Taschendieb sieht ungegenderte Sterne


In Wilhelm-Busch-Geschichten gibt es sie öfter mal: Die mit dem Nudelholz oder dem Besen hinter der Tür wartende Lebensgefährtin. Als Knopp seinen Freund Mücke besucht wird er Opfer der wütenden Gattin und wegen der Verwechslung mit dem Gemahl gräßlich zugerichtet.

Schrupp! – Wie Knopp hineingekommen,
Wird er an die Wand geklommen.
»Wart!« ruft Mückens Ehgemahl –
»Warte, Lump, schon wieder mal!?«

Hei! Wie fühlt sich Knopp erfrischt,
Als der Besen saust und zischt.

Bums! Er fällt in einen Kübel,
Angefüllt mit dem, was übel.

Im Jauchenfaß landet er auf der Gasse. Auch Herr Bolle aus dem Reichshauptslum Berlin wurde von seiner Alten mörderisch verdrescht, nachdem er seinen Jüngsten in Pankow im Gewühl verloren hatte. Das 20. Jahrhundert war da eher friedlich. Frau konnte bestenfalls BDM-FührerIn oder FDJ-SekretärIn für Agitation und Propaganda werden. Aber wir sind inzwischen im 21. angekommen.

Gerade berichtete die Lügenpresse darüber, daß ein brasilianischer Dieb versucht hatte einer Käfigkämpferin ihr Funktelefon zu entwenden. Er wurde darüber nicht recht froh und erntete zwei wohlgezielte Hiebe und einen Fußtritt. Das blöde ist: man sieht Frau Viana ihre Kampfkraft nicht an. Sie ging in Rio hübsch frisiert, nett gekleidet und frisch eingedehgst auf die Gasse. Ohne die in Germanien obligate eingeinkte Kriegsbemalung. Nach der Hohenzoller-Devise: Mehr sein als scheinen.

Ein Moslem hatte versucht einer schweizerischen Wintersportlerin an den Bopser zu fassen. Vor 30 Jahren haben sich viele Frauen noch über etwas Aufmerksamkeit gefreut. Aber die Zeiten sind heute andere. Die Eidgenossin hat dem Asiaten unbekannter Volkszugehörigkeit die Nase böse zugerichtet.

Ein Werbevideo einer Nahkampfvereinigung aus Asien ist aufgetaucht. Auch da geht es einem Taschendieb schlecht. Ob das Video echt oder gestellt ist? Meine Freundin meint: Das ist Fake.

Egal ob Mann oder Frau: Man sollte seine Zeit mehr an der Kletterwand, in der Nahkampfdiele oder auf dem Hundeplatz verbringen, als in der Schule. Und wenn man etwas mit Fleiß lernt, dann vorrangig Sprachen, Technik und Naturwisssenschaft. Denn die Geisteswissenschaften und die schönen Künste sind zu abhängig von der Staatskasse. In der kommenden Finanzkrise werden die Praktiker es besser haben.

Schon Wilhelm Busch war ein Kritiker von wirklichkeitsfremden Studienräten. Als Feindbild hatte er den Rektor Diebisch als Prototyp des pädagogischen Versagers ausgemacht:

Das ist Debisch sein Prinzip:
Oberflächlich ist der Hieb.
Nur des Geistes Kraft allein
Schneidet in die Seele ein.

Völlig erfolglos blieb diese Methode bei seinem eigenen Sohn Kuno.

Das 19. Jahrhundert ist zurück. Dem Alten wird wieder mehr eingeheizt. Hat mit Gendersternchen, Binnen-I, Alice Schwarzer und Transpersonen wenig bis nichts zu tun. Sind eher die altbewährten Ladykracher aus dem 18. und 19. Jahrhundert. Siehe Beitragsbild. Eine französische Genreszene aus dem Barock.

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