Auch der Februar war für den Fahrzeugbau ein Desaster

Noch im November wurde die Pkw-Produktion des Vorjahresmonats ausnahmsweise übertroffen, im Dezember war dieser Effekt schon wieder verpufft. Der Rückenwind durch die Mehrwertsteuersenkung ließ langsam nach. Was die Auguren schon lange geahnt hatten: Mit dem Ende der Mehrwertsteuersenkung und angesichts der bizarren und überstürzten Elektrifizierungspropaganda ist die Produktion erneut eingebrochen.

Der Verband der Automobilindustrie führt den Rückgang auf die Schließung der Autohäuser und auf die Mehrwertsteuererhöhung zurück. Nach meiner Beaobachtung waren die Autohäuser gar nicht geschlossen. Ich habe einen Batteriewechsel durchführen lassen und es war offen. Was die Umsatzsteuer betrifft, da stimme ich dem Verband schon eher zu. Ansonsten hatte der Februar 2020 zwar 30 Tage und der Februar 2021 nur 28, die Zahl der Arbeitstage war jedoch gleich, so daß kalendermäßig nichts zu bereinigen ist.

Man muß mal knallhart aussprechen was ist: Die Produktion geht dramatisch zurück, sie war schon vor Kórona rückläufig. Wenn man den Februar 2021 mit 2018 vergleicht: Ein Rückgang von 37 %, der vor allem der Abgaspolitik der EU zuzuschreiben ist. Deutschland muß umgehend aus der EU austreten, um zu retten, was noch zu retten ist.

Aus den Meldungen des Verbands der deutschen Automobilindustrie (VDA) für Pkw:

Februar 2021: Produktion 323.600 Fahrzeuge

Das waren minus 17 % gegenüber Februar 2020 und minus 26 % gegenüber Februar 2019.

Januar 2021: Produktion 262.800 Fahrzeuge

Das waren minus 23 % gegenüber Januar 2020 und minus 30 % gegenüber Januar 2019.

Dezember 2020: Produktion 280.800 Fahrzeuge

Das waren plus 1 % gegenüber Dezember 2019 und minus 6 % gegenüber Dezember 2018.

November 2020: Produktion 449.900 Fahrzeuge

Das waren plus 7 % gegenüber November 2019 und minus 2 % gegenüber November 2018.

Oktober 2020: Produktion 382.300 Fahrzeuge

Das waren minus 2 % gegenüber Oktober 2019 und minus 14 % gegenüber Oktober 2018.

September 2020: Produktion 369.300 Fahrzeuge

Das waren minus 11 % gegenüber September 2019 und minus 8 % gegenüber September 2018.

August 2020: Produktion 203.100 Fahrzeuge

Das waren minus 35 % gegenüber August 2019 und minus 34,5 % gegenüber August 2018.

Juli 2020: Produktion 334.000 Fahrzeuge

Das waren minus 6 % gegenüber Juli 2019 und minus 12 % gegenüber Juli 2018.

Juni 2020: Produktion 300.800 Fahrzeuge

Das waren minus 20 % gegenüber Juni 2019 und minus 39,4 % gegenüber Juni 2018.

Mai 2020: Produktion 151.500 Fahrzeuge

Das waren minus 66 % gegenüber Mai 2019 und minus 65 % gegenüber Mai 2018.

April 2020: Produktion 10.900 Fahrzeuge

Das waren minus 97 % gegenüber April 2019 und minus 98 % gegenüber April 2018.

März 2020: Produktion 287.900 Fahrzeuge

Das waren minus 36,5 % gegenüber März 2019 und minus 39,7 % gegenüber März 2018.

Februar 2020. Produktion: 388.900 Fahrzeuge

Das waren minus 11,6 % gegenüber Februar 2019 und minus 24,3 % gegenüber Februar 2018.

Januar 2020 PKW-Produktion: 341.60o Fahrzeuge

Das waren minus 8,4 % gegenüber Januar 2019 und minus 24,7 % gegenüber Januar 2018

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Kann es manchmal sein, daß es ein Unbehagen auf der Käuferseite gibt?

Die Aktienkurse von BMW, Daimer und VW sind längst wieder auf Vor-Kórona-Niveau. 2017 machte BMW einen Gewinn von 13,12 € pro Aktie, 2020 vermutlich um 5,80 €. Für Daimler sind die entsprechenden Zahlen 9,84 und 3,37, für VW 22,65 und 17,60.

Angesichts der Produktionszahlen stellt sich mir die Frage: Ist das der Beginn einer fundamentalen Entfremdung zwischen Herstellern und Käufern oder nur ein langgestrecktes konjunkturelles Tal? Wir werden das in den Folgemonaten sehen.

Übrigens hatte Tesla im Januar verheerende Verkaufszahlen in Deutschland (453 Stück). An der Stärke der amerikanischen Konkurrenz liegt die deutsche Schwäche nicht. Warum Tesla die Fabrik in Grünheide noch fertigbaut erschließt sich mir nicht. Wahrscheinlich wegen den Fördergeldern.

 

 

Schöne Grüße an den V-Schutz. „Das Elektroauto ist ein Fahrzeug für Reiche; die Armen müssen mit öffentlichen Verkehrsmitteln fahren.“ (Heiko Barske, Leiter der VW-Konzernforschung, Autozeitung 20/1991)