Politik und Humor
Der Sozialdemokrat Miersch hat sich beschwert, daß Frau Bas ausgelacht wurde. Also früher sind die Parteiführungen über Frohsinn mehr hinweggegangen.
Über Chrustschoff und Breschnjeff gab es unendlich viele Anekdoten, auch über den Propagandaminister Goebbels. Von den Ostberliner Satrapen Ulbricht und Honecker ganz zu schweigen.
Nur drei Exempel: Das Politbüro tagt. Erster Tagesordnungspunkt: Wir singen „Wir sind die junge Garde des Proletariats“. Zweiter Tagesordnungspunkt: Verteilung der in Afghanistan erbeuteten Herzschrittmacher.
Oder: Goebbels besucht einen Stamm in Afrika. Der Häuptling ruft; „Husch, husch, husch, alle Weiber in den Busch!“
Oder. Was muß passieren, damit es uns wieder besser geht? – Es darf keine Klassen mehr geben, sondern nur noch Schichten. Eine Schicht Kommunisten und eine Schicht Erde drauf (den hat man den Genossen nicht erzählt).
Früher gab es die Direktive manches aus Gründen der Reputation besser zu überhören. Die SPD ist auf dem Weg sich lächerlich zu machen, empfindsamer als NSDAP und KPdSU zusammen.
Foto: Prabel

Erinnern Sie sich an Otto Weidling? Das war Kabarett vom feinsten, Florett statt Holzhammer, nur Andeutungen, wo jeder bescheid wußte. Natürlich im Fernsehen und die Leute vom Politbüro saßen säuerlich lächelnd ganz vorne. Auch an einen Auftritt der „Arche“ in den 80ern erinnere ich mich, wo anschließend in kleiner Runde Klartext diskutiert wurde. Oder an die Herkuleskeule … Ohne Bademantel.
> Ohne Bademantel.
Die absolute Lightvariante gegenüber seinem tatsächlichen Ende, wenn man Gerüchten Glauben schenkt.
Ich vermute, echte Diktatoren verfügen über einen gewissen Zynismus. Während Miersch tatsächlich blauäugig-schockiert ist: Wie können die Arbeitgeber bloß so gemein sein …“