Die Außenhandelspreise im Juli 2021

Was die Import- und Exportpreise betrifft müssen wir nicht nur mit 2020 sondern auch mit 2019 vergleichen, um mit der Welt von gestern (vor dem Angriff des Weltwirtschaftsforums auf die gute Ordnung) einen sinnvollen Zusammenhang herzustellen.

Im Juli waren die Importpreise gegenüber Juli 2020 um 15,0 % gestiegen, gegenüber Juli 2019 immerhin um 7,3 %.

Die Exportpreise waren gegenüber Juli 2020 um 6,3 % gestiegen, gegenüber Juli 2019 um 3,9 %.

Bei den Importpreisen haben vor allem Rohstoffe, insbesondere Energierohstoffe (die man angesichts der Energiepolitik der NGOs angeblich nicht mehr benötigt) den Index nach oben getrieben. Die deutsche Wirtschaft kommt langsam in eine Schere von teuren Vorprodukten und geringer Abwälzung dieser Kosten auf den Endkunden. In der Außenhandelsbilanz deutet sich das bereits an. Auch in den Bilanzen vieler Unternehmen hinterläßt das jüngst Spuren.

Der Großhandel ist dazu übergegangen Preise fast täglich neu zu stellen. Baubetriebe können nur noch vernünftig kalkulieren, wenn sie selbst Lagerhaltung betreiben. Nicht alle haben die Möglichkeiten dazu. Noch vor 33 Jahren war es im Osten üblich, daß der Jahresvorrat an Material aufgeschatzt wurde. Das verlangte erhebliche Aufwändungen für Baulichkeiten und das Einlagern selbst.

Vor ein paar Tagen war ich beim TÜV. In einer großen Halle war die Hubbühne aufgebaut und Fahrzeuge abgestellt. Der TÜV-Prüfer fragte mich, was früher in dieser Halle gemacht wurde. Sie war das Elektrolager eines Baubetriebs. Sie war vollgestellt mit Regalen, in denen ordentlich wie bei den Sieben Zwergen Kabel, Lampen, Abzweigdosen, Klemmen, Schutzrohre, Muffen und alles was das Herz des Elektromonteurs begehrt zu finden war. Wehe, wenn etwas fehlte! Dann ging das Tauschen mit anderen Betrieben los.

Ein anderer Aspekt: Unternehmen flüchten vor den extrem steigenden Energiekosten. Gerade wird auf dem Balkan schon wieder der große Neubau eines Schweinfurter Traditionsbetriebs eröffnet. Die Verkehrsanlagen (Straßenanschluß und Parkplätze) werden morgen vollendet. Die deutschen NGO-Medien berichten über solche Tendenzen nicht, damit das Ausmaß der Deindustrialisierung hierzulande nicht bekannt wird.

Ein weiterer Effekt sind höhere Zölle und Umsatzsteuern, ohne daß diese eine höhere Leistung abbilden. Beträgt die Einfuhrumsatzsteuer 60 Mrd. € im Jahr, so hat der Staat bei 15 % Preiserhöhung Mehreinnahmen von 9 Mrd. €. Das ist nicht gerade ein Pappenstiel.

 

Grüße an den Inlandsgeheimdienst: „Gedanken sind zollfrei. Aber man hat doch Scherereien.“ (Karl Kraus)