Prinzipien und Konsequenz aus Afrika

Die Nobelpreisvergabe ist manchmal ein Desaster. Besonders fällt es bei den Wirtschaftswissenschaften und beim Friedensnobelpreis auf: es gibt nicht jedes Jahr überzeugende Kandidaten.

In den ganzen letzten Jahrzehnten wurde das ganze who is who des Keynesianismus mit Wirtschaftsnobelpreisen versorgt. Das sind die Totengräber des Dollars, des Euro, einer einigermaßen leistungsgerechten Vermögensverteilung und damit auch des Sozialstaats. Regelrechte Regenmacher des Kreditsystems waren dabei. Auch der Friedensnobelpreis ist schon in seltsame Hände geraten: Warum Arafat den Preis bekommen hat, kann man sich heute kaum noch zusammenreimen. Das norwegische Komitee war da wohl in Vorleistung gegangen, genauso wie bei Präsident Obama. Aus der Beendigung des Afghanistan-Kriegs ist bis heute nichts geworden, genauso wie aus der Auflösung von Guantanamo. Richtig umstritten war die Vergabe an den Weltklimarat und Al Gore, die für Hunger und Tod in armen Ländern verantwortlich sind, weil immer mehr Ländereien für Energiepflanzen verbraucht werden, statt für den Nahrungsanbau.

Die Nobelpreiskomitees sollten sich ein Beispiel an einem Afrikaner nehmen. Der afrikanische Telekomunternehmer Mo Ibrahim stiftete 2007 einen Preis für gutes Regieren in Afrika. Dieser Preis ist gut dotiert, aber die Kriterien zur Vergabe werden konsequent gehandhabt. Auf Vorschuß gibt es nichts. Man muß erfolgreich und abrechenbar fertig regiert haben.

Die Mo Ibrahim Foundation erstellt eine Rangliste des afrikanischen Regierungserfolgs. Letztere wurde erstmals Mitte 2007 veröffentlicht und nennt Mauritius, die Seychellen und Botswana als Länder mit der besten Regierungsführung, Somalia, die Demokratische Republik Kongo und den Tschad sind die Schlußlichter.

Der Preis für gutes Regieren wurde seit 2007 nur dreimal vergeben. Der erste mit dem Preis ausgezeichnete Politiker war 2007 Joaquim Chissano, der ehemalige Präsident Mosambics. Chissano bekam die Kurve, beendete den Bürgerkrieg in seinem Land und trat dann freiwillig zurück.
2008 gewann den Preis Festus Mogae, der frühere Präsident von Botswana. Botswana ist von den kontinentalen afrikanischen Staaten wirklich am aufgeräumtesten. Ein großes Problem ist Aids, aber darum hatte sich Herr Mogae auch angefangen zu kümmern.
2011 erhielt der ehemalige Präsident von Kap Verde, Pedro Pires, die Auszeichnung. Seine Verdienste liegen in der Abschaffung der Einparteienwirtschaft und in der Entwicklung des Tourismus als Wirtschaftszweig. Die Kapverden beweisen, daß Demokratie auch in Afrika funktionieren kann und mit wirtschaftlichem Erfolg in Einklang steht.

Afrika ist kein verlorener Kontinent, aber in den meisten Ländern füllen sich die Bürokraten die Taschen und bremsen den Aufschwung. Auch dieses Jahr bekommt niemand den Preis, weil nicht gut genug regiert wurde. Mo Ibrahim kennt sich in Afrika aus. Von ihm können die Schweden und Norweger mal was lernen. Und zwar eherne Prinzipien und Konsequenz bei der Preisvergabe.