Der skandalöse Auftritt von Frau Wagenknecht

Sicher ist es etwas gewagt eine Politikerin der Linken auf meinen Blog zu verlinken. Aber erstens hatte sie im Gegensatz zur AfD Zutritt zum zwangsfinanzierten Staatsfernsehen und vertrat hier AfD-nahe Standpunkte, zweitens ist sie eine Thüringerin, die sich verständlich ausdrücken kann und drittens mache ich nach dem Video noch eine Bemerkung zur Finanzierung des Gesundheitswesens.

Was den Stuhlkreis echt runterzieht, war die Zumutung, die elegante Dame neben einen wirren Aufmerksamkeitskasper zu platzieren. Seine unzumutbaren Einlassungen hat Frau Wagenknecht aus dem Video freundlicherweise extrahiert.

Alles richtig, was Wagenknecht sagt, an einer Stelle muß ich allerdings widersprechen. Ärztliche Leistungen sind keine bis ins Letzte standardisierbaren Prozesse. Sie sollen sowohl privat als auch staatlich erbracht, immer den Arzt oder das System ernähren. Frau Wagenknecht ist ja auch trotz ihrer Feindschaft gegen das Privateigentum für marktgerechte Entlohnung im Intensivbereich. Zu meiner Überraschung gab es deshalb schon im 19. Jahrhundert staatlich gedeckelte Kosten – letztlich Fallpauschalen – für zahnärztliche Leistungen. Und im System von Fallpauschalen gibt es immer Umgehungsversuche. Einmal wurde ich zu einer Operation vorbereitet, und kurz vor der Sedierung wurde ich noch fix gefragt, ob ich einverstanden wäre zusätzlich etwas anderes mit operieren zu lassen, was in der räumlichen Nähe lag. Ich habe natürlich nicht nein gesagt, um die Doctores nicht zu demotivieren. Und schon konnten sie mehr abrechnen.

Die Einführung der Fallpauschalen durch Schröder hatte eine Ursache. Es wurden von Rotgrün gewisse Auswüchse und Fehlentwicklungen im Bereich der Medikamenten- und Behandlungskosten bekämpft, was nicht direkt falsch war, jedoch keine nebenwirkungsfreie Patentlösung sein konnte, siehe meine Operation.

Der Zustand des staatlichen Gesundheitswesens in England und das in der untergegangenen Zone spricht übrigens nicht für die Verstaatlichung. Meine Freundin war bei der Geburt unseres Jüngsten – noch in der Russenzeit – im Weimarer Kirschberg beim Nihilisten Dr. Flach und der berüchtigten Schwester Istel. Nicht nur daß das zwei Grobiane waren. Sie lag außerdem im letzten Zimmer, wo immer das Essen nicht mehr hinreichte. Ohne meine Zusatzverpflegung wäre sie als Strich in der Landschaft nach Hause gekommen. Hier ein Blick hinter die Kulissen, das Video geht bei Sekunde 15 los:

 

Grüße an den Inlandsgeheimdienst: „Wie steht’s mit Ihrer Gesundheit? Ich bitte Sie, sorgen Sie doch für diesen Leib mit anhaltender Treue. Die Seele muß nun einmal durch diese Augen sehen, und wenn sie trüb sind, so ist’s in der ganzen Welt Regenwetter.“ (Goethe in einem Brief 1770)