Eine Falle für Dummies
Entweder Friedrich Merz ist intelligent und hält uns für blöd, oder er ist blöd und rechnet nicht mit unserer Intelligenz.
Die von ihm eingeführte sogenannte „Aktivrente“ ist ein steuerlicher Freibetrag von bis zu 2.000 Euro monatlich, der ab dem ersten Januar 2026 für Arbeitnehmer gilt, die nach Erreichen der Regelaltersgrenze weiter sozialversicherungspflichtig arbeiten. Sie ermöglicht ein höheres Netto durch Steuerfreiheit des Zuverdienstes, während Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung weiter anfallen.
Nehmen wir mal an ein Jemand verdient 4.000 € brutto. Er spart 641 € Lohnsteuer in Steuerklasse I. In Steuerklasse III sind es nur noch 293 €. Egal, welche Steuerklasse, es sind für Krankenversicherung und Pflege 446 € zu zahlen.
Verdient man weniger als 3.000 € ist die Aktivrente völlig irrelevant, die Steuerersparnis greift kaum. 2.000 € Steuernachlaß hört sich eben toll an, realisieren können die meisten Leute nur einen Bruchteil davon als Vorteil.
Nun sind arbeitende Rentner in der Regel im letzten Viertel ihres irdischen Gastspiels. Wenn sie noch dazu verdienen, haben sie keine Zeit teure Kreuzfahrten nach Griechenland oder Norwegen zu machen. Das Geld gammelt auf der Bank und wartet drauf vererbt zu werden.
Und da kommt Merzens Beisteller Klingbeil ins Spiel, der Erbschaften straffer besteuern will. Da gilt die Weisheit von Otto Reutter:
Wie plagt man sich manchmal im Leben!
Man hat sich unendliche Müh‘
Mit irgend ’ner Sache gegeben,
Im Augenblick ist sie perdü!
Die ganze Geschicht – die lohnt sich nicht.
