Friedrich Merz läßt sich nicht verzwergen


„Die neue CDU-Chefin bindet Friedrich Merz als Mitglied eines Beraterkreises in die Parteiarbeit ein.“ so schrieb es Thomas Vitzthum am 11.1.2019 in der WELT. Und: „Annegret Kramp-Karrenbauer und er haben vereinbart, dass Merz einem Expertenkreis angehören wird, der sich mit Wirtschaftsfragen beschäftigt.“

Heike Göbel schrieb am 12.1.2019 in der FAZ das Gegenteil:

„Die im Kampf um den CDU-Vorsitz siegreiche Annegret Kramp-Karrenbauer ist auf eine breite Basis angewiesen, um ihre Macht zu sichern. Da ist es riskant, einen Flügel zu verprellen. Mit der Mitarbeit in einem unverbindlichen Beratergremium zur Wirtschaftspolitik, die sie Merz nun angeboten hat, wahrt die neue Parteichefin die Formen allerdings auf denkbar geringstem Niveau.

Merz hatte nach der Niederlage auf dem Parteitag schließlich öffentlich einen Ministerposten für sich reklamiert. Und womöglich hat sich Kramp-Karrenbauer zu früh gefreut über die „tolle Verstärkung unseres Expertenkreises“.

Merz ging am Freitag auf Abstand. Eine formelle Einbindung verneinte er.“

Was steckt dahinter? AKK hat offensichtlich in die Medien durchgestochen, daß Merz zur Mitarbeit bereit sei, ohne das verbindlich vereinbart zu haben. Nun weiß natürlich fast jedes Kind, daß solche Gremien wie Beraterkreise keinen Einfluß auf die Politik haben. Kein Politiker hört wirklich auf parteiinterne Klugscheißer. Auch Partei- und Wahlprogramme, die in solchen Kreisen ausgebrütet werden, sind das Papier nicht wert, auf das sie gedruckt wurden. Ich nenne als Beispiel nur einmal das Thema Seuersenkung in allen CDU-Wahlprogrammen seit 2005. Eher geht ein Kamel durchs Nadelöhr, als daß Dr. Merkel sich nach ihren Versprechen richtet.

Merz wäre mit dem Klammersack gepudert, wenn er in die klebrige Falle dieser Selbstverzwergung hereinginge. Es wäre so, als sollte Herkules dem Rumpelstielzchen zuarbeiten. Wobei? Beim Spinnen von Stroh zu Gold? Er kann das nicht und hat den Ball folgerichtig weggespielt.

Mit jedem Tag, der vergeht, sitzt AKK fester im Sattel. Offensichtlich ist sie die medienaffinere Person. Wenn die Redaktionen im Durchschnitt den geistigen Horizont einer Fünfjährigen haben, paßt die Saarländerin einfach besser ins Tableau.

 

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