Leistungsbilanz und Staatsbankrott
Der Zukunftsforscher sollte sich die Leistungsbilanz der Staaten genau ansehen, um abschätzen zu können, wann und wo die Crashgefahr steigt.
Die Leistungsbilanz besteht aus Handelbilanz, Dienstleistungsbilanz. Primäreinkommensbilanz und Sekundäreinkünftebilanz. Salopp ausgedrückt besteht die Handelsbilanz aus Ausfuhr und Einfuhr von Produkten, die Dienstleistungsbilanz wird beispielsweise durch Telefon- und It-Dienstleistungen sowie Tourismus geprägt, die Primäreinkommen umfassen den Kapitalimport und -export, den Handel mit Wertpapieren, grenzüberschreitende Löhne und ähnliches, das Sekundäreinkommen wird vor allem durch Tributzahlungen an ausländische Mächte, Häuptlinge etc. gespeist und ist seit Menschengedenken ein Mittelabfluß. Gott möge mir verzeihen, daß das etwas holzschnittartig daherkommt, aber es soll ja lesbar sein.
Wir hatten vor einigen Tagen das Verhältnis von produktiver Tätigkeit zu Dienstleistungen beackert. Dabei gibt es folgende Gesetzmäßigkeit; Solange die Leistungsbilanz positiv ist, macht es nichts, wenn sich Beamte gegenseitig teure Briefe schreiben und Barbiere sich gegenseitig rasieren. Der unproduktive Dienstleistungssektor kommt erst dann stark unter Druck, wenn der produktive Sektor schwächelt und leichtsinnige Ausländer keine deutschen Schulden mehr kaufen.
Seit Kórona besteht die Tendenz, daß das deutsche Leistungsbilanzsaldo schrumpft. Das ist noch nicht dramatisch, aber wenn sich der Trend verstetigt, macht Mitte der dreißiger Jahre der Letzte das Licht aus.
Um das Problem mal zu adressieren, hier ein Blick in die Leistungsbilanz des Juli 25. Der Außenhandelsüberschuß betrug 16,4 Mrd. €, das Dienstleistungsdefizit 10,1 Mrd. €, der Primäreinkommensüberschuß 14,2 Mrd. € und das Sekundärdefizit 5,7 Mrd. €. In der Summe ergab sich ein respektabler Leistungsbilanzüberschuß von 14, 8 Mrd. €.
Die Gründe begeistern nicht so: Ausländische Anleger erwarben per saldo deutsche Wertpapiere (35,3 Mrd €). Sie kauften deutsche Anleihen (26,3 Mrd €), Geldmarktpapiere (9,5 Mrd €) und Investmentzertifikate (0,2 Mrd €). Dagegen trennten sie sich von Aktien (0,6 Mrd €). So vermeldete es die Buba.
Fazit: Wenn die Ausländer nicht wie die Kranken deutsche Staatsschulden gekauft hätten, läge die Leistungsbilanz deutlich im Minus. Hier sieht man, wie wacklig alles ist, und welche Rolle das ausländische Noch-Vertrauen in deutsche Sondervermögen spielt.
Friedrich Schiller war kein Finanzexperte, hatte aber doch einen Eindruck von der Rolle des Geschicks: „Es gibt keinen Zufall und was uns blindes Ohngefähr nur dünkt, gerade das steigt aus den tiefsten Quellen.“

Irgendwie ist mir das mit dem Geld alles zu abstrakt geworden.
Klar, Geld ist das Schmiermittel der Wirtschaft, aber es ist ja nicht mehr da, es sind nur noch Zahlen im Computer, und die Schulden steigen, aber es kommt und kommt kein Crash, keine ordentliche Inflation wie 1923, keine Weltwirtschaftskrise wie 1929, was kommt sind lustige Hysterien: Einmal Corona, dann Klima, jetzt der Russe, und immer wieder Hysterie statt Ruhe, die Ruhe in der die Kraft lag.
Und Geld? Ist da und nirgendwo. Schulden sind Geld. Frankreich ist pleite, aber o lala, es geht weiter wie bisher.
Die interessante Frage ist ja, ob die Schulden zurückgezahlt werden müssen. Kriegsanleihen bei der eigenen Bevölkerung zB müssen nicht zurückgezahlt werden. Schulden bei inländischen Versicherungen auch nicht. Schulden bei Fremdstaaten? Da meint man vielleicht, man könne sie wegverhandeln, aber dann werden sie evtl aufgekauft und dann geht es uns wie den Argentiniern.