Der Frosch sitzt gemütlich im wärmer werdenden Wasser
Wer kennt es nicht, die Gleichnis vom gekochten Frosch, der einfach im Wasser sitzen bleibt, während es immer heißer wird. Ob Frösche wirklich so doof sind weiß ich nicht, Sparer sind es.
Seit Ende der 60er Jahre wird der Geldwert durch Ausweitung der Geldmenge systematisch verringert. Das verschärfte sich seit Beginn von Kórona und beschleunigt sich derzeit weiter. Früher konnte die Inflation mit hohen Zinsen noch gestoppt werden, das ist heute angesichts hoch verschuldeter Leute wie Macron oder Meloni immer unmöglicher.
Ein Blick in die Bilanz der deutschen Banken zeigt die andere Seite des Problems. Etwa 4 Billionen Euro liegen als Sichteinlagen und Spargelder bei den Banken rum. Das sind pro Kopf 50.000 €. In der Summe sind natürlich auch Umlaufmittel von Betrieben darin enthalten.
Es gibt aber wirklich Leute, die sehr sparsam leben und sechsstellige Summen auf dem Konto haben. Meine Base kam auf dem Weg zur Sparkasse Altmark-West ums Leben, als sie ein Festgeld prolongieren wollte. Sie ließ ihren Trabant in der Garage stehen und fuhr aus Sparsamkeitsgründen mit dem Fahrrad, eine Windböe erfaßte sie, schleuderte sie auf den Gehsteig und sie war sofort tot. Sie hinterließ viel Geld. Übrigens war sie Wählerin der PDS, was ich nie verstanden habe. Ich frage mich immer warum der Liebe Gott das alles so gefügt hat. Was wollte er mir sagen? Ich habe den Schluß draus gezogen nichts auf den Banken liegen zu lassen, nicht Linke zu wählen und bei Sturm nicht Fahrrad zu fahren.
Es sind oft Rentner und Pensionäre, die auf soviel Geld sitzen. Einmal stand ich vor dem Stadthaus in Apolda, um die Unterstützungsunterschriften für die AfD zu sammeln. Das war 2014 nach der Finanzkrise. Eine Frau, die ich angesprochen hatte, versicherte mir triumphierend im Brustton der tiefsten Überzeugung, daß sie unabhängig von allen Krisen fürs Alter abgesichert sei. Womit hat sie mir nicht verraten.
Ich lese jetzt immer mal von Freiberufler-Versorgungswerken, die bei der Anlage der Rücklagen gescheitert sind und schon seit Jahren stagnierende Renten zahlen. Meine Freundin hat sich 1991 standhaft geweigert in das Architektenversorgungswerk einzutreten und ist bei der gesetzlichen Rente geblieben. Kann sein, daß das gut war. Vielleicht, vielleicht auch nicht.
In den letzten Jahren sind die Sichteinlagen bei den deutschen Banken von 3 auf 4 Billionen gestiegen. Nominal ist das mehr, es liest sich schön auf dem Kontoauszug. Aber real nach Abzug der Inflation ist das immer noch die Kaufkraft von 3 Billionen. Wenn man als Finanzminister geschickt ist, braucht man keine Vermögenssteuer, um die Leut ärmer zu machen. Man druckt einfach Geld.
Nur mal so ein Vergleich: In den USA lagern etwa 20 Billionen Dollar = zum heutigen Wechselkurs 17,4 Billionen € als Sichteinlagen rum. Auf 340 Mio Einwohner verteilt waren das 50.000 €. Das ist ähnlich viel als in Deutschland. Den Unterschied macht aus, daß die Deutschen ansonsten überwiegend in mager verzinsten Lebensversicherungen investiert sind, die Amis in Aktien.
Die Deutschen wollten immer finanzielle Sicherheit, hatten aber die meisten Staatsbankrotte. Mit einer kräftigen Inflation können Klingbeil und Merz den nächsten Staatsbankrott vermutlich noch umgehen. Sie arbeiten offensichtlich mit Hochdruck dran. Aber der Sparer ist dann sein Geld los. Ohne Lastenausgleich und ohne Vermögenssteuer. Ganz langsam wie beim Frosch im Topf.
Im Eurosystem inflationieren entweder alle oder keiner, wobei natürlich die Disziplinierung Restdeutschlands an erster Stelle steht. Um in den übrigen Eurostaaten den Geldwert stabil zu halten, wurde jetzt der „Flutpolder“ Bulgarien geschaffen, wohin erstmal ein paar Fantastilliarden strömen können.
Restdeutschland versucht auszubrechen, indem es abwechselnd laut „Putin, Putin!“ und „Trump, Trump!“ schreit und die Nachbarn in die Hochrüstung zwingen möchte, was die aber schon bemerkt haben und gegensteuern (siehe die komische Fregattengeschichte in NL und die Panzer in F). Auch Flintenuschi wackelt schon.
„Wenn man als Finanzminister geschickt ist, braucht man keine Vermögenssteuer, um die Leut ärmer zu machen. Man druckt einfach Geld.“
Genau das tun sie doch.
Ich finde das nicht geschickt, sondern verantwortungslos, unsozial und geschichtsvergessen.
Apropos … Frosch ! Es wird höchste Zeit, den Politikern zu zeigen “ Wo der Frosch die Locken hat „.
Auch wenn hier das Sparkonto schlecht „geschrieben“ wird, kommt man m.E. nicht umhin, eins zu haben. Meins ist reserviert für Rücklagen, damit man schnell Geld für „Sonderausgaben“ zur Verfügung hat. Ich halte eine Einlage weit über 10000 Euro schon für sinnvoll (geht also in Richtung der genannten Durchschnittseinlage). Dieses Jahr hat mir das geholfen, weil bei mir der Staat mit Steuernachzahlungen „gewütet“ hat (Jahr 2 nach Renteneintritt). Es kommen in der zweiten Jahreshälfte noch saftige Steuervorauszahlungen (in Relation zu Nettorente) hinzu. Auch am Haus kann schnell mal eine teure Reparatur anstehen. Man muss allerdings einen Preis für die Rücklagen zahlen, auch wenn man ein paar mickrige Zinsen bekommt (das ist der Einfluss der Inflation). Das heißt nicht, dass ich keine anderen Anlagen habe, aber mit den Rücklagen erspare ich mir Überlegungen, was ich verkaufen muss, um an das Geld zu kommen (und es fallen keine weiteren Steuern aus dem Verkauf an).
PS Ich habe weitgehend den Gedanken verdrängt, dass das Geld, das ich an den Staat zahle, letztendlich verbrannt wird. Das hätte ich auch selber erledigen können.