Aufstand der Rechtsanwälte

Genosse Lenin merkte süffisant an, daß die deutschen Revolutionäre eine Bahnsteigkarte lösen würden, bevor sie illegal in den Zugverkehr eingreifen. Die Zeit ist hundert Jahre vorangeschritten und es ist noch viel schlimmer gekommen: Sie kaufen sich ein Strafgesetzbuch. Szenen aus Süddeutschland:

Der Söder läuft immer wieder in die Frauenverhaftungsfalle. Das sind wirklich unschöne Bilder. Er wird von den Freiheitsfreunden in einen Kleinkrieg verwickelt und als Grobian in den Senkel gestellt. Das entspricht so dem Klischee, das noch vom Derblecken stammt und von dem Schauspieler Stephan Zinner derb geschnitzt wurde. Söder, der ungehobelte Franke. Nicht immer wurde das zum Pläsier des Söders aufgeführt. Nachdem er mal insistiert hatte, wurde er in der Paulanerbrauerei auf dem Nokherberg weichgespülter in Szene gesetzt.

Und nun darf die Verhaftete nicht mit ihrem Anwalt sprechen: Ein gefundenes Fressen. Damit wird der gefühlte Kanzlerkandidat ganz übelst ins Unrecht gesetzt.

Im Osten, wo die Bundesrepublik eh nicht mehr als Rechtsstaat wahrgenommen wird, ist dieser juristische Hickhack undenkbar. Im Süden ist es die Scheidung zwischen dem rechtsgläubigen Kleinbürger und dem aus geringfügigem Anlaß autoritär auftretenden Staat in der Ausprägung eines Rosenkriegs.

Der Söder verschleißt seine fränkische Macht in zahlreichen Kleingefechten mit oberbayrischen, niederbayrischen und schwäbischen Rechtsbeiständen.

 

Grüße an den V-Schutz: „Die Zeiten sind schwer, das Schwert ist nicht bei der Waage mehr.“ (Fr. v. Schiller, 1800)