Von der Perserbraut zum brisanten Song

Vorgestern hatte ich gemeckert, daß es so wenig revolutionäre Musik gibt. Es ist aber in der Weltgeschichte immer so: Wenn eine Frage gestellt wird, sind die Antworten schon auf dem Weg. Oder die Frage wird erst gestellt, wenn die Antwort gerade ins Netz gestellt wurde.

Ich habe hier mal eine Antwort gefunden: Den brisanten Song von Lisa Fitz.

Lisa hat den Song gleich in daylymotion eingestellt, warum kann man sich denken. Merkels tiefer Staat wird alles daran setzen zu zensieren und die Freiheit zu unterdrücken. Die Maasi hat alles unter Kontrolle. Fast alles. Es beginnt wieder das Katz-und-Maus-Spiel, das die Regierungsfaschos nur verlieren können.

Fitz ist seit etwa 1980 die produktivste bayrische Kabarettistin mit 2.500 Auftritten. Ihre Karriere begann ziemlich links mit einer Zusammenarbeit mit Franz Xaver Kroetz, der einer DKP-Mitgliedschaft (1971-1980 war er als Salonstalinist in diesem SED-Ableger) gerade entschlüpft war. Bekannt wurde er 1986 als Baby Schimmerlos in „Kir Royal“. Unvergessen, wie er zusammen mit Herbie (Dieter Hildebrandt) als Weihnachtsbaum verkleidet dem schlittenfahrenden milliardenschweren Tycoon Banz hinterherspioniert, um hinter die „geheimen Perversionen des reichsten Mannes der Republik“ zu kommen. Es stellte sich raus, daß die ganze Elitistenblase schwul war. Baby bekam im Film eine halbe Million Schweigegeld und mußte die Story kenzeln.

Das Liedgut von Lisa Fitz war 1981 noch multikulti: „Mein Mann ist Perser“. Tatsächlich war sie einige Jahre mit Ali Khan verheiretet. Ein Hauch des Orients. Hier ein Video aus der Zeit:

Nun ist Lisa Fitz mit ihrem brisanten Song den politischen Perversionen der reichsten Männer der Welt auf der Spur. Der Soros-Verschwörung und den elitären Bilderbergern. Davos und Hamburg haben bei ihr hart verkackt. Denn irgendwie muß man sich ja treu bleiben, daß sich der Kreis schließt.

Ich hab gestern Abend mit meiner Freundin über Revolution und Musik diskutiert. Sie ist nicht unerfahren, denn sie hat bereits mit 15 Jahren im „Kaffee Moskau“ in der Stalinallee dem Bänkelsänger Biermann zu Füßen gessessen. Unser gemeinsames Ergebnis: Man muß mit den Künstlern, wenn sie wirklich was können, großzügig sein. Was hat der Wolf Biermann alles für einen Schmarrn gesungen, er hat sich ja selbst davon distanziert. Trotzdem konnte niemand den Mächtigen so wirksam an die Wäsche.

Sindermann, du blinder Mann

Das ist der Verner-Paul, ein Spatzenhirn mit Löwenmaul

Er prognstizierte dem Politbüro das Ende und das ist nach 20 Jahren auch so gekommen. Wenn Lisa Fitz mit irgendwelchen Positionen nicht deckungsgleich mit der eigenen Meinung ist: Darüber muß man knallhart hinwegsehen. Mit Erbsenzählerei funktioniert keine Revolution. Es beginnt jetzt die Zeit, wo Dissidenten vom Mainstream abfallen. Wo Künstler umschwenken. Das haben wir in der späten DDR hundertfach gehabt, und es war für die SED ein richtiges Problem. Künstler gahnzen ja nach Ruhm und Nachruhm. Was gibt es da besseres, als den schlagzeilenträchtigen Kampf mit Stasi und Maasi. Noch einmal Biermann in der Stasi-Ballade:

-kurzgesagt: die Sicherheit
sichert mir die Ewig
sichert mir die Ewig
sichert mir Unsterblichkeit