Chaostage in Berlin

In Bayern war die SPD vor zwei Wochen von Platz 2 auf Platz 5 durchgereicht worden, aber auch in Hessen hat sie den zweiten Rang an die Grünen verloren. Irgendwie ahnen die Wähler eine fortgeschrittene Schizophrenie bei Frau Nahles und ihren Ministern: Auf der einen Seite verschärfen die Sozialdemokraten durch die plötzliche millionenfache Einwanderung die Lage auf dem Wohnungsmarkt drastisch, und dann machen sie einen Wahlkampf, wo es um bezahlbaren Wohnraum geht. Erst setzen sie den Mindestlohn durch, um im zweiten Schritt nicht zu bemerken, daß er die Integration von Analphabeten in den Arbeitsmarkt massiv behindert. Kein Dax-Unternehmen hat bisher in nennenswerten Umfang Orientalen eingestellt. Einerseits wollen die Sozis Arbeitsplätze erhalten und dann zerstören sie mit ihren Opferungen an den Kohlenstoff- und Stickstoffaltären der verwirrten Klimasekte zahlreiche Arbeitsplätze. Von der Braunkohle über die Kraftwerke bis zur Autoindustrie.

Total irre. Ein Verwandter hatte ein Studium im Maschinenbau, speziell im Motorenbau, absolviert. Bisher hat er gutes Geld mit einem Job in einer Maschinenfabrik verdient. Die macht jetzt zu, weil die ausländischen Abnehmer die Firma mit immer mehr Umweltstandards – insbesondere zum Luftschutz – gequält haben. Der Umweltwahnsinn ist bei uns erfunden worden, er ist um mit den Worten der Linken zu sprechen, ein Meister aus Deutschland. Jetzt schlägt das Ausland mit den bei uns entwickelten Verbotswaffen zurück. Der junge Mann hat im Zuge der gerade grassierenden Dieselhysterie massive Schwierigkeiten einen neuen Job zu finden.  Qualifikationen werden entwertet und die Ex-Arbeiterpartei hilft dabei. Das kann man sich kaum vorstellen. Das wäre unter Helmut Schmidt und Gerhard Schröder überhaupt nicht in die Tüte gekommen.

Während ich diese Zeilen schreibe sitzt schwitzt die SPD-Spitze in Klausur. Sicher hatte Frau Nahles den Plan, die CDU weiter unter Druck zu setzen, um irgendwelche Sachthemen durchzubekommen, die keinen Wähler interessieren. Digitalisierung und so. Und nun platzte in die Untergrundversammlung das Treffen einer untergegangenen Partei die Nachricht herein, daß Friedrich Merz Parteivorsitzender der CDU werden könnte. Damit werden die Karten völlig neu gemischt. Dr. Merkel befindet sich zukünftig in einer Zwickmühle. Brinkhaus und Merz können sich die Bälle zuspielen und der Kanzlerin Vorschriften machen. Solange bis sie hinschmeißt. Merkel wird mit dem Erfüllen der christdemokratischen Wünsche zu tun haben, für die Abwehr von Nahles vergifteten Pfeilen wird sie keine Hand frei haben.

Den Sozialdemokraten sollte klar sein, daß man mit Merz nicht so umspringen kann, wie mit dem politischen Leichtgewicht aus der Uckermark. Merz versteht ein bißchen von Wirtschaft und wird zunächst den Tod des Fahrzeugbaus und der Energieversorgung stoppen. Dabei wird er mit den Sozialdemokraten unweigerlich aneinanderrasseln.

Die SPD-Spitze kann seit der Ankündigung von Merzens Kandidatur ihre heutige Sitzung noch einmal von vorne anfangen. Wegen einer plötzlichen Änderung der gesamten Berliner Machtarchitektur. Wenn die Sozis vernünftig wären, würden sie die Brocken hinschmeißen und in die Opposition gehen.

Update nach 15 Uhr:

Klingbeil und Nahles von der SPD haben eine derart phantasielose Weiter-so-Pressekonferenz abgeliefert, nichts konkretes, bla-bla soll „ausbuchstabiert“ werden. Die merken nichts mehr. Das kam etwa so gut an, wie der gestrige Auftritt von Bouffier und Genossen, die sich ausgelassen gefeiert haben, als hätten sie gerade 55 % eingefahren.

Es muß endlich aufhören, daß die Politiker von Medienprofis beraten werden. Da kommt nur Quark raus. Wir Wähler wollen wieder Ehrlichkeit und Realitätssinn, keine Hollywood-Show.