Mobilität nach 2030


Ich habe während meiner Kindheit die Zukunft noch erlebt. Um 1960 wohnte unsere Familie in der Jenaer Straße in Weimar. Sie war ein Abschnitt der Fernverkehrsstraße 7 von Ifta bei Eisenach nach Rochlitz in Sachsen. Da begegneten sich auf der Fahrbahn, die damals wesentlich schmaler war als heute, die Pferdefuhrwerke aus Umpferstedt, Frankendorf, Schwabsdorf und Süßenborn. Sie blieben beim Austausch von Dorfneuigkeiten längere Zeit stehen, die Kutscher kannten sich untereinander alle und erzählten sich völlig ausufernde Geschichten ohne daß es jemanden störte. „Gelle?“, „Brrrr“ und „Hüh!“ riefen sie.

Alle Stunde fuhr mal ein Lkw und zweimal in der Stunde ein Bus. Wenn man im Bus stand, konnte man durch die Ritzen vom Bodenblech die Straße sehen. Das faszinierte mich. In jedem Bus fuhr noch ein Kassierer mit. In der Mitte der Straße lag auf der rechten Seite der große Kühnlenz-Bauernhof mit Pferden, Rindvieh und Schweinen. Die ungarischen Eltern meines Freundes Bubi hielten hinter dem Haus Karnickel. Wenn ein Pferd einen Haufen gemacht hatte, rannten die Frauen mit der Schaufel in der Hand nach dem Windhundprinzip auf die Straße, um den wertvollen Dünger aufzusammeln. Am Straßenrand standen die hölzernen Schweineimer, in denen für die Kuh Flora und das Schwein Jolanthe verschimmelte Küchenabfälle gesammelt wurden. In den Gärten wuchsen keine Thujas, sondern praktisches Zeugs. Wir hatten zwei Apfelbäume, eine Birne, eine Mirabelle, eine Sauerkirsche, eine Hasel- und eine Walnuß. Außerdem Tomaten, Him- und Erdbeeren. Hinter dem Haus wurde das Brennholz gestapelt. Das Leben war ländlich-sittlich. Vor der Schule – es war das zweckentfremdete Gebäude der ehemaligen russischen Botschaft – lag fast ganzjährig wegen der Maul- und Klauenseuche die Desinfektionsmatte. Wenn die MKS mal pausierte, war der Rotlauf dran. Deshalb lag die Dichter- und Denkerstadt Weimar beim Plansoll der Sauenbedeckung oft hoffnungslos zurück, was von der damaligen Lügenpresse hart kritisiert wurde.

Zwei Jahre später waren die Bauern kollektiviert, hatten kein Zugvieh mehr und saßen auf ihren Orten fest. Dafür nahm die Zahl der Trabanten, Wartburgs und Lastkraftwagen langsam zu. Der Bus fuhr nun als elektrischer Trolleybus viermal die Stunde und am Ende der 60er wurde die Straße verbreitert.

Warum dieser episch lange Rückblick? Weil so oder noch etwas schlechter vermutlich die Zukunft aussehen wird. Jetzt wird erstmal der Diesel kaputtgemacht. Danach wird sich völlig überraschend herausstellen, daß der Benziner noch mehr CO2 freisetzt. Und wenn die ersten Leute ein Elektroauto fahren, wird klar, daß die Endlagerung der Schwermetalle von den Batterien nicht geklärt ist. An die Kastoren, in denen die Altautos abtransportiert werden, werden sich Grüne anketten. Also werden das Pferd und der Ochse wieder die Zugmittel. Und der übrige Lastentransport erfolgt mit der Eselskarawane. Zumindest im Bergland, wo Lastenfahrräder reiner Schrott sind.

Auf den derzeit gut ausgebauten Straßen und Autobahnen können Kutschen und Leiterwagen ohne weiteres 12km/h erreichen. Auf den Überholspuren werden Reiter galoppieren. Die Tagesstrecke von Gespannen ist durch die Ermüdung des Zugviehs begrenzt. Mehr als 40 bis 50 km sollte man den Tieren nicht zumuten, wenn sie mehrere Tage hintereinander im Einsatz sind. Für eine Fahrt nach Berlin sollte man schon eine Woche einplanen. Die Mittel- und Randstreifen müssen bepflanzt werden, damit die Pferde im Sommer etwas Schatten haben.

Leider haben die Zugtiere einen gesegneten Appetit. Für die Vollverpflegung eines Pferds einschließlich des Rauhfutters braucht es etwa 0,8 ha Weide. Da dürfte manch ein Eigenheimbauer sehr spät erkennen, daß die 400 Quadratmeter seines Grundstücks etwas kurz gepeilt waren. Als Lastenhänger wird ein Leiterwagen benötigt, für die Ausfahrten im Winter ein geschlossener Landauer. Beides geht in die vorhandenen Garagen wegen Höhe, Länge und Breite nicht rein. Es braucht also eine große Scheune, wo man auch die Tiere im Winter unterstellen kann. Ich würde der Jugend schon mal raten statt eines Medienjobs mit Märchenerzählung den Mangelberuf des Stellmachers zu erlernen.

Das Ausmisten der Ställe erlangt als Beschäftigung für richtige Männer hohe Bedeutung, denn es wird ja nicht mehr mit dem Radlader erfolgen, sondern von Hand. Besonders der Eselsmist stinkt bestialisch. Davon haben die GrünInnen, die heutzutage das Europaparlament beherrschen, und über Grenzwerte von Feinstaub befinden, keinen Dunst.

Auch möchte ich zu bedenken geben, daß die Trocknung des Heus eine Wissenschaft für sich ist, die viel Glück erfordert. Man muß vier Tage abpassen, an denen es am Stück nicht regnet und warm ist. Und das zwei- bis dreimal im Jahr. Im Mai, im Juli und Anfang September. Ein ganz gelindes Lüftchen hilft auch. Man braucht eine Mähmaschine, einen Heuwender und wenn die Fläche etwas größer ist auch noch einen Schwader. Auf älteren Gemälden mit ländlichen Sujets war die Darstellung eines heraufziehenden Gewitters während des Hereinfahrens des Heus sehr beliebt. Ich kann meinen geneigten Lesern versichern, daß da totale Hektik entsteht. Blutdruck ab 200 nach oben offen.

Die beiden Pferdehöfe im Ort werden gut zu tun haben. Sie können sich als eine Art Taxibetrieb profilieren. Der kreisliche Nahverkehrsbetrieb stellt auf Postkutschen um. Hoch auf dem gelben Wagen kann man beim Schwager vorn sitzen und dem lustigen Horn lauschen. Das Beitragsbild zeigt übrigens die Abfahrt der letzten Postkutsche in Breslau am Ende des 19. Jahrhunderts. Wenn die gewußt hätten…

Man wird sich in Wirtschaften wieder ordentlich betrinken, weil das Pferd den Rückweg allein kennt. Die Gastwirte werden nicht nur Bauernfrühstück vorhalten, sondern auch Rauhfutter für die Tiere. Die Kellnerinnen werden zwischendurch Pferde ausspannen und von den Kutschern angemacht werden, so wie in den tschechischen Märchenfilmen aus den 70ern. Viehdiebe werden wieder gehängt, hilfsweise geteert und gefedert werden.

Bloß die Luden und Rauschgiftverticker aus Afrika werden traurig sein. Sie sind hergekommen, um einen prestigeträchtigen Mercedes zu fahren und werden wieder wie gewohnt auf dem Esel reiten…

 

7 Kommentare zu “Mobilität nach 2030

  1. Der geschätze Autor hat zweierlei vergessen:
    1.): Die eingefallenen Invasoren werden sich keinesfalls mit dem Lebensstil begnügen, der hier offeriert wird – die nehmen sich schon, was sie wollen! Schließlich sind sie nicht solche Knechtsnaturen, die sie hier vorgefunden haben.
    2.): Als streng Konservativer hat der Blogger augenscheinlich eine ganz heiße Innovation nicht auf dem Radar – ich bin mir sicher, daß der Import von Trampeltieren einen gehörigen Schub bekommen wird, und damit meine ich jetzt den von vier- und nicht den von zweibeinigen! Letztere werden sich beizeiten verdünnisieren, vor allem die, die für diese künftigen Zustände verantwortlich zeichnen!

  2. Man kann davon ausgehen, zuerst werden Linke, Grüne und Sozis geteert und gefedert bevor es soweit kommt. Vielleicht nicht mehr von den devoten Merkelkriechern und „Ichwillmichvon importmuselshartfickenlassen“ – Willkommenskreischern, wahrscheinlich aber von der durch diese gefährlich geistig erkrankten Vollidioten importierten Musel-Herrenrasse, die das Schlaraffenland der Ungläubigen über einen schwammpilzartigen Karnickel-Geburtendschihad vereinnahmen wird. Dann werden Baukräne helfen die Zukunft schariagerecht neu zu gestalten und der Verblöder-Koran für geistig minderbemittelte Steinzeitaffen wird jedes Parteibuch ersetzen. Die verdreckte Scheissregierung arbeitet hart daran dieses Ziel zu erreichen, denn dort sitzen die Linksgrünen und muselarschkriechenden Kollaborateure bereits in sehr hoher Anzahl, allerdings als geistig pervers degenerierte, volksschädliche Umvolkeraffen. Es ist nur noch eine Frage der Zeit, doch dieses Klientel wird gerechterweise und schariakonform durch das Einatmen von zuviel Höhenluft mit abgeschnürten Luftröhren zuerst verschwinden, garantiert.

  3. Geschätzer Autor, ich lese Ihre Beiträge sehr gern. Sie unterscheiden sich durch ihren praktisch-technischen Bezug vom Rest der Bloggerszene. Gleichwohl eine Bitte: Könnte das „Blos“ im letzten Absatz in „-ß“ geändert werden?

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.