Die Automobilindustrie hat Angst vor der Klimahysterie

Im April wurde die Pkw-Produktion des Vorjahresmonats übertroffen, aber was war das für ein Vorjahresapril! Die Produktion war im vorigen Jahr fast vollständig zusammengebrochen. Die letzten Monate, in denen annähernd Vorkórona-Zahlen erreicht wurden, waren der Oktober und November.

Aus den Meldungen des Verbands der deutschen Automobilindustrie (VDA) für Pkw:

April 2021: Produktion 316.200 Fahrzeuge

Das waren plus 2701 % gegenüber April 2020 und minus 22 % gegenüber April 2019.

März 2021: Produktion 373.900 Fahrzeuge

Das waren plus 29 % gegenüber März 2020 und minus 18 % gegenüber März 2019.

Februar 2021: Produktion 323.600 Fahrzeuge

Das waren minus 17 % gegenüber Februar 2020 und minus 26 % gegenüber Februar 2019.

Januar 2021: Produktion 262.800 Fahrzeuge

Das waren minus 23 % gegenüber Januar 2020 und minus 30 % gegenüber Januar 2019.

Dezember 2020: Produktion 280.800 Fahrzeuge

Das waren plus 1 % gegenüber Dezember 2019 und minus 6 % gegenüber Dezember 2018.

November 2020: Produktion 449.900 Fahrzeuge

Das waren plus 7 % gegenüber November 2019 und minus 2 % gegenüber November 2018.

Oktober 2020: Produktion 382.300 Fahrzeuge

Das waren minus 2 % gegenüber Oktober 2019 und minus 14 % gegenüber Oktober 2018.

September 2020: Produktion 369.300 Fahrzeuge

Das waren minus 11 % gegenüber September 2019 und minus 8 % gegenüber September 2018.

August 2020: Produktion 203.100 Fahrzeuge

Das waren minus 35 % gegenüber August 2019 und minus 34,5 % gegenüber August 2018.

Juli 2020: Produktion 334.000 Fahrzeuge

Das waren minus 6 % gegenüber Juli 2019 und minus 12 % gegenüber Juli 2018.

Juni 2020: Produktion 300.800 Fahrzeuge

Das waren minus 20 % gegenüber Juni 2019 und minus 39,4 % gegenüber Juni 2018.

Mai 2020: Produktion 151.500 Fahrzeuge

Das waren minus 66 % gegenüber Mai 2019 und minus 65 % gegenüber Mai 2018.

April 2020: Produktion 10.900 Fahrzeuge

Das waren minus 97 % gegenüber April 2019 und minus 98 % gegenüber April 2018.

März 2020: Produktion 287.900 Fahrzeuge

Das waren minus 36,5 % gegenüber März 2019 und minus 39,7 % gegenüber März 2018.

Februar 2020. Produktion: 388.900 Fahrzeuge

Das waren minus 11,6 % gegenüber Februar 2019 und minus 24,3 % gegenüber Februar 2018.

Januar 2020 PKW-Produktion: 341.60o Fahrzeuge

Das waren minus 8,4 % gegenüber Januar 2019 und minus 24,7 % gegenüber Januar 2018

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Die Zulassungszahlen schwächeln nach wie vor: Der Pkw-Markt im April 2021 stellt das zweitniedrigste Marktvolumen (das niedrigste war 2020) in einem April im wiedervereinigten Deutschland dar.

Der Verband jammert über die Brüsseler Bürokraten und das Klimaurteil des BVerfG:

Die Transformation der deutschen Automobilbranche hin zu E-Mobilität kann mehr Arbeitsplätze kosten, als Beschäftigte in den kommenden Jahren in den Ruhestand gehen – und dies schon ohne die Folgen der überstürzten aktuellen Diskussion um ein neues Klimaschutzgesetz absehen zu können. Bis zum Jahr 2025 sind mindestens 178.000 Beschäftigte betroffen, bis 2030 mindestens 215.000 Arbeitsplätze – und dies schon auf der Basis der bisherigen Klimaschutzgesetze. Der Eintritt ins Rentenalter kann einen Teil abfedern, aber es bleibt eine erhebliche Lücke im Arbeitsplatzangebot. Rund 75.000 Beschäftigte werden bis 2025 in den Ruhestand gehen. Bis 2030 wird die altersbedingte Fluktuation ca. 147.000 Beschäftigte betreffen. Das ist das Ergebnis einer Studie des ifo Instituts im Auftrag des Automobilverbandes VDA.

Die Zahlen zeigen, welche enorme Herausforderung bei der Anpassung vor allem bis zum Jahr 2025 vor uns stehen. Bis 2030 können mehr als 200 000 Arbeitsplätze gerade in der mittelständischen Zulieferindustrie wegfallen, die unter den aktuellen Bedingungen nicht neu geschaffen werden können. Erschwerend kommt hinzu: Bedingt durch hohe Steuern und Abgaben, hohe Energiekosten und mangelnde Investitionen in Bildung fällt Deutschland im internationalen Standortwettbewerb immer weiter zurück. Wir sind ins Hintertreffen geraten und haben Rahmenbedingungen, die weder Innovation noch Investitionen ausreichend fördern. Wir müssen die Chance nutzen unsere Klimapolitik mit Innovationen und Technologieoffenheit zum Wachstums- und Jobmotor zu machen, nur so kommt Deutschland wieder an die Spitze und kann Beschäftigung sichern.“, erklärt VDA-Präsidentin Hildegard Müller.

Sowohl in Deutschland als auch in Europa stehen entscheidende klimapolitische Entscheidungen an. „Wir brauchen eine klare Gesetzesfolgenabschätzung, Technologieoffenheit und Innovationen um die Herausforderungen am effizientesten bewältigen zu können. Wir setzen neben den hohen Investitionen in den Hochlauf der E-Mobilität auch auf Wasserstoff und eFuels. In diesen Bereichen gibt es große Potenziale für Innovationen und Beschäftigung. Und mit diesen Technologien können auch Verbrennungsmotoren klimaneutral betrieben werden. Unsere Unternehmen treiben die Transformation – mit Überzeugung und mit Kreativität. Die Politik sollte diese Chancen erkennen“, so Müller.

 

Schöne Grüße an den Inlandsgeheimdienst. „Das Elektroauto ist ein Fahrzeug für Reiche; die Armen müssen mit öffentlichen Verkehrsmitteln fahren.“ (Heiko Barske, Leiter der VW-Konzernforschung, Autozeitung 20/1991)