Die Arbeitslosigkeit im August

Im April war die Zahl der Arbeitslosen um 415.000 im Vergleich zum Vorjahresapril auf 2,64 Mio gestiegen. Im Juli erreichte sie 2,91 Mio., 635.000 mehr als im Vorjahresjuli. Jetzt liegen die Zahlen für August vor: 2,96 Mio, 636.000 mehr als im Vorjahresaugust.

Die Unterbeschäftigung war im April um 184.000 auf 3,47 Mio. gestiegen, im Juli wurde die Unterbeschäftigung für 3,66 Mio. Leute gezählt, 465.000 mehr als im Vorjahr. Im August betrug sie 3,69 Mio., 487.000 mehr als im Vorjahr.

In der Unterbeschäftigung werden zusätzlich zu den registrierten Arbeitslosen auch die Personen erfasst, die nicht als arbeitslos im Sinne des Sozialgesetzbuches (SGB) gelten, weil sie Teilnehmer an einer Maßnahme der Arbeitsförderung oder kurzfristig erkrankt sind. Die von der Agentur Betreuten haben sich in Jahresfrist also um 1.123.000 Betroffene auf 6,65 Mio vermehrt.

Geprüfte Anzeigen für Kurzarbeit gab es im August für 170.000 Beschäftigte. Die Anzeigen aus den Vormonaten seit März sind natürlich nach wie vor teilweise wirksam. So wurden im April für 5,98 Mio Beschäftigte Kurzarbeitergeld bezahlt, im Mai für 5,82 Mio und im Juni für 5,36 Mio. Für Juli und August liegen noch keine Zahlen vor. Wenn man mit der Lehman-Krise 2008/2009 vergleicht, so ist die Auswirkung auf die Arbeitsgelegeheiten in 2020 wesentlich erheblicher. Damals waren nur 1,5 Mio. in Kurzarbeit.

Ein besonders hohes Wachstum der Arbeitslosigkeit gegenüber dem Vorjahr gab es in Bayern, Baden-Württemberg und Berlin, weniger betroffen war der Osten.

Nach meinen Recherchen werden im Moment Arbeiter für einfache Tätigkeiten im Bauwesen händeringend gesucht, während zunehmend Geisteswissenschaftler und Künstler auf dem Schlauch stehen.

Schon der IW-Report 32/19 hatte vor der sog. Pandemie gewisse Schwächen der Geisteswissenschaften auf dem Arbeitsmarkt aufgedeckt, überwiegend mit Zahlen aus dem Zensus 2016:

Befristung von Beschäftigung entsteht meistens bei sog. „Projekten“, das sind geförderte „Maßnahmen“, wie Studien zu Orchideenthemen, Begleitung von Stadtentwicklung, aus-dem-Boden-stampfen von Leuchttürmen der Kultur oder des Sozialwesens. Es kann aber auch ein banaler Grafittikurs sein.  Zwei meiner Bekannten werden die Orte aus Abscheu nie wieder betreten, wo sie bei Projekten beschäftigt waren. Zwei weitere sind inzwischen verückt geworden, eine hat eine feste Anstellung im öffentlichen Dienst ergattert. Mit 40.

Derzeit sinkt die Zahl von neu angestoßenen „Projekten“ wegen Haushaltssperren, anspringenden Sozialausgaben, den Anforderungen der Asylindustrie und sinkenden Steuereinnahmen.

Solange die Schonfrist für die Insolvenzanmeldungen aufrecht erhalten wird, gibt es zahlreiche potemkinsche Betriebe, die so tun als ob, tragfähige Geschäftigkeit vortäuschen und sogar Energie und Betriebsstoffe verbrauchen, ohne daß sie wirklich lebensfähig sind. Insofern sind alle Startistiken mit Vorbehalt zu genießen. Dick und Doof haben erst mal den Vorhang der Verdrängung vor das covidianische Zombieschauspiel in einigen Unternehmen gezogen, vielleicht noch bis zur nächsten Bundestagswahl.

 

Grüße an den V-Schutz. Die fetten Jahre sind zu Ende, nach Kanzler Merkel kommt die Wende.