Die Kurzarbeit ist im Winter 2020/21 deutlich gestiegen

Die Wirtschaftstätigkeit und der Konsum heben sich im zweiten ewig hingezogenen Shutdown deutlich verringert. Der Trend der Kurzarbeit (Zahlen liegen bis Januar 2021 vor) zeigt wegen den sog. „Maßnahmen“ wieder deutlich nach oben.
Ab März 2021 vergleiche ich nicht nur mit dem Vorjahresmonat, sondern auch mit dem vor zwei Jahren:

Zahl der Arbeitslosen:

März 2021: 2,83 Mio, 492.000 mehr als im Vorjahresmärz, 530.000 mehr als März 2019
Februar 2021: 2,90 Mio, 509.000 mehr als im Vorjahresfebruar
Januar 2021: 2,90 Mio, 475.000 mehr als im Vorjahresjanuar
Dezember 2020: 2,71 Mio, 480.000 mehr als im Vorjahresdezember.
Juli 2020 2,91 Mio., 635.000 mehr als im Vorjahresjuli
April 2020 2,64 Mio, 415.000 mehr als im Vorjahresapril.

Die Zahl der Langzeitarbeitslosen (1,01 Mio) stieg besonders stark: Um 41,4 % von Februar 2020 auf Februar 2021. Auch die der Bedarfsgemeinschaften ist um rund 70.000 gestiegen, nachdem sie jahrelang gesunken war.

Unterbeschäftigung:

März 2021: 3,62 Mio, 344.000 mehr als im Vorjahr, 370.000 mehr als März 2019
Februar 2021: 3,69 Mio, 359.000 mehr als im Vorjahr.
Januar 2021: 3,68 Mio, 354.000 mehr als im Vorjahr.
Dezember 2020 3,53 Mio., 363.000 mehr als im Vorjahr.
Juli 2020 3,66 Mio., 465.000 mehr als im Vorjahr.
April 2020, 3,47 Mio., 184.000 als im Vorjahr.

In der Unterbeschäftigung werden die Teilnehmer an einer Maßnahme der Arbeitsförderung und Malade gezählt.

Kurzarbeitergeld:

Monat Kurzarbeiter Mio Arbeitsausfall % Arbeitsausfall Vollzeit Mio
April 6,01 48 2,88
Mai 5,73 40 2,29
Juni 4,63 39 1,80
Juli 3,32 38 1,26
August 2,55 36 0,92
September 2,22 36 0,81
Oktober 2,01 38 0,76
November 2,38 48 1,14
Dezember 2,39 51 1,22
Januar 2,85 ? ?

Nicht saisonbereinigt belief sich der Bestand an offenen Arbeitsstellen im März auf 609.000. Das waren 82.000 weniger als vor einem Jahr.

Seit Beginn des aktuellen Beratungsjahres am 1. Oktober 2020 haben insgesamt 322.800 Bewerberinnen und Bewerber die Ausbildungsvermittlung der Agenturen und der Jobcenter bei der Suche nach einer Ausbildungsstelle in Anspruch genommen. Das waren 46.000 weniger als im Vorjahreszeitraum.

„Ein Grund für die sinkenden Bewerbermeldungen, und dabei vor allem der aktuellen Schulabgängerinnen und Schulabgänger, dürfte darin bestehen, dass sich Jugendliche trotz vorhandenen Ausbildungsinteresses nicht bei der Berufsberatung/Ausbildungsvermittlung melden, weil die gewohnten Zugangswege z. B. über Kontakte in der Schule wegen der Pandemie versperrt sind und persönliche Beratungsgespräche kaum möglich sind.“ So die Agentur.

„Die Kontakteinschränkungen wirken sich auch auf die Anzahl von Bewerberinnen und Bewerbern im Kontext von Fluchtmigration aus. Von Oktober 2020 bis März 2021 waren 21.300 junge Menschen, die in Deutschland Zuflucht gesucht haben, als Bewerberinnen und Bewerber gemeldet und suchten mit Unterstützung einer Arbeitsagentur oder eines Jobcenters eine Berufsausbildung. Das entspricht einer Abnahme von 3.100 gegenüber dem letzten Berichtsjahr (-13 Prozent)“.

Nach den Daten des Statistischen Bundesamtes sank der Umsatz des Baugewerbes im Januar 2021 nominal um 13,9 %, real um 15,5 %. Die Aufträge gingen um 1,2 % zurück. Ungünstig wirkten sich 2 Arbeitstage weniger sowie 13 Schneetage aus, die Tiefbaubetriebe mußten pausieren. Im Februar kamen noch einmal 10 Schneetage hinzu. In Mühlhausen wurden minus 26 Grad gemessen. Von November bis März ist für solche Fälle in der Bauwirtschaft das Saison-Kurzarbeitergeld eingeführt worden.

Seit dem Novembershotdown hat sich die teure Kurzarbeit auf hohem Niveau verfestigt. Irgendwann wird der Alo-Beitrag ansteigen, vermutlich erst nach der Bundestagswahl. Auch die Anzeige der Insolvenzen wird wohl bis dahin vertagt. Es warten zahlreiche Überraschungseier. Die ersten drakonischen Steuererhöhungen sind bereits zum 1.1.2021 in Kraft getreten, für den 1. Juli wird mit der neuen Grundsteuer gerechnet.

 

Grüße an den Inlandsgeheimdienst. Angesichts der Zahlenwerke ist anzunehmen, daß die Grenzöffnung 2015  sehr mutig war. Dr. Merkel hat mögliche volkswirtschaftliche und finanzielle Risiken, die nun eingetreten sind, offensichtlich unterschätzt.