Kauft nicht beim Deutschen! Die häßliche Fratze des EURO

Der griechische Verbraucherverband INKA denkt über den Dauerboykott gegen deutsche und niederländische Ware nach, auch gegen solche, die in Griechenland produziert wird. Auf den ersten Blick sieht das diskriminierend aus. Es erinnert an „Kauft nicht beim Juden!“ oder „Kauft keine Ware aus der Westbank“.

INKA plant den Boykott: “Es reicht. In Zusammenarbeit mit allen gesellschaftlichen Kräften wird ein vollständiger Katalog aller Produkte erstellt werden, deren Kauf im angeblich vereinten Europa das Geld der Bürger des Landes zu deutschen und holländischen Firmen transferiert“.

Wenn Leute aus Verbänden etwas verlautbaren, muß man zunächst den Wahrheitsgehalt prüfen. Denn es gibt nicht nur griechische Statistiken, es gibt überall auf der Welt auch Verbandspropaganda.

Also es stimmt, daß Deutschland Waren nach Griechenland exportiert hat, und zwar mehr, als die Griechen nach Deutschland geliefert haben. Insgesamt betrug der deutsche Außenhandelsüberschuß mit Griechenland 2001 bis 2012 etwa 55 Mrd. €.

Es stimmt auch, daß diese Ware an die deutschen Hersteller bezahlt worden ist. Allerdings ist das Geld, mit dem die deutsche Ware bezahlt worden ist, gedruckt worden. Griechenland hat Schulden dafür aufgenommen und wird diese Schulden nie zurückzahlen können. Diese Schulden liegen nun im Horror-Keller der Schattenbank EZB rum und Deutschland hat einen Anteil von 28 % daran. Und sie sind Bestandteil der sogenannten Target-Salden.

Deutschland hat etwa 56 Mrd. € für die Rettungspakete von 2010 bis 2012 “investiert”, sowie für den deutschen Anteil an den griechischen Anleihekäufen der EZB. Davon wird man nichts wiedersehen, denn das griechische Leistungsbilanzdefizit existiert bis heute. Und es wird derzeit wieder größer.

Deutscher Rettungsbeitrag 56 Mrd. € = Deutscher  Außenhandelsüberschuß 55 Mrd. €

Deutschland hat seit 2010 so viel Geld für die Rettung ausgegeben, wie der deutsche Exportüberschuß 2001 bis 2012 betragen hat. Das heißt, daß die Exportware verschenkt worden ist. Die deutsche Exportindustrie hatte den Nutzen, der deutsche Steuerzahler hat mit einer zeitlichen Verzögerung von 5 bis 10 Jahren den adäquaten Schaden. Das ist die Wahrheit über den Mechanismus des deutschen Außenhandels mit Griechenland.

Und da liegt der Denkfehler der Griechen: Es ist definitiv nicht Geld der Griechen an die deutsche Exportwirtschaft geflossen, sondern das Geld der deutschen Steuerzahler. Im übrigen gönne ich den Griechen ihre eigene Ware von ganzem Herzen. Ohne Importe werden sie wieder mit Eselskarren, statt mit Autos fahren…

Zur europäischen Idee: Weder die Griechen noch die Deutschen sind mit der entstandenen Situation zufrieden. Jeder denkt, daß er allein den Dachschaden der europäischen Politiker auszubaden hat. Es gedeiht der Völkerhaß. Boykottideen sind ein Ausfluß dessen.

Was die griechische Exportwirtschaft betrifft, ist keine Besserung in Sicht. Im Gegenteil. Die neuesten Zahlen aus Griechenland betreffen die Exporte und Importe im Dezember 2013. Die griechischen Exporte sind um 7,3 % gegenüber dem Dezember 2012 gesunken und die Importe sind um 6,4 % gestiegen. Das Handelsbilanzdefizit Griechenlands stieg um 34 %.

Zur Leistungsfähigkeit der griechischen Wirtschaft gibt es eine zugespitzte Anekdote: „Stimmt es, daß die Schornsteine der griechischen Industrie 100 km hoch sind?“ Antwort: „Im Prinzip ja, die Abstände sind sogar noch größer!“