Arbeitslosigkeit im Juni moderat gestiegen

Der Juni ist ein Monat, wo die Arbeitslosigkeit saisonal bedingt eher sinkt. In diesem Jahr war das erwartungsgemäß nicht der Fall.

Im April war die Zahl der Arbeitslosen um 415.000 im Vergleich zum Vorjahresmonat auf 2,64 Mio gestiegen. Im Mai stieg die Arbeitslosigkeit auf 2,81 Mio, im Juni auf 2.85 Mio. das waren 637.000 Gemeldete mehr, als vor einem Jahr.

Das Stellenangebot ist um 227.000 auf 570.000 gefallen.

Die Unterbeschäftigung war im April um 184.000 auf 3,47 Mio. gestiegen, im Mai auf 3,57 Mio. und im Juni auf 3,60 Mio, das waren 439.000 mehr gegenüber dem Vorjahr.

In der Unterbeschäftigung werden zusätzlich zu den registrierten Arbeitslosen auch die Personen erfasst, die nicht als arbeitslos im Sinne des Sozialgesetzbuches (SGB) gelten, weil sie Teilnehmer an einer Maßnahme der Arbeitsförderung oder kurzfristig erkrankt sind. Die von der Agentur Betreuten haben sich in Jahresfrist also um 1.076.000 Betroffene auf 6,45 Mio vermehrt.

Wir stehen vor der Urlaubszeit, ab Juli nimmt die Zahl der Neueinstellungen gewöhnlich etwas ab. Trotzdem ist die Arbeitsagentur gedämpft optimistisch für das zweite Halbjahr. Mit dem Ende des Shutdowns sei das Schlimmste überstanden, so die Argumentation.

Ich denke, daß die eigentliche Stunde der Wahrheit kommt, wenn die Schonfrist für die Insolvenzanmeldungen Ende September ausläuft. Für einige Branchen, die sommerliches Saisongeschäft haben, wird auch der Winter hart werden, weil man dieses Jahr ohne finanzielle Reserven in die kalte Jahreszeit gehen wird. Die Kurzarbeitsregelung hat sich wie schon in der Finanzkrise bewährt, die Bezugsdauer betragt 12 Monate und kann in der Stunde der Not verlängert werden. Gegen Insolvenzen hilft das Instrument jedoch nicht.

 

Grüße an den V-Schutz. Die fetten Jahre sind zu Ende, nach Kanzler Merkel kommt die Wende.