2026 wird der ganz große AI- und Rüstungsrausch vorbei gehen
Wirklich kein Grund zum Verzweifeln, eher zum Umsortieren im Aktiensortiment. Einige Gurus nennen das Sektorrotation. Die ganz Großen haben es nicht nötig Dividenden zu zahlen. Man war bei den magischen Sieben immer von Kurssteigerungen abhängig. Die wird es voraussichtlich weniger oder nicht mehr geben. Also Zeit, nach preiswerten Aktien aus defensiven Sektoren zu suchen.
Am Jahresende habe ich ohne Anlageberatung treiben zu wollen folgende Branchenverteilung:
22 % Rohstoffe, vor allem Kupfer, Platin, Silber. Gold und etwas Seltene Erden, Öl, Lithium, Eisenerz und Kohle. Ich erwarte 2026 insbesondere gute Dividenden, denn 2025 haben viele Unternehmen irre verdient und für das Folgejahr Verträge unter Dach und Fach gebracht.
15 % Technologie, vor allem Robotik, Sensorik, Regeltechnik, Halbleitertechnik.
Je 9 % Gesundheit und Lebensmittel, diese Segmente sind derzeit teilweise billig
8 % Telefonie, das sind im Durchschnitt moderat bewertete Dividendenbringer
6 % Mischkonzerne, vor allem aus Japan. Sie sind immer noch günstig
Je 3 % Tabak, Handel, Alkohol, Auto, Versorger, Finanzen und Chemie, 10 % Sonstige Branchen
Regional ist die Verteilung: 25 % US, 24 % Europa ohne Euro, 21 % Eurozone, 16 % Japan und Pazifik, 8 % BRICS, 6 % Sonstige (Kanada, Argentinien, Korea)
Ein gutes Viertel meiner diesjährigen Renditen wurde in Polen, Ungarn und Tschechien erzielt, ein Fünftel mit japanischen Werten. 14 % trug Australien bei. Mit deutschen Unternehmen erzielte ich nur 6 % der Überschüsse.
Meine unübliche regionale Gewichtung kommt zustande, weil ich einige teure Aktien grad aus dem Spiel genommen habe und von Japan sowie Osteuropa schwärme.
Für alle Fälle habe ich ein Fünftel unserer Ersparnisse in zwei Unternehmensanleihen-ETFs investiert. Wenn irgendwas häßliches passiert, ist das eine Stabilisierung.
2025 hatte ich mit meiner etwas unüblichen Gewichtung dasselbe erreicht, wie der MSCI World, also keine Über- oder Unterrendite. Ich hatte allerdings etwas weniger Klumpenrisiko und für 2026 ist es manchmal eine Vorbereitung auf die anstehende Sektorrotation.

Die regionale Verteilung Ihres investierten Kapitals ist also zu 70% in Gebieten angelegt, in denen über Nacht enteignet werden kann. Wenn es sein muss ohne gerichtliches Urteil.
Ist das Mut oder Leichtsinn? Oder anders gefragt: Wiegen die möglichen Gewinne die Risiken auf?
Die Gefahr enteigent zu werden ist wesentlich größer, wenn man sein Geld auf einem deutschen Konto oder in einer deutschen LV hält. Die ganzen sog. Kredite an die Ukraine und der Kohlendioxidablaßhanel sind mir nicht geheuer.
Die Kredite werden an dt. Firmen zurückfließen und dort über überhöhte Löhne samt Steuern und Sozialabgaben in den Bundeshaushalt getrichtert.
Das wurde ähnlich nach dem 1.WK mit Petljura schon einmal durchexerziert (bis es sich dann die Tommies eingesteckt haben).
> Gurus nennen das Sektorrotation.
Normale Leute nennen das „Alles hat seine Zeit“ und das ist eine Binse – Problem ist nur, keiner weiss welche das genau ist. Sie propagieren schon Jahre Rohstoffinvestition, weil das Ihrer bodenstaendigen Natur entspricht. Hat sie es bis jetzt gebracht, im Vergleich zu anderen Assetklassen, sind diese zeitlich so oder ueberhaupt „rotiert“, wie immer und immer wieder vorhergesagt?
Ich wiederum sehe AI noch lange nicht ausgereizt – eher das Gegenteil – zum Teil, weil ich „drin stecke“. Aber auch das sagt nichts Verbindliches und ich mag mich auch irren. Abgerechnet werden kann nur die Vergangenheit und das muss man ehrlich tun. Fuer eine Artikelueberschrift wie oben sollte man etwas Untersetztes bringen, sonst bleibt es vollstaendige Glaskugel/Bauchgefuehl (und das kann schwer irren, wie jeder mit ein paar Jahren Investmentstaetigkeit bestaetigen wird. Man muss aber eben ehrlich zu sich selbst sein).
Zu den „Rotationen“ noch einmal: Wenn man einfachen Zusammenhaengen wie z.B. wirtschaftlichem Erfolg einer Sache von Massstaeben wie „market cap“ etwas abgewinnen kann, dann findet man schnell Finanzinstrumente, die das kosteneffizienter als man selbst abbilden kann. Das was man rebalancing nennt stellt genau solche Aenderungen dar und das machen z.B. alle so fundierten ETFs mehrfach in jedem Jahr. Und das und nur das hat sie so gross gemacht wie sie heute sind. Stumpfe dumme Kostenminimierung, keine Vorhersage, keine Gurumaschen, nix „managed“, ein einfaches Grundprinzip fuer die Wichtung. Allein deswegen ist Reflektion darueber sinnvoll.
Mein daemlicher FTSE All-World hat seit 2020 einen internen Zinsfuss von ueber 10 Prozent. Auch noch gestreckt (ueber Sparplaene) und nie verkauft hat das Ganze jetzt nach knapp sechs Jahren 50% Wertzuwachs. Meine Depots werden immer einfacher, obwohl ich weiterhin einer netten Spekulation hier und da nie abgeneigt bin. Man muss aber das Systematische davon trennen.