Michel Barnier könnte Manfred Weber verdrängen

Michel Barnier ist ein 1951 geborener französischer Republikaner und als solcher der Europäischen Volksaprtei zuzurechnen. In Frankreich war er in seinem langen politischen Leben Außenminister, Umweltminister, Europaminister und Landwirtschaftsminister.

In der EU-Kommission war er Kommissar für Regionalpolitik und institutionelle Reformen, Kommissar für Binnenmarkt und Dienstleistungen, Sonderberater der EU-Kommission für europäische Verteidigungs- und Sicherheitspolitik, Chefunterhändler der EU-Kommission bei den Austrittsverhandlungen mit dem Vereinigten Königreich und Vizepräsident der Kommission.

Den Deutschen war bei der Europawahl versprochen worden, daß einer der beiden Spitzenkandidaten Präsident der Kommission werden wird. Aber da hat Berlin die Rechnung wohl ohne seine „Freunde“ gemacht.

In Paris und in anderen Ländern will man Weber nicht. Präsident Macron würde wohl unerwartete Unterstützung erhalten, wenn er einen neuen erfahrenen und besonnenen Kandidaten favorisiert. Es geht darum jemanden zu finden, der ein faires und ausgewogenes Verhältnis zu jedem Land der EU herstellen kann und entsprechende Unterstützung im Rat findet. Es scheint sich eine neue Mehrheit zu etablieren, an Deutschland vorbei.

Man sollte nicht gleich von einer Achse sprechen oder einem neuen Bündnis, dazu ist die EU derzeit zu labil. Es ist eher eine ausbaufähige punktuelle Zusammenarbeit, die möglich scheint.

Michel Barnier wird in Brüssel in den letzten Tagen zunehmend erwähnt.