Beherbergungsgewerbe auf Talfahrt

Der eine oder andere Leser wird sich wundern, daß ich so viel von der Wirtschaftskrise und so wenig von den griechischen Inseln berichte. Es ist jedoch so, daß in der Lügenpresse ein Ungleichgewicht herrscht. Wirtschaftsnachrichten werden nur veröffentlicht, wenn sie positiv sind. Die meisten Fakten sind jedoch ausgesprochen unschön. Destatis berichtete über das Beherbergungsgewerbe:

Gästeübernachtungen, Juli 2020
45,4 Millionen Übernachtungen
-22,8 % zum Vorjahresmonat

Von Januar bis Juli 2020 konnten die Beherbergungsbetriebe insgesamt 162,5 Millionen Übernachtungen verbuchen (-42,2 % gegenüber dem Vorjahreszeitraum). Lediglich 142,1 Millionen Übernachtungen inländischer Gäste wurden in diesem Zeitraum verzeichnet (-38,3 %). Noch deutlicher ist der Einbruch bei der Gruppe der ausländischen Gäste: 20,4 Millionen Übernachtungen bedeuteten hier ein Minus von 59,9 %.

Die Krise wirkt sich in den einzelnen Betriebe recht ungleich aus. In Oberbayern und an den Küsten war die Auslastung im Juli, einem klassischen Ferienmonat, ganz gut. Übernachtungen in Flughafenhotels und überhaupt großstädtischen Betrieben nahmen dagegen sehr ab, weil Fernreisen und Großveranstaltungen wie Messen, Konzerte sowie alle möglichen Events ausfielen.

Eigentlich müßten die Hotels und Pensionen das durch den Shutdown entstandene Loch gerade jetzt im Sommer zuschütten. Das funktioniert aber nicht. Ständig wird von der zweiten Welle gefaselt und das Publikum verschreckt. Viele Leute haben heuer auf Reisen verzichtet. Dazu kommen Abstandsregeln, die die Auslastung zum Beispiel von Campingplätzen reduzieren.

Für das vierte Quartal sehe nicht nur ich schwarz, sondern auch zahlreiche Branchenvertreter aus meinem Bekanntenkreis. Es ist eh immer ein Vierteljahr mit geringeren Umsätzen. Die Hoteliers gehen ohne ein Gramm Speck auf den Rippen in die kalte Zeit. Mieten, Abschreibungen, Annuitäten, Energiekosten, Grundsteuern, GEZ, Abfall- und Rauchfangkehrergebühren laufen weiter, als wäre nichts gewesen. Nur die Umsätze stottern.

Es ist eine Branche, wo man sich ohnehin keine dickvergoldeten Füße verdienen kann. Die Kämmerer, welche die kommunale Gewerbesteuer kassieren, wissen das. Von Beherbergungsbetrieben kommt traditionell wenig bis nichts. Der Exbürgermeister und Inhaber eines Lehrstuhls für Kommunalökonomie Helmut Schröer aus Trier klärte mich 1990 auf. Die 450 Gaststätten und Hotels brachten für die Trierer Stadtfinanzen so gut wie nichts. Erst seitdem sich nach dem Bau der Autobahn etwas Industrie angesiedelt hatte, ging es der Stadt finanziell besser.

Mit Krediten wird man einer ertragsschwachen Branche nicht helfen können. Mit permanenten Horrorszenarien in den Staatsmedien auch nicht. Es wird Zeit, daß Dr. Merkel im Frankfurter Flughafenhotel übernachtet und flugs nach Chile verschwindet.

 

Grüße an den V-Schutz. „Chile, das Land am Ende der Welt, wo der Teufel seinen Poncho verlor.“ (chilenisches Sprichwort)