Berlin: Staatsanwaltschaft in „Beef“ eingewickelt

Zu den guten alten Traditionen des Raps gehört „Beef“. Das sind branchenübliche Beleidigungen, die seit Menschengedenken vom Staat als Folklore geduldet werden. Der Rapper Fler hat sich im Laufe seiner langen Karriere mit Eko Fresh, Bushido, Kay One, Kollegah, Farid Bang, Capital Bra, Sido und Bonez MC verbal angelegt, also mit dem ganzen who ist who der zeitgenössischen klassischen Musik.

Derzeit gilt es sein neues Album – Coluzzi – zu promoten. Da kam eine RTL-Schlampe – so ein branchenüblicher Nickname für junge Damen – gerade recht, die Fler auf einem Berliner Trottoir bedrängt hatte. Ihr Kameramann soll in Notwehr zerlegt worden sein. Aktuell griff die Staatsanwaltschaft in den ganzen Battle ein und verhaftete den Künstler. Ich habe das Wort Künstler mal nicht in Gänsefüßchen gesetzt, weil er sein Geld durch Dummachen seiner pubertären Anhänger selbst verdient. Aber nun ist Fler durch die Mithilfe der Staatsanwaltschaft bei der Werbung für das neue Album doch noch Staatskünstler geworden. Freiwillig? Unfreiwillig?

Wurde die Staatsanwaltschaft gar bestochen, damit sie mitwirkt? In Berlin weiß man nie. Die Kommentatoren des Videos sind auch verwirrt: „Es soll in Berlin ganze Stadtteile geben die in den Händen von kriminellen RTL Kameraclans sind“. „Wenn er dann heute abend entlassen wird, kann endlich erzählen, wie der Knastallltag so läuft, über die vielen Geschichten, die er dort erlebt hat, über das korrupte System und über die Wärter, die ALLE für Bushido arbeiten.“ „Ich hoffe, dass diesmal das SEK da war. Sonst beschwert sich Herr Fler wieder, dass es keine Gangster Rapper würdige Festnahme war.“

Kemal K. kommentierte: „Mein Neffe ist 11 Jahre alt. Er sagt er hört kein Deutsch rap seit 6 Monaten. Ich so: warum. Er so: das sind alle Pussys seit letztem Sommer.“