Ortsumgehung Weimar im Oktober 2012 eingeweiht

Diese Überschrift las ich im Internet, als ich nach dem Stand der Ostumgehung Weimar suchte. Es handelte sich leider nicht um die Eröffnung der Osttangente Weimar in Thüringen, sondern der Ortsumgehung der Gemeinde Weimar in Hessen (7.000 Einwohner). „Mit der neuen Umgehungsstraße von Weimar-Niederweimar und Weimar-Oberweimar erreichen wir mehr Lebensqualität für die Menschen im Landkreis Marburg-Biedenkopf“, sagte der Hessische Ministerpräsident. Mehr Lebensqualität an der B 7 in der Jenaer Straße, in der Ebertstraße und in der Bodelschwinghstraße gibt es vermutlich an Sankt Nimmerlein. Kürzere Fahrzeiten zwischen der Autobahn A 4 und dem Nordkreis Weimarer Land stehen genauso in den Sternen.

Bis jetzt ist die Osttangente an internen Streitigkeiten der Weimarer Stadträte gescheitert. Alle Bürgermeister sind am Stadtrat, insbesondere an den Grünen bisher verzweifelt. Welche Variante nun gebaut wird, ist den Bewohnern des Nordkreises Weimarer Land wirklich egal. Hauptsache man kommt an dem Verkehrshindernis Weimar irgendwie vorbei. Mit der 30-Beschilderung in der Jenaer Straße hat die Stadt die Belästigung des Umlands auf die Spitze getrieben. Die 30-Schilder vor der Loui`n habe ich ja eingesehen, aber was haben diese Schilder auf einer Bundesstraße zu suchen ???

Mit 30 kann man die Jenaer Straße zur Dorfstraße abstufen. Zu meiner Kinderzeit wäre das gegangen. Da begegneten sich auf der Fahrbahn, die damals wesentlich schmaler war, die Pferdefuhrwerke aus Umpferstedt und Süßenborn und die Kutscher blieben beim Austausch von Dorfneuigkeiten längere Zeit stehen, ohne daß es jemanden störte. In der Mitte der Straße war auf der rechten Seite noch der Kühnlenz-Bauernhof mit viel Groß- und Kleinvieh. Das kann die Stadt Weimar alles wieder so haben, wie es mal war, vielleicht noch Kaninchen im Küchenschrank dazu, wenn die Ostumgehung fertig ist.

Im Herbst 2012 hatte OB Wolf einige Gemeinden im Weimarer Land besucht, um für eine stadtferne Variante der Ostumgehung zu werben, die bei Frankendorf auf die B 7 läuft. Am 16.01.2012 bei einer gemeinsamen Sitzung des Wirtschaftsausschusses der Stadt und des Kreises Weimarer Land war Gelegenheit nachzufragen, wie sich Stadt und Kreis nun positionieren.

Meine Frage lautete: „Derzeit wird der Bundesverkehrswegepan weitergeführt. Gibt es ein Konzept von Stadt und Landkreis, den Bau der Ortsumgehung voranzutreiben?“

Den Weimerern ist offensichtlich nicht klar, was der Stand der Projektanmeldung ist. Der Bundesverkehrswegeplan wird derzeit erarbeitet. Wer es nicht glaubt: unter bmvbs.de kann sich jeder Bürger informieren, daß 2013 die heiße Phase der Aufstellung des Bundesverkehrswegeplans 2015 ist. Ansonsten kam seitens der Stadt noch der Hinweis, daß der Bund das Verfahren führt. Das  ist zwar richtig, aber im Verfahren muß sich die Stadt Weimar mal verbindlich äußern. Und der Kreis Weimarer Land übrigens auch.

Wer 2015 im Bundesverkehrswegeplan berücksichtigt werden möchte, muß 2013 wissen, was er will.