Die Steuereinnahmen im März 2020

Wolfgang Schmidt, Staatssekretär im Bundesministerium der Finanzen schrieb im Monatsbericht für den März: „Die Steuereinnahmen lagen im März 2020 um 1,8 % niedriger als im Vorjahresmonat. Aber die umfänglichen ökonomischen Auswirkungen des Mitte März in Deutschland begonnenen Shutdowns werden erst in den folgenden Monaten das Steueraufkommen sichtbar beeinträchtigen. Dagegen dürfte das Aufkommen der Steuern vom Umsatz mit einem Rückgang um 10,8 % sowie das Aufkommen der Bundessteuern (-8,3 %) bereits durch die aufgrund der Corona-Krise beschlossenen steuerlichen Maßnahmen, hier insbesondere die Rückzahlung von Umsatzsteuersondervorauszahlungen und Stundungen, betroffen sein. Für eine Reihe von Steuern (veranlagte Einkommensteuer, Lohnsteuern, Ländersteuern) waren noch deutliche Zuwächse zu verzeichnen. Auch hier werden sich die negativen Effekte aber im Laufe der nächsten Monate einstellen.“

Die Lohnsteuer stieg gegenüber dem Vorjahresmonat noch um 4.8 %, die veranlagte Einkommenssteuer um 3,3 %. Bis zum 10. März wurde die Lohnsteuer für Februar bei der Finanzkasse abgeliefert. Herbe Rückgänge gab es bei der Körperschaftssteuer (minus 16,7 %) und bei der Umsatzsteuer einschließlich Einfuhrumsatzsteuer (minus 10,8 %). Fast alle Bundessteuern gingen zurück, vor allem die Tabakssteuer (minus 18 %), die Luftverkehrsabgabe (minus 56,7 %) und die Versicherungssteuer (minus 39,6 %).

Die Ländersteuern (z.B. Grunderwerb- und Erbschaftssteuern) stiegen noch kräftig um 16,3 %. Bemerkenswert ist die Entwicklung der Zölle: Sie sanken im ganzen Monat heftig. Der Außenhandel war nach dem Börsenbeben ab 24.2.2020 und vor dem Shutdown am 20.03.2020 stark rückläufig. Eigentlich war der Shutdown in der Industrie dem fehlenden Nachschub an Teilen aus dem Nicht-EU-Gebiet geschuldet, während der bei den Dienstleistungen mehr dem von oben verordneten Seuchenschutz zuzuschreiben ist.

Der März ist gemessen an den Umständen fiskalisch noch glimpflich abgelaufen.

Eine despektierliche Bemerkung kann ich mir nicht ganz verkneifen: Man könnte das Nicht-EU-Gebiet wieder wie früher „NSW“ nennen, nichtsozialistisches Wirtschaftsgebiet. Das war damals schon eine sehr unscharfe, aber immerhin aufwertende Bezeichnung.

Und noch eine Beobachtung ist interessant: Die Tabaksteuer war noch im Januar und Februar gestiegen. Haben einige Raucher im März wegen dem Virus Angst um ihre Lunge bekommen? Seis drum.

 

Grüße an den Verfassungsschutz. Hört auch auf mit Rauchen, bleibt gesund!