Davon waren alle betroffen und sie haben sich das auch gefallen lassen. Die Grünen werden das Auto verbieten und es wird keinen Widerstand geben.“

Diese Unterhaltung habe ich so vor wenigen Tagen gehört. Gute Frage, wie man sich gegen das bevorstehende Fahrverbot wehren kann. Zum Beispiel so? Ausländer kauen ja immer auf der Extrawurst. Man könnte es ja mit einem ausländischen Kennzeichen versuchen. Denn EU-Nachbarn dürfen ja nicht diskriminiert werden.  Freier Verkehr von Menschen, Waren und Dienstleistungen, grenzenlos.

Ist aber nicht ganz so einfach. Solche Parolen werden Hals über Kopf ausgetauscht, wenn sie den Schweinen nicht mehr passen. Wie in der Farm der Tiere. Erst blökten die Schafe „Vierbeiner gut, Zweibeiner schlecht“, später gingen die Schweine auf zwei Beinen und die Regeln wurden von heute auf morgen geändert.

Ist auch nicht so einfach, weil man tatsächlich länger als 6 Monate pro Jahr in einem anderen Land leben muß, den Lebensmittelpunkt dort haben. Und das Auto. Man braucht erst mal einen auswärtigen Wohnsitz. In Polen muß man zur Wojewodschaft, in Ungarn zum Bürgeramt der Verwaltungsgemeinschaft bzw. Stadt und eine Aufenthaltserlaubnis bzw. Wohnkarte holen.

Zu warnen ist davor, die Regelung mit den 6 Monaten nicht ernst zu nehmen. Da ist schon Boris Becker dran gescheitert, als er in Monaco keine Steuern zahlen wollte und das dann doch nicht so geklappt hat, weil er zu oft in München war und Finanzminister Theo Weigel ihn dort gesehen hatte.

Nach der Wohnsitzregistrierung in der neuen Heimat kann man ein Fahrzeug anmelden. Freuen kann man sich dort über niedrige Kfz-Steuern und geringe Versicherungsbeiträge. Alles ein Bruchteil wie in Deutschland. In Polen ist die Kfz-Steuer unbekannt.

Zumindest hat man von Rückrufaktionen im Ausland nichts zu befürchten. Insbesondere wenn man nicht gerade VW, Mercedes, BMW oder Audi fährt.  Fiat wird von der italienischen Regierung nicht schikaniert, die französische läßt Renault und Citroen in Frieden. Nur die deutsche Merkel-Administration ist ganz wild drauf die Hersteller zu zwiebeln. Wenn man in Deutschland ausländische Exoten kauft, die hierzulande weniger als 2.000 mal im Jahr vertrieben werden, hat man auch relative Ruhe. Meine Freundin fährt seit fünf Jahren einen thailändischen Pickup und hat von einem Rückruf noch nichts gehört.

Was die Einfahrt in jetzt schon gesperrte Umweltzonen betrifft: Da gibt es mit ausländischen Kennzeichen keinen Vorteil. Ausländer müssen sich eine Plakette besorgen.

Der Kennzeichenwechsel ist kein Patentrezept, man kann aber nicht ausschließen, daß er doch nützt. Zum Beispiel wenn man ganz konsequent umzieht. 12 Monate im Jahr. Heutzutage in Deutschland ein Auto zu kaufen, das ist so berechenbar, als wenn man zur Zigeunerin geht, um sich aus der Hand lesen zu lassen.

 

 

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