Interessante Fahrzeugbauer

In den letzten drei großen Wirtschaftskrisen hat sich erwiesen. daß modische Torheiten sich nicht rechnen. Die Jünger des Nemax kamen 1998 bis 2000 unter die Räder, die Gläubigen des Investmentbankings verloren 2008/2009 viel Geld und die Globalisierungsfestischisten wurden 2020 aus der Kalten erwischt. Wer nicht ferngesehen hat und keine Zeitung gelesen, wer sich von Journalisten und anderen falschen Propheten nicht zur Narrheit hat verführen lassen, ist durch alle drei Unglücksfälle unbeschadet gekommen.

Derzeit wird in den medialen Traumfabriken aus Glaubensgründen für drei Industriekirchen gebetet:

  • Impfstoffe / Gentechnik
  • Elektromobilität
  • Wasserstofftechnik

In allen drei Kolumnen ist der Höhepunkt der Euphorie bereits Vergangenheit. Anfang Februar wurden irre Aktienkurse erreicht, die mit den Realitäten bei Umsatz, Gewinn und Zukunftschancen nicht mehr das geringste zu tun hatten.

Inzwischen ist es allgemeine Erkenntnis, daß mit Spritzen kaum Geld zu verdienen ist, daß Tesla sich den Markt mit anderen Autobauern wird teilen müssen, die teilweise staatlichen Rückenwind haben und daß der Eintritt in die Wasserstoffwelt mühsamer und steiniger ist, als gedacht. Der Kurs von Tesla ist in drei Monaten von 728 auf 515 gefallen, was 30 % Verlust ausmacht. Für den Wasserstoffpionier NEL ging es von 3,26 auf 2,12 abwärts, also sogar um 35 %.

Ich möchte heute mal ein paar konservative Ideen aus dem Fahrzeugbau vorstellen, mit denen man in der nächsten Delle weniger Sorgen haben dürfte.

Seit Jahren beobachte ich die Vergaben von Feuerwehrfahrzeugen in unserem Landkreis. Sehr oft erfolgt der Zuschlag an die österreichische Firma Rosenbauer. WKN: 892502. Der Umsatz steigt seit Jahren überschaubar, aber kontinuierlich, das Ergebnis ist sehr konstant, die Dividende schwankte zwischen 1,68 und 3,75 %. Das Eigenkapital lag bei 22 %. Im Shutdownjahr wurden Umsatz und Gewinn noch einmal gesteigert. Brennen tuts halt immer. Mit solchen Risiken wie dem Elektroantrieb wird sich die Firma nicht wirklich beschäftigen müssen, weil wenns brennt, muß es fix gehen.

Ein Bereich, der sich der Elektrifizierung aus Gewichtsgründen auch eine Weile widersetzen dürfte ist der Motorradbau. Da führen die Japaner Suzuki, Honda, Kawasaki und Yamaha. Es gibt übrigens auch schon ein Elektromotorrad von Harley-Davidson, aber das läuft nicht so gut, wie das ganze Unternehmen, das 2020 nichts verdient hat.

Es ist mir leider nicht gelungen aus dem BMW-Geschäftsbericht den Motorradanteil zu erschließen. Er ist zu dick, man geht im Kartoffelkraut der politischen Rechtfertigungen unter und findet das Wesentliche nicht. Die Japaner kommen dagegen schnell auf den Punkt. Bei Suzuki wurden 2020 etwa 6,9 % des Umsatzes mit Motorrädern gemacht, 90,5 % mit Autos. Bei Yamaha Motor wurden 66,1 % des Umsatzes mit Motorrädern, Freizeitfahrzeugen und Elektrofahrrädern erzielt, daneben werden Drohnen, Boote, Scheeräumgeräte, Golfcars, Rollstühle und Autoteile hergestellt.  Bei Honda macht der Motorradbereich 13,0 % des Umsatzes aus, der Automobilbereich exakt 70 %. Bei Kawasaki Heavy macht die Motorradherstellung 20,5 % aus.  Weiterhin stellt Kawasaki Präzisionsmaschinen, Luftfahrttechnik, Gasturbinen, Tunnelbohrmaschinen, LNG-Tanks, Garnituren für den Shinkansen und Lokomotiven her. Bei Yamaha und Kawasaki ist die derzeit riskante Pkw-Fertigung völlig sekundär.

Nun ist auch nicht jeder Elektromotor des Teufels. In Verbindung mit dem Verbrenner kann man damit leben, wenn die Fahrzeuge nicht zu teuer sind. In der Hybridtechnik sind die Japaner preislich gut aufgestellt. Die genannten Firmen sind alle solide finanziert und können die nächsten Jahre risikoärmer über die Runden kommen, als die EU-Hersteller, unter anderem, weil sie große Anteile auf den asiatischen Märkten haben und teilweise einen interessanten Mix von Geschäftsfeldern aufgebaut haben, was die Resilenz erhöht.

Nur so eine Anmerkung: Deutsche Konzerne beschäftigen sich in den Geschäftsberichten mehr mit Geschlechterfragen, Luftbestandteilen  und Pensionsrückstellungen, als mit Absatzmärkten, Geschäftsfeldern und Kundenwünschen. Das ist so ein fataler Eindruck beim Durchblättern. Schöntun vor den Parasiten von den NGOs halt, Verschwendung von Arbeitskraft auf Nebenkriegsschauplätzen. Das kann man alles ins Homeoffice verlagern. Wenn die Bearbeiter zu Hause Netflix gucken, Taschenbillard spielen oder Videospiele machen, geht der Welt nichts verloren.

Ich sehe für den E-Fahrzeugbau harte Konkrrenz, dünne Margen und sehr unterschiedlich abgesicherte Zugänge zu den erforderlichen Rohstoffen wie Kupfer, Platin, Palladium, Rhodium, Lithium, Kobalt, Nickel und seltene Erden. Selbst der Eisenerz- und der Kohlepreis erreichen angesichts der erforderlichen Investitionen ungeahnte Höhen. Die Idee eine deutsche Batterieproduktion aufzubauen finde ich angesichts der offenen Fragen bei der Rohstoffversorgung interessant. Auch die Motorenpäpste Dudenhöfer und Indra hegen den einen oder anderen Zweifel.

 

Grüße an den Inlandsgeheimdienst: “E-Mobile sind der letzte Notnagel für Leute, die glauben, unbedingt Auto fahren zu müssen.” (Heinrich Blümel, Umweltbundesamt 1991)