Der Steuerertrag 2025

2025 sind bei einer Inflation von rund 2,2 % die Steuern um 4,7 % gestiegen. Dabei gab es einige bemerkenswerte Auffälligkeiten.

Am stärksten legte die Erbschaftssteuer mit 54,3 % zu. Der Ertrag der Erbschaftssteuer ist 2025 so stark gestiegen, primär aufgrund gestiegener Immobilienwerte, die zu höheren Steuerlasten führen. Zudem tragen die seit 2023 verschärften Bewertungsregeln für Immobilien und die Inflation, die bei gleichbleibenden Freibeträgen mehr Vermögen steuerpflichtig macht, zum Anstieg bei. Anpassungen bei der Besteuerung von Betriebsvermögen und Nachlassverbindlichkeiten verstärken diesen Trend. Änderungen und neue Regelungen für die Steuerstundung bei Wohnimmobilien ab 2025 erhöhten das Aufkommen ebenfalls.

Platz zwei bei den Mehreinnahmen errang mit plus 28,7 % die Abgeltungssteuer auf Kapitalerträge. Ein guter Teil des Ertrags enstand wegen dem Erfolg der großen 7 (Amazon, Apple, Microsoft, Alphabet, Meta, Tesla und Nvidia), hatte mit dem Herbst der Reformen von Friedrich Merz also nichts zu tun.

Die drittgrößte Erhöhung mit 18,4 % wies die Grunderwerbssteuer auf. Das lag vor allem daran, daß 2025 die Bemessungsgrundlage für die Grunderwerbsteuer neu definiert wurde. Seither zählen nicht nur der reine Kaufpreis, sondern auch Nebenleistungen wie Maklergebühren und Verpflichtungen zur Bauleistung in die Berechnung hinein. Außerdem wurden bestimmte Kapitalgesellschaften, die bislang von der Steuerpflicht ausgenommen waren, künftig stärker einbezogen.

Und zu erwähnen ist auch der Mehrertrag bei der Lohnsteuer (plus 5,5 %). Er ergab sich vorrangig aus dem Aufwuchs von gut bezahlten Jobs im Staatsapparat.

Eine deutliche Schwäche ergab sich bei den Ertragssteuern. Die Körperschaftssteuer sank um 1,5 %, die nicht veranlagten Steuern vom Ertrag (vor allem auf Ausschüttungen von Unternehmen) gingen um 8,5 % zurück, und die Gewerbesteuerumlage um 1,2 %. Zu den Gewerbesteuereinnahmen selbst gibt es für das Gesamtjahr noch keine Statistik. Wie im Vorjahr dürften die Ertragsänderungen von Bundesland zu Bundesland stark schwanken. Es ist aber unwahrscheinlich, daß die Gewerbesteuer zunimmt, wenn die anderen Ertragssteuer sinken.

Wir müssen auch davon ausgehen, daß ein Teil des Steuerwachstums auf die Schuldenorgie von Kanzler Merz zurückgeht. Der deutsche Bund hat 2025 insgesamt über 140 Milliarden Euro neue Schulden aufgenommen. Diese setzen sich aus einer geplanten Nettokreditaufnahme von knapp 82 Milliarden Euro im Kernhaushalt sowie rund 60 Milliarden Euro aus schuldenfinanzierten Sondervermögen für Infrastruktur und Bundeswehr zusammen. ich schätze mal grob, daß sich daraus ein Steuerplus von 30 bis 40 Mrd. € ergeben hat, das heißt etwa 4 % des Steuerertrags sind darauf zurückzuführen.

Wenn man um Inflation, Steuererhöhungen und Sondervermögen bereinigt, ist der Steuerertrag gesunken. Merz hält sich selbst und die Haushalte von Bund und Ländern mit billigen Tricks über Wasser.