Fake News über die Stadtflucht


Heute hat die Wiedergeburt von Relotius namens Michael Fabricius einen Eintrag über die Stadtflucht von Familien in die WELT eingestellt. Warum haben die journalistischen Märchenerzähler immer einen lateinischen Namen? Verhängnis, Schicksal, Zufall, göttliche Fügung?

Nun wäre das Thema eine Gelegenheit gewesen mal zu erforschen, welches die Gründe für den Abschied von den Cities sind. Fabricius hat eine eindimensionale Sicht auf die Immowelt: „Während es junge Singles und Zuwanderer in die Ballungszentren zieht, wandern Familien mit deutscher Staatsangehörigkeit zunehmend ins Umland ab. Und die Stadtflucht dürfte weiter zunehmen. Denn Mieten und Kaufpreise erreichen neue Rekordhöhen.“

Die inzwischen 1000 Kommentatoren sind sich einig: Die Mietpreise sind zwar explosiv, aber der Hauptgrund für die Stadtflucht ist ein anderer. Hier ausgewählte Kommentatoren:

Also ich wohne bewusst außerhalb der Stadt, man könnte fast schon sagen, „auf dem Land“. Die niedrige Miete war allerdings nicht der Grund dafür. Ein Leben in der Stadt mit hupenden Autos, Straßenbahnen und einem gewissen „Klientel“, so dass man auch abends nicht mehr gerne vor die Tür geht, fand ich nie attraktiv. Ich genieße lieber Wald, Felder und einen Fluss ohne viele Menschen und Lärm, und fühle mich zu jeder Tag- und Nachtzeit sicher. Würde mir jemand anbieten kostenfrei in einer 5-Zimmer-Wohnung in Köln München oder Berlin zu leben – ich würde das alles ablehnen!

Für München kann ich nicht sprechen, aber für Hamburg. Gott sei Dank arbeite ich nur hier, nachdem wir 2017 die Stadt fluchtartig verlassen haben und 40 km ins Umland gezogen sind. Ich musste gestern nach einem Zahnarztbesuch in der Innenstadt zwei Stationen mit der S3 fahren. In dem Waggon waren von vielleicht 30 Fahrgästen maximal fünf Europäer. In Hamburg fühlt man sich mittlerweile wie in Addis Abeba oder in Nairobi.
Das mag politisch unkorrekt sein, aber es ist die Wahrheit.

Sie machen es sich in Ihrer Analyse leicht: die Stadtflucht liegt nicht nur an den zu hohen Mieten. Vielleicht möchten junge Familien nicht in Berlin in noch einigermaßen bezahlbaren Gegenden leben, in denen kaum noch Deutsche leben.

So habe ich es auch mit meiner Familie gemacht. Nachdem in Berlin eine Bekannte von ihrem arabisch-stämmigen Ehemann vor den Augen ihrer Kinder im Treppenhaus erstochen wurde, und dieser Mord in der Lokalpresse lediglich ein 5 Zeiler („Frau stirbt nach häuslicher Gewalt“) wert war und überregional gar nicht berichtet wurde, war dies mit ein Anlass, diese Umgebung zu verlassen. Kriminalität ist das eine, den Unwillen Misstände zu benennen und anzugehen kam noch dazu. Wir zogen nach Hessen in ein gutes Viertel ohne arabische Einflüsse. Doch 2015 machte in Sichtweite ein Flüchtlingsheim mit 800 Bewohnern auf – die Kriminalität und Verwahrlosung in der Umgebung nahm spürbar zu. Und wieder der Unwillen der Politik und Medien: Probleme dürfen nicht benannt werden. Ich kann doch nicht ständig meinen Wohnort wechseln!

Herr Fabricius, wohnen Sie denn selbst in der Stadt?

Liegt das echt nur an den Mieten? Eine günstigere Wohnung im Umland wird dann mit mehr Pendelkosten und Lebenszeit bezahlt. Die Leute mit Kindern die jetzt in die Satellitenstädte in der Umgebung ziehen machen das nicht in erster Linie wegen den Mietkosten.

Sehr gut geschrieben: Familien mit Deutscher Staatsangehörigkeit wandern ab und die Zuwanderer kommen. Jetzt muss man nur mal nachfragen, wie können sich diese Zuwanderer die Stadt leisten???

Der rosa Elefant im Raum ist inzwischen so groß, dass er Platzt und man redet immernoch drum rum… Auf Grund von Arbeitsplatzwechsel haben sich meine Verkehrsbeziehungen geändert, sodass ich kaum noch in den Stadtkern wo ich wohne gelange. Vor ein paar Tagen war ich durch Sturmschäden gezwungen, mal wieder die Route über die Innenstadt zu machen: ich wusste sehr genau und wurde da dann nochmal eindrücklich daran erinnert, das diese Familien definitiv nicht nur des Geldes wegen weg ziehen. Wir haben ebenfalls beschlossen, dass wir unseren Wohnsitz auf lange Sicht raus aus der Stadt bewegen werden. Das braucht man einfach nicht. Und wir reden hier von einem „Städtchen“ mit 18.000-40.000 Einwohnern. Freunde von uns haben ihre Kinder mit vollem Bewusstsein auf eine teilprivate, kirchliche Schule geschickt, weil die Zustände an der „normalen“, staatlichen Schule nicht mehr tragbar waren… jetzt lernen sie wieder was. Und das mit Freude.

2030, unter dem neuen Kanzler, werden die Städte aussehen wie nach dem Mai ’45. Vorbild Beirut: Sunniten vs. Schiiten vs. Jesiden vs. Andersgläubige…

Nein, liebe Redaktion , das sind nicht nur die Mieten. Das sind die Schulen , die neuen Nachbarn, das sich Unwohlfühlen bei Dunkelheit, das Vertuschen und das Beschönigen und das gnadenlose Schröpfen der schon länger hier Lebenden. Ich möchte mal eine Statistik sehen über die Auswanderungen der deutsche Staatsbürger. Kanada, Australien, Neuseeland, Skandinavien für die Jungen. Die älteren Deutschen verkaufen hier alles und ziehen nach Ungarn. Das sind richtig gute Steuerzahler . Uns betrifft das sehr – unsere besten Freunde fanden in Ungarn deutsche Netzwerke in allen Bereichen.

Von den 1000 Kommentaren sind 950 einwanderungskritisch sowie islamophob und nur etwa 50 PC. Der Eintrag von Fabricius ist völlig an der Erfahrung der Leser vorbeigekleckst. „Lügenpresse“ oder „Fake News“ ist dafür noch sehr abgeklärt ausgedrückt. Man könnte wenn die Betrebstemperatur etwas steigen würde auch „Goebbelsschnauze“ oder „Schnitzlerposting“ dazu sagen. Es wird immer öfter das intellektuelle Niveau des „Völkischen Beobachters“ und des „ND“ unterschritten.

Schöne Grüße an den Verfassungsschutz, die Maasi und die Stasi. Ihr seid meine Eckermänner! Oder wie heißt das PC? EckermännerInnen?

4 Kommentare zu “Fake News über die Stadtflucht

  1. „Die älteren Deutschen verkaufen hier alles und ziehen nach Ungarn. … unsere besten Freunde fanden in Ungarn deutsche Netzwerke in allen Bereichen.“

    Das ist gut zu wissen 🙂

  2. Pingback: Deutsche Familien flüchten aus Migranten-Ballungsräumen – Rss News

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