Wärmepumpen – die Stiefkinder der Energiewende

Vor Jahren wurden Wärmepumpen vom Staat gefördert, weil sie Heizenergie sparen. Da ist auch was dran. Wenn draußen eine Temperatur von 5 Grad und mehr herrscht, ist nur sehr wenig Energie für eine warme Bude erforderlich. Wie das physikalisch-technisch funktioniert – damit will ich den Leser nicht langweilen. Das ist eben Technik, die begeistert.

Leider kollidiert diese Technik mit den Interessen der technisch und wirtschaftlich inkompetenten Bundesregierung, die sich wiederum von den dilettantischen grünen Medien und der grünen Partei vor sich hertreiben läßt und immer mehr Windräder und Photovoltaikteppiche installieren läßt.

Vor dem Einspeisen von Flatterstrom aus Wind und Sonne machte es für die Stromkonzerne und Stadtwerke Sinn, den Nachtstrom billiger zu verkaufen, als den Tagstrom. Denn eine Ausweitung der Tagstromkapazitäten hätte Geld für neue Kraftwerke gekostet, während nachts ohne zusätzliche Investititionen Strom erzeugt werden konnte. Die Auslastung der bestehenden Kraftwerke wurde bei Abnahme von Nachtstrom besser. Das war Marktwirtschaft zum Nutzen aller. Der Vorteil wurde an die Nachtstromkunden über den günstigen Nachtstromtarif teilweise weitergegeben. Und der Energiemarkt war vor zwölf Jahren nicht durch massive Subventionen für Erneuerbare verzerrt. Der alte Kohlepfennig war Kindergarten gegen die EEG-Umlagen.

Wirtschaftliche Grundüberlegungen zur Kraftwerksauslastung und zu Grenzkosten sind nichts mehr wert, weil völlig unnötig und ungeplant immer neue Energieerzeugungsanlagen zugebaut werden, deren Strom planwirtschaftlich abgenommen werden muß. Die Kraftwerksauslastung wird nicht mehr wie früher durch den gut prognostizierbaren täglichen Energieverbrauch, sondern zunehmend durch das launische Wetter bestimmt.

Die Energieerzeuger kommen wegen der schlechteren Auslastung der Grundlastkraftwerke immer stärker unter wirtschaftlichen Druck und suchen nach den letzten Auswegen um ihre Haut zu retten. So ein Ausweg ist die Erhöhung der Sondertarife für Wärmepumpen. Die Betreiber von Wärmepumpen können nämlich den Energieanbieter nicht wechseln. Sie sind an den Grundversorger als Monopolisten gebunden.

Die Thüringer Energie hat den Gewerbekunden vor Pfingsten unter dem Label „ThüringenStrom.gewerbe“ ein sauberes Vertragsangebot gemacht. „Vertrag ausfüllen, zurücksenden und profitieren!“, steht auf dem Deckblatt. Bis zum 29. Mai sollen die Kunden unter Zeitdruck unterschreiben.

Der Nettopreis für den Hochtarif erhöht sich von 17,36 ct auf 23,11 ct/kWh, also um satte 33,1 %.

Für den Niedertarif erhöht sich der Nettopreis von 14,45 ct auf 20,97 ct/kWh, also um 45,1 %

Der Grundpreis erhöht sich netto von 89,11 ct/kWh auf 123,53 ct oder um 38,6 %.

Wärmepumpen sind durch hohe Subventionen für Windkraftanlagen und Photovoltaik endgültig dabei unwirtschaftlich zu werden, obwohl sie energetisch sinnvoller und wirtschaftlicher arbeiten als die Kraftwerke für nachhaltig instabile Energie.
Die Energiewende koste nicht mehr als eine Eiskugel, hatte Jürgen Trittin 2004 als Bundesumweltminister verkündet. Er hat sich offensichtlich verplappert. Er meinte sicher eine Eisdiele.

Update am 27.05.2015:

Die Thüringer Energie hat sich dazu gemeldet und auf den nach wie vor geltenden Tarif für Wärmepumpen hingewiesen. Warum nicht gleich im Vertragsangebot?

Sehr geehrter Herr Dr.-Ing. Prabel,

zu Ihrem Beitrag „Wärmepumpen – die Stiefkinder der Energiewende“ möchten wir folgendes richtig stellen: Das von Thüringer Energie unterbreitete Angebot ThüringenStrom.gewerbe richtet sich an Gewerbekunden und deren gewerblichen Verbrauch.

Für den wirtschaftlichen Betrieb von Wärmepumpen bieten wir nach wie vor mit ThüringenStrom.therm einen speziellen Tarif mit 17,36 ct/kWh im Hochtarif, 14,56 ct/kWh im Niedertarif und mit einem Grundpreis von 89,11 EUR/Jahr (die genannten Preise sind Nettopreise, alle Details zu unseren Tarifen können sie unter www.thueringerenegie.de einsehen).

Wir würden uns freuen, wenn Sie dies in Ihren Veröffentlichungen korrigieren. Vielen Dank!

Gern können Sie vor künftigen Veröffentlichungen zu uns Kontakt aufnehmen, um derartige Missverständnisse von vornherein auszuschließen.

Letzteres ist richtig. Dann darf man das allerdings nicht über Pfingsten versenden! W.P.