Kir Royal again

40 Jahre ist es her, daß Helmut Dietl und Patrick Süßkind das Drehbuch für 5 der 6 Folgen von Kir Royal geschrieben und verfilmt hatten. Es handelt sich um die fiktiven Abenteuer eines Klatschjournalisten im München der 80er Jahre.

Nach just 40 Jahren habe ich die sechs Folgen noch einmal angeschaut, um zu sehen, wie damals vom Kulturbetrieb der heute obligate Wokismus vorbereitet wurde.

Der Hauptdarsteller Kroetz, der Baby Schimmerlos darstellte, war in den Siebzigern ein kremlhöriger Extremist. Andere Jugendliche erwärmten sich für Mao. Pol Pot oder Ho Chi Min, er trat der moskautreuen DKP bei. In der Hauptrolle des Journalisten konnte er mehrfach seinen sozialistischen Vorurteilen freien Lauf lassen.

Der schwerreiche Kleberfabrikant Heinrich Haffenloher war auf Publicity aus und wollte mit allen Mitteln erreichen, daß eine Story über ihn in der Zeitung platziert wird. Überall wo er aufkreuzte warf er mit Geldscheinen um sich. „Ich scheiß dich zu mit meinem Geld“, drohte er Kroetz an. Da wurde ein mieses Bild des Unternehmers gezeichnet, wie im Fernsehen seit alters her üblich.

Im dritten Teil der Serie besichtigte Kroetz mit seinem alten Bekannten Hubert Dürkheimer, Honorarkonsul einer Bananenrepublik, am Starnberger See ein Seegrundstück mit der baufälligen Villa eines berühmten Kunstmalers. Kroetz sollte als Strohmann beim Kauf der gemeindeeigenen Immbilie aushelfen und, mit dem Geld des Konsuls ausgestattet, als Käufer auftreten. Die windige Transaktion platzte, weil ein Politiker der CSU die Immo für eine Parteistiftung haben wollte.

Die vierte Folge trieb zu einem Zeitpunkt, als die meisten Parteigenossen schon tot waren, antifaschistische Erziehung. Für den Ossi, der 28 Jahre hinter Stacheldraht verbracht hatte, ein unangenehmes deja-vu. Die berühmte Chansonsängerin Claire Maetzig, die Frau, die der jüdische Komponist Friedrich Danzigeer seit 50 Jahren liebte und die sich nach dem Nationalsozialismus geschworen hatte, nie wieder einen Fuß auf deutschen Boden zu setzen, lebte seitdem in Paris. Sie rang sich durch Danziger in München zu besuchen und ihre durchaus berechtigte Abneigung gegen München wurde genüßlich dargestellt.

In der Folge „Königliche Hoheit“ wurde die Königin des fernen Inselstaates Mandalia zu einem Besuch in München empfangen. Die ganze Stadt fieberte ihrer Ankunft entgegen, zumal Königin Kathi eine gebürtige Münchnerin war, die ihre Jugend in kleinen Verhältnissen im Stadtteil Hasenbergl verbracht hatte und nichts ausgelassen hatte. Herbie und Baby gelang es durch Bestechung des Personals, sich in ein Nebenzimmer des Hotels einzunisten, in dem die Königin abgestiegen war. Sie hofften, Sexfotos durchs Schlüsselloch der Verbindungstür schießen zu können. Wider Erwarten empfing die Königin den Schweizer Waffenhändler Hugo Raeber. Der eigentliche Grund ihres Besuches in München war der Einkauf von Kriegsgerät zur Bekämpfung des mandalischen Terrorismus. Auf Zureden von Senta Berger brachte Kroetz die Recherche unter der Schlagzeile „Königin Kathi plant Völkermord“ in die Zeitung und sorgte für einen Eklat. Damit war dem modischen Zeitgeist der 80er mit der Verklärung sog. Befreiungsbewegungen Genüge getan.

In der letzten Folge spionierte Kroetz dem milliardenschweren Kaufhausmagnaten Banz hinterher. Das Ziel: die „geheimen Perversionen des reichsten Mannes der Republik“ aufzudecken. Es wurde kolportiert, daß der medienscheue Banz in der Abgeschiedenheit der Bergwelt einen Lebensstil wie einst König Ludwig II. pflegte. Baby und Herbie legten sich verkleidet als Tannenbäume auf die Lauer, um Banz bei einer seiner nächtlichen Schlittenfahrten mit berittener Fackeleskorte zu fotografieren. Ein Einschleichen in eine schwule Party von Banz scheiterte wegen Verrat. Derweil entdeckte Kroetzens Freundin Senta Berger ihre Eignung für Auftritte in der Lach- und Schießgesellschaft, worin sie von einer schon damals feminstischen Freundin bestärkt wurde. Kroetz war zum Schluß seinen Job und seine Freundin los.

Unter dem Strich gewinnt man einen Eindruck, wie sich in einer reichen Stadt der Sozialismus und die Perversionen einnisten, was nun nach 40 Jahren einen Höhepunkt erreicht hat. Die Zellerzeitung berichtet gestern über die „Hauptstadt mit Herz“: München erwartet den Pleitegayer, der neue Bürgaymeister habe zum Ärgay des abgaywählten Vorgayngers gaywonnen. Die Münchenden seien begaystert.