Klatsche für SPD und CDU

So, wie sich die Wahl in Baden-Württemberg ausgegengen ist, ist die Wahrscheinlichkeit groß, daß Manuel Hagel als gedemütigter Juniorpartner mit siegesbesoffenen Leuten kooperieren wird, die ihn als Pädophilen angegangen haben.

Mit mir könnte man das nicht machen. Nicht jede grobe Ehrverletzung nehme ich gleich übel, aber beim Vorwurf der Kinderschänderei wäre ich doch empfindlich. Gerade wenn sie von einer Partei der sexuellen Kunterbuntheit kommt, in der Daniel Cohn-Bendit mit seinem offenen Hosenstall durch den Kindergarten gelaufen ist. Ich würde aus Trotz eine Minderheitsregierung bilden. Das ginge rechnerisch. Aber die schwäbische CDU ist nur noch ein kraftloser Schatten ihrer selbst.

Grün und Rot geht nicht, Schwarz und Rot reicht auch nicht, bleiben nur Grün und Schwarz oder einfach Schwarz mit Unterstützung von Blau.

Man muß mal sehen, wie die Auswirkungen in Berlin seien könnten. Die CDU ist von den Grünen gedemütigt worden, die Entenleberpastetenpartei SPD vom Wähler. Es könnte theoretisch sein, daß sich die Verunglückten zusammenraufen und völlig unerwartet doch noch anfangen konstruktiv zu arbeiten. Da gibt es nur ein fettes Problem: Den Charakter von Frau Bas. Sie wird wütend um sich schlagen. Selbstzweifel und nüchterne Analysen sind nicht ihre Stärke.

Die Polarisierung auf Grüne und CDU hat dazugeführt, daß die Blütenträume der Linken nicht reiften, daß Heidi Reichinnek zwar Kandidaten nach ihrem Bilde formte, ein Nicht-Geschlecht, das ihr gleich sei, zu leiden und nach der Auszählung zu weinen, um mit dem Geh. Rath v. Goethe zu formulieren.

Die Bonner Traditionspartei FDP ist nun endgültig gescheitert. Mit waffengeilen Spaßbremsen wie Strack-Zimmermann wirds nichts mehr. Die Julis waren beim Wehrdienst immer die Allerletzten. Da hilft auch der Rechtsblinker und Linksabbieger Kubicki nicht. Ein besserverdienendes Kapitel der BRD-Geschichte ist in der beginnenden Wirtschafts- und Gesellschaftskrise geschlossen worden.

Was die AfD betrifft: Sie ist unter den Erwartungen geblieben. In der Partei muß man sich überlegen, ob die vielen Posten in den Bürgerbüros unabhängig von Verwandschaftsbeziehungen der blauen Sache dienlich sind. Die Alternativen waren angetreten, vieles anders zu machen, als die Altparteien. Was das Postengeschiebe betrifft, läuft man ihnen hinterher. Ich war von 1990 bis 2009 in der CDU und kannte das schon.

Update um 20:37: In den ländlichen Gebieten zeichnen sich deutliche Verluste der Grünen ab, in den Städten konnten sie ihre Ergebnisse teilweise verbessern. Die Kluft zwischen Stadt und Land wird deutlich größer. Was mich nicht überrascht: Bei den Jungwählern ist die AfD auf Platz zwei, noch vor der CDU.