Das Europa der zwei Geschwindigkeiten

Beim Besuch einer Bar kann jeder Europäer nach seiner Facon selig werden. Der Londoner Hipster in einer aufgemotzten Pinkelbude, der ungarische Pferdehirte – der Csikós (gesprochen Tschikoosch) – lóháton a koczmába, trinkt seinen Palinka auf dem Pferd in der Kneipe.

Ist das nicht das Europa der zwei Geschwindigkeiten, von dem immer die Rede ist, wenn Osteuropa als rückständig und traditionell beschrieben wird? Und der Westen als fortschrittlich und hip?

Als ehemaliger Nutzer von Weimarer Trockenklos bin ich ziemlich ekelresistent. Aber meinen Wein vor den Kacheln einer Strullwand mit Pinkelrinne genießen? Ist dekadent…