Arbeitslosigkeit auch im Juli leicht gestiegen

Im April war die Zahl der Arbeitslosen um 415.000 im Vergleich zum Vorjahresapril auf 2,64 Mio gestiegen. Im Juli erreichte sie 2,91 Mio., 635.000 mehr als im Vorjahresjuli.

Das Stellenangebot ist gegenüber dem Vorjahr um 226.000 auf 573.000 gefallen.

Die Unterbeschäftigung war im April um 184.000 auf 3,47 Mio. gestiegen, im Juli wurde die Unterbeschäftigung für 3,66 Mio. Leute gezählt, 465.000 mehr als im Vorjahr.

In der Unterbeschäftigung werden zusätzlich zu den registrierten Arbeitslosen auch die Personen erfasst, die nicht als arbeitslos im Sinne des Sozialgesetzbuches (SGB) gelten, weil sie Teilnehmer an einer Maßnahme der Arbeitsförderung oder kurzfristig erkrankt sind. Die von der Agentur Betreuten haben sich in Jahresfrist also um 1.100.000 Betroffene auf 6,57 Mio vermehrt. Das offizielle Ende des Shutdowns und die Umsatzsteuersenkung haben bei der Arbeitsverwaltung noch keine Wende bewirkt.

Geprüfte Anzeigen für Kurzarbeit gab es im Juli für 193.000 Beschäftigte. Im Vorjahresjuli waren es nur etwa 26.700 Beschäftigte, für die Kurzarbeit angemeldet wurde. Die Anzeigen aus den Vormonaten seit März (für etwa 12 Mio. Beschäftigte) sind natürlich nach wie vor wirksam.

Ein scheinbares Paradoxon bestimmt die regionale Verteilung der Arbeitslosigkeit. Von den MSM sind uns die hippen Tauns wie Berlin, Jena, München  und Hamburg lange Jahre als Treibhäuser für Startups und innovative Kulturfabriken angepriesen worden. Derzeit ist gerade in den Metropol- und Großstadtregionen die Arbeitslosigkeit kräftig angesprungen, währen sie im bayrischen Hinterwald an der böhmischen Grenze abgenommen hat, und in strukturschwachen Gebieten nur mäßig gestiegen ist. Die Prignitz, Ostfriesland, der Kyffhäuserkreis und Jericho stehen plötzlich besser da. Das hängt wesentlich mit der Berufsstruktur zusammen. Besonders betroffen von Kündigungen sind Gastronomie, Handel, Instandhaltung von Kfz. und Dienstleistungen, wie sie vor allem in Städten angeboten werden, während das Bauwesen und das Handwerk auf dem Orte die Beschäftigung stabilisiert haben.

Ich denke, daß die eigentliche Stunde der Wahrheit erst kommt, wenn die Schonfrist für die Insolvenzanmeldungen Ende September ausläuft. Für einige Branchen, die sommerliches Saisongeschäft haben, wird auch der Winter hart werden, weil man dieses Jahr ohne finanzielle Reserven in die kalte Jahreszeit gehen wird. Die Kurzarbeitsregelung hat sich wie schon in der Finanzkrise bewährt, die Bezugsdauer betragt 12 Monate und kann in der Stunde der Not verlängert werden. Gegen Insolvenzen hilft das Instrument jedoch nicht.

 

Grüße an den V-Schutz. Die fetten Jahre sind zu Ende, nach Kanzler Merkel kommt die Wende.