Alternativen zu Facebook

Schon vor einiger Zeit hatte ich mich auf vk.com angemeldet. Es hat ein Weilchen gedauert, bis ich raushatte, wie man einen Eintrag da richtig einstellt. Inzwischen ist das Problem gelöst. Ist halt schwierig ohne deutsche Gebrauchsanweisung. Russisch habe ich zwar fast zehn Jahre von 1966 bis 1975 gelernt, aber erstmalig nach 40 Jahren 2015 gebraucht. In Israel, wo es Zweitsprache ist. Da war natürlich inzwischen einiges an Vokabular verschüttet. Aber es ist schon erstaunlich, wieviel man nach einer Woche Tel Aviv wieder kann.

Inzwischen habe ich auf vk einige Abonnenten. In der Lügenpresse wurde zuweilen behauptet, daß dort die pösen Rechten unterwegs sind. Ich konnte bisher aber im Kommentarbereich nichts Anstößiges bemerken. Geht recht bürgerlich zu.

Thomas Böhm hatte darauf aufmerksam gemacht, daß es jetzt auch in Amerika eine zensurfreie Plattform gibt. USA.Life. Ich habe mich probeweise mal angemeldet und festgestellt, daß das Posten von Inhalten kinderleicht ist. Auch dort habe ich noch nichts von unpassablen Kommentaren und von Zensur bemerkt, bin aber auch erst ein paar Tage dabei.

Kath.net und Jouwatch sind von Facebook nach USA.Life umgezogen, weil sie künstlich in der Reichweite beschränkt worden sind. Das ist mir natürlich nicht passiert, weil ich so eine Maasi-Versagersoftware wie Facebook nie genutzt habe. Zuckerberg war mir von Anfang an zu unsolide und PC. Er ist irgendwie verfassungsfeindlich und ruiniert das eigene Geschäft, wenn er Meinungen kanalisiert. Auch wenn er das nur auf Druck der alten Hexe aus der Uckermark tut. Sie hält Hensel Zuckerberg in ihrem Käfig gefangen und fühlt immer mal, ob er für die Mindestbesteuerung schon fett genug ist. Fehlt nur noch Gretel.

Weiterhin haben sich Jürgen Fritz, Tatjana Festerling und Wolfgang van de Rydt (Opposition24) bei USA.Life angemeldet. Für Vollständigkeit kann ich mich nicht verbürgen. Ich habe nur ein paar Stichproben gemacht. Die zunehmende Zahl der  sozialen Netzwerke vertieft natürlich die Spaltung der Gesellschaft und die Bildung von immer mehr Parallelgesellschaften. Die Zeit wo sich alle auf Facebook trafen und es noch ein paar Kontakte über Lagergrenzen hinweg gab sind vorbei. Wenn so ein Marktplatz wie Facebook erst mal zerstört ist, gibt es kein Zurück.

Facebook selbst gab die deutschen Nutzerzahlen im Februar 2016 mit 28 Mio. an. Juni 2017 waren es 30 Mio., Sept. 2017 31 Mio. Im Sept. 2018 waren 32 Mio. erreicht. Anfang 2018 war die Übergangsfrist abgelaufen, innerhalb derer die Unternehmen die Forderungen des NetzDG erfüllen müssen. Seltsamerweise stagniert die Nutzerzahl von Facebook seitdem.

Zu den in Deutschland wohnenden Nutzern von VK.com gibt es keine belastbaren Zahlen. Es dürften nach Gerüchten weniger als 300.000 sein. USA.Life ist zu neu, um schon mit Nutzerzahlen zu pranzen. Es wurde erst Mitte 2018 begonnen. Da von Facebook etwa 70 Millionen Amerikaner von Zuckerberg ausgebremst worden sind, ist etwas Luft nach oben. In Deutschland sowieso auch.

Mit dem Umzug auf VK oder USA.Life sind nicht alle Probleme gelöst, wenn man seinen Wohnsitz in Deutschland und eine deutsche e-Mail-Adresse hat. Zwar ist man die Reichweitendrosselung los, auch das Liken wird wieder möglich, die halbstaatlichen Zensurbehörden können jedoch bei bestimmten Inhalten auch ausländische Unternehmen für Sanktionen vorschlagen. Da liegt die Latte allerdings etwas höher als bei Facebook.

Denn Dr. Merkel & Co kommen natürlich zunehmend in Schwierigkeiten, wenn sie ihre Überwachungstätigkeit auf immer mehr Portalen leisten müssen. Viele freie Gedanken auf immer mehr Marktplätzen sind des Spitzels Tod.

Rechtsamwalt Steinhöfel hatte 2017 kurz vor der Bundestagswahl mal mit dem Gedanken gespielt, daß sich FDP, AfD und Linke im Bundetag gemeinsam gegen das NetzDG koordinieren. Ich hatte vor ein paar Tagen bei den drei Parteien mal angefragt, ob sie diesbezüglich untereinander Kontakt aufgenommen haben. Die Linke hat so geantwortet:

Hallo Herr Prabel,

ganz sicher gibt es auch einmal inhaltliche Ansatzpunkte, die wir mit der FDP-Fraktion besprechen. Das ist in der Vergangenheit auch mehrfach so geschehen. Aber Ebenso sicher werden wir KEINE Absprachen mit der AfD führen oder deren Fraktion gar noch eine Bühne für ihre populistischen Auftritte geben. Es grenzt schon wirklich an Frechheit, wenn gerade diese Partei, die Von „Lügenpresse“ und „Staatsmedien“ spricht, sich plötzlich für die Pressefreiheit stark macht. Tut mir leid, da haben wir aber unsere Prinzipien.

Mit besten Grüßen, Axel Goldmann, Mitarbeiter für Öffentlichkeitsarbeit

Die FDP war noch etwas kürzer:

Sehr geehrter Herr Prabel,

vielen Dank für Ihre Nachricht. Zur „Linken“ haben wir den Kontakt aufgenommen zur „AFD“ allerdings nicht. Sollten Sie noch weitere Fragen haben, stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen, Dominique Hill, Freiraum – Bundesgeschäftsstelle

Also ich denke im Bundestag kommt es nicht zu einer Verteidigung der Meinungsfreiheit. Linke und FDP haben zusammen nur 20 % der Abgeordneten. Das reicht nicht um initiativ zu werden. Die Meinungsfreiheit kann nur außerparlamentarisch wiederhergestellt werden. Wir müssen den Hintern hochkriegen und Facebook verlassen.