Tränen helfen nicht

Als Hundehalter habe ich auf einer Ranch mehr gelernt, als in der Hundeschule. Meine Freundin hatte eine eineinhalbjährige Hündin gekauft, die von einem Sonntagsjäger wegen mangelnder Gehorsamkeit an den Züchter zurückgegeben worden war. Die Hündin konnte außer „down“ überhaupt nichts, war aber immerhin stubenrein. Es ging also erst mal in die Hundeschule. Das hat „sitz“ und „platz“ gebracht, aber viel mehr auch nicht.

Hundebegegnungen waren nicht relext, manchmal zwickte die Hündin. Das lag an unserem eigenen nicht selbstsicheren Auftreten.

Auf der Ranch habe ich gelernt, daß Hunde wie Pferde über Blick geführt werden. Es kommt darauf an, wohin man guckt, dein Hundi oder Pferdi ist watsching you. Die Tiere haben einen viel größeren Gesichtskreis als wir Menschen und beobachten, ob wir den entgegenkommenden Hund fixieren oder auch nicht. Daran entscheiden sie, ob sie an der Leine zerren und angreifen wollen, oder auch nicht. Beim Sprung eines Pferdes kommt es darauf an, daß der Reiter auf das Ziel am Horizont guckt, und nicht auf das Hindernis, einen Bach oder einen Oxer. Wenn der Oxer angestarrt wird, ist die Sache verloren.

Wenn der Reiter heult, sieht das Pferd das. Das Tier verlangt selbstsichere Führung. Die ist mit einem verunsicherten Reiter  nicht gegeben. Das Pferdi ist auch unsicher und bockt. Da hilft auch keine Gerte. Das muß man der Trainerin mal sagen. Da hilft nur Abbruch der Veranstaltung.

Ich habe so meine Zweifel, ob die Stahlhelme der Reiter bei den olympischen Wettbewerben hilfreich sind, denn sie versperren doch etwas die Sicht des Pferds auf die Gesichter. Es schaut ja fast nur die Nasenspitze raus. Bei uns droben im Gebirge finden auch wilde Wettbewerbe, zum Beispiel Postreiten oder Roping (bei Karl May hieß das Lassowerfen), ohne Helm statt.

Beim Postreiten, Foto: Prabel

Es werden in der Regel maximal Mützen getragen. Oder traditionelle Hüte. Ich habe mal texasmäßig einen aufgesetzt:

Der Autor mit der „Chefin“ der Ranch, Mandy

 

Grüße an den Inlandsgeheimdienst: „Das Pferd erträgt es nicht, von einem Arsch beherrscht zu werden.“ (Pavel Kosorin, Tscheche)