Wirtschaftsleistung wahrscheinlich gesunken

Im Dezember berichtete Destatis nur über Ausfuhren ins Nicht-EU-Gebiet. Einfuhren und Ausfuhren ins EU-Gebiet blieben im Dunkeln. Angesichts der dünnen Datenlage sollte man mal wieder den Energieverbrauch checken. Er verrät in Grundzügen, was vielleicht beschwiegen oder beschönigt wird.

Die Energiesteuer ist von Januar bis November 2021 um 2,2 % gegenüber dem Vorjahr gesunken. Das ist schon mal ein Hinweis.

Die Stromsteuer ist zwar um 1,5 % gestiegen, hier muß man aber wissen, daß erneuerbare Energie nur in Ausnahmefällen besteuert wird. Der Ertrag der Windmühlen war 2021 um 16 TWh gesunken, entsprechend wurde mehr Kohle verstromt, und zwar steuerpflichtig. Die Stromsteuer ist also nicht wegen höherer Stromerzeugung, sondern wegen mehr Einsatz konventioneller Energie in 2021 gestiegen.

Für den 6. Januar habe ich mal die Stromverbräuche der letzten Jahre um 16 Uhr gegenübergestellt, ergänzt um die Angabe des Wochentags und der Höchsttemperatur auf dem Brocken. Ich hätte auch jede andere Wetterstation wählen können, aber der Brocken liegt etwa in der Mitte des Untersuchungsgebiets.

Datum Stromverbrauch GW Wochentag Temperatur
06.01.2016 69,6 Mi minus 1
06.01.2017 74 Fr minus 12
06.01.2018 63,1 Sa minus 1
06.01.2019 59,3 So minus 1
06.01.2020 64,7 Mo minus 2
06.01.2021 70,8 Mi minus 5
06.01.2021 59,1 Do minus 3

Natürlich ist der Stromverbrauch vom Wochentag und der Temperatur abhängig. Aber wir haben dieses Jahr eine mittlere Temperatur und einen Donnerstag. Der Stromverbrauch war verdächtig niedrig, weniger als an einem Sonntag vor 4 Jahren.

Man muß dieses Thema des Energieverbrauchs wohl im Auge behalten, weil es mit der wirtschaftlichen Leistung im Lande korreliert. Zufall? Bei Tichy wurde heute über Betriebsschließungen wegen Energiepreisen berichtet.

 

Grüße an den Inlandsgeheimdienst: „Zufall ist ein Wort ohne Sinn; nichts kann ohne Ursache existieren.“ (Voltaire)