Holzheizen ist nicht romantisch


Im Wald ist eine große Fichte umgefallen. Man muß mit der Kettensäge raus, entästen, die Äste immer wieder aus dem Weg zerren, den Stamm in Abschnitte schneiden,die Abschnitte aus dem Wald schleppen, weil der Baum ausgerechnet in die Schneise für die Bewirtschaftung gefallen ist. Dann sind die Abschnitte aufzuladen, nach Hause zu fahren, mit der Kreissäge auf Ofenlänge zu schneiden und zu spalten. Wenn man sehr ungeübt ist, verklemmt sich die Säge im Baum und man muß sie mit einer zweiten Säge rausschneiden. Bei bösen Ästen streikt der Spalter. Man muß mit dem geschmiedeten Spaltkeil und der Fiskas Handarbeit machen. Ab und zu kracht einem ein gespaltenes Holzstück ans Bein. Ich habe beim Spalten immer drei paar dicke Strümpfe übereinander an. Das Holz ist aufzuschichten, abzudecken und zwei Jahre lang zu trocknen. Dann ist es ofenfertig.

In der Alpenprawda liest sich das, in den Compi getippt vom entweder ahnungslosen oder böswilligen Anton Rainer, so:

„Die Gemütlichkeit als Wert an sich hat in den vergangenen Jahren ein Comeback hingelegt. War sie noch in den Neunzigern eine eher anachronistische Tradition, besungen nur in Prosit-Wünschen und Dschungelbüchern, nennt sie sich heute „Hygge“ und „Cozy“ und hat als hipper Mythos wieder Einzug in deutsche Wohnzimmer gehalten. Duftkerzen und Räucherstäbchen gehören dazu und, natürlich, das knisternde Feuer am offenen Kamin.“

Kein Wort über den Grund, warum immer mehr Leute mit Holz heizen müssen. Die allerwenigsten mit einem offenen Kamin. Von meinen Freunden macht das niemand wegen der in der SZ beschworenen Romantik. Mein Nachbar legt das Holz beispielsweise in einen Kessel für die Zentralheizung. Nix Romantik, sondern harte Arbeit.

In den 90ern haben fast alle Leute von Braunkohle auf Flüssiggas oder Öl umgeschwenkt, weil das viel bequemer war, und damals auch billig. Ein Liter Heizöl kostete zeitweise unter 30 Pfennigen. Pfennige, nicht Center! Und dann kamen 1999 die Grünen an die Macht. Es dauerte nicht lange und der Preis für Energie explodierte. Ökosteuer und EEG waren neben dem Pflaschenpfand die Erfindungen des grünen Extremisten Trittin.

Um die Preissteigerungen zu verschleiern wurde 2002 der Teuro eingeführt. Aber es half nichts, irgendwann merkten die Leute, daß sie abgezogen wurden und gingen wie die Urgroßvätergeneration vor 1940 wieder in den Wald. Inzwischen heizen etwa zwei Drittel der Einwohner mit Holz. Zumindest in waldreichen Gegenden. Aus Not, und nicht wegen dem Zauber hinter der Kaminscheibe, die man übrigens ständig sauberwischen muß, wenn man was sehen will.

Immerhin ist der Blick in den Kamin, auf die drehende Trommel der Waschmaschine und ins Aquarium interessanter als das von Soros György bestellte Fernsehprogramm. Aber das nur nebenbei.

Mit Holzheizung spart man mittlerweile so um die 1.500 € im Jahr, selbst wenn man Kosten für Kettensäge, Spalter, Hänger, Schlepper, Haftöl, Elektroenergie und Benzin abzieht. Wenn man davon ausgeht, daß ein Durschnittsnettoeinkommen um die 18.000 € im Jahr pendelt, spart man fast 10 % davon mit einer Holzheizung. Für den Geringverdiener macht die Ersparnis noch deutlich mhr aus.

Und nun kommts, das dicke Ende von Anton Rainer:

„Also bringt der hyggelige Heimbesitzer den Kamin zum Glühen – und glaubt, seiner Umwelt damit etwas Gutes zu tun. Ein Irrtum, denn herkömmliche Öfen stoßen große Mengen an Feinstaub aus.“

Und dann hat die Alpenprawda einen gekauften Mietprofessor als „Experten“ bei der Hand, der wie bereits behauptet nicht unabhängig ist, sondern vom Staat bezahlt wird:

„Dass Luftverschmutzung zu gravierenden Gesundheitsproblemen führen kann, ist allgemein bekannt“, sagt Ralf Zimmermann, „höhere Feinstaubkonzentrationen in der Außenluft führen nachweislich zu mehr Lungen- und Tumorerkrankungen.“ Zimmermann hat den Lehrstuhl für Analytische Chemie an der Universität Rostock inne und leitet die entsprechende Abteilung am Münchner Helmholtz-Zentrum.“

Also, ich habe in den 80ern in der Rießnerstraße in Weimar gearbeitet. Dort standen auf relativ engem Raum vierzehn ausrangierte Lokomotiven, die die Industrie- und Bürogebäude mit Wärme versorgten. Da gab es tatsächlich eine fühlbare Staubbelastung. Wenn nachmittags um 14 Uhr entascht wurde, rief immer jemand in den Flur: „Fenster zu!“ und alles stürzte an die Fenstergriffe. Trotzdem kann ich mich nicht erinnern, daß jemand deswegen zum Lungendoktor mußte.

Einmal ist ein Meister an Lungenkrebs gestorben, aber das war ein Dachdecker, der zwei Jahrzehnte lang Asbestplatten verarbeitet hatte. Damals hackte man das Loch für die Befestigung mit dem Zimmermannshammer rein und machte noch eine Vierteldrehung. Das war eigentlich verboten, aber es wurde trotzdem so praktiziert. Bohrmaschinen mt Absaugung gab es zwar, aber niemand wollte die Elektrokabel den ganzen Tag auf den Dächern rumschleifen und irgendwo mal hängenbleiben und vom Dach fallen. Akkuschrauber gabs eben noch nicht. Meine Freundin war vor meiner Zeit mal mit einem rothaarigen Rauchfangkehrer liiert, der den Spitznamen „Esse“ hatte und drei Stockwerke vom Dach gefallen war, ohne eine Verletzung, nur mit ein paar Kratzern. Aber diese Kompetenz und das entsprechende Mehl hat eben nicht jeder.

Die Süddeutsche Zeitung will nun aus nichtigem Anlaß Holzheizungen verbieten und macht Druck auf die Politik. Das liest sich so:

„In Bayern gibt es immer mehr Holzöfen. Sie stoßen große Mengen an Feinstaub aus, der die Luft in den Städten stärker als der Autoverkehr belastet. Die Politik sieht darüber hinweg.“

Das Holzofenheizen wurde in der dekadenten SZ als dekadenter Luxus von Reichen beschrieben, und nicht als Mühe und Plage der Armen. Ist das grenzenlose Blödheit oder wird da mit Absicht gelogen, daß sich die Balken biegen? War der Autor, der den Artikel geschrieben hat, überhaupt schon mal im Holz? Bereitet die Lügenpresse den nächsten Großangriff auf das Leben und den Geldbeutel der Bürger vor? Steckt vielleicht sogar das offen faschistische, weil dem Kartellgedanken völlig hörige „Redaktionsnetzwerk Deutschand“ dahinter?

Man kann nicht mehr mißtrauisch genug sein. In Merkeldeutschland ist alles möglich. Merkel muß weg.

5 Kommentare zu “Holzheizen ist nicht romantisch

  1. Mit Holz heizen………

    Tja, das habe ich auch gemacht, bis ich 43 war und mein Vater 90.
    Wir verbrauchten pro Jahr mindestens 10 Ster Holz.
    Das spalten ist ….. wenn man es kann, eine einfache Arbeit, aber auch sie braucht eben Anleitung durch einen erfahrenen Mann.
    Mit der Zeit erkennt man an jedem Stück Holz wie es genommen werden will. Hat man mal ein stark verastetes Stück halfen mehrere Spaltkeile oder eben auch mal die Motorsäge.
    Aber auch beim sägen mit der Motorsäge sehe ich sehr oft das die Leute es nie gelernt haben.
    1 mal in den Dreck gesägt ……und die Kette muss nachgefeilt werden.

    Es braucht zum guten Heizen nicht nur Tanne, sondern auch etwas hartes dazu, Buche oder Esche zum Beispiel.
    Trotzdem…… ist es viel Arbeit und man braucht einen Platz um es zu lagern.
    Und ja, einen Bauern zum Kollegen oder einen Subaru mit Allrad samt Anhänger und nem Förster den man gut kannte, halfen dabei sehr. Der hatte immer irgendwo eine tote Tanne die weg musste.

    Bei einem klassischen Ofen muss man, wenn man es Morgens warm haben möchte, um 5 aufstehen und Feuer machen damit es um 6 mal einigermassen warm ist.
    Nicht vergessen, erst noch die kalte Asche entfernen denn sonst „zieht“ der Ofen nicht richtig. Ohne Luftzug kommt das Feuer nicht richtig in gang.
    Früher wurde damit aber nur die Küche warm, der Rest erst nach und nach, wenn überhaupt. Bis ein Kachelofen warm ist, dauert es, dafür speichert der dann einige Stunden die Wärme.
    Hat man Glück, ist es ein Ofen in den man auch 60 oder 80 cm Scheite einlegen kann. Aber die sind selten.
    Morgens um 5 hiess das dann aber, draussen bei Minusgraden …..mit einem Weidenkorb in die Scheune gehen und eine Ration Holz holen.
    Feuer machen …….und nochmals ins Bett.
    Ach ja, bei mir in ein Zimmer in dem man Eisblumen an den Fenstern hatte.
    Ging man ins Bett…..sich erst mal zusammenziehen und oder strampeln um schneller Warm zu bekommen …..das Bett warm zu kriegen.
    Da ich so aufgewachsen bin, ist mir meine heutige gedämmte Wohnung immer zu warm beim schlafen. Ich bin selber wie eine Heizung……

    Also, Morgens hat man Feuer gemacht und die Küche ist warm geworden.
    Um das erste Feuer zu machen nimmt man am besten Tanne und legt nach mit Buche damit das Feuer / Glut lange anhält.

    Geht man dann zur Arbeit ist das Feuer Abends schon lange erloschen und die Wohnung kalt. Sie ist nicht so kalt wie es draussen ist, aber doch kalt.
    Also nach Hause kommen, Asche entfernen und Feuer machen……. 1 Stunde bis die Küche warm ist.
    Bis die Stube auch warm ist hat man genug Zeit zum Kochen und Essen…..(((-:

    Geht man später zu Bett, nochmals Holz nachlegen damit es etwas vorhält. Steht man mal nachts auf, immer ein Buchenscheit nachlegen wegen der Glut.

    Als meine Eltern alt wurden arbeiteten sie weniger. das heisst, mein Vater arbeitete 100% bis er 70 war, und machte Nachbars garten ( ca. 3000 Quadratmeter ) bis zu seinem 87sten.
    Da nun aber immer jemand zu Hause war, konnte der auch zum Feuer schauen, die Wohnung war nun immer warm, brauchte aber 3 mal so viel Holz.

    ————————————

    Natürlich heizen „reiche“ Leute anders mit Holz. Die haben moderne Anlagen oder eben eine gut gedämmte Wohnung und nur einen Schwedenofen für die Gemütlichkeit.
    Aber von den „gewöhnlichen“ Leuten werden noch sehr viele ziemlich genau wissen wovon ich hier schreibe.
    Will man denen nun Kaminfilter vorschreiben oder das Holzheizen verbieten……….. nehmen einige das sicher gerne an wenn der Staat ihnen eine moderne Heizung bezahlt….(((-:

    Ich für meinen Teil war und bin diese Umstände so gewohnt das sie mir nichts ausmachen.
    Linke und Grüne Romantiker aber sind damit nahezu immer überfordert.
    Sie haben nie gelernt wie man damit rationell umgeht ….. und nur rationell ist der Aufwand mit der Holzfeuerung so nebenher machbar.

    • Wenn das steuergeldversemmelnde und arbeitsscheue Polit – Parasitengeschiss der verkommenen Altparteien- Galgenvögel vorab ins Grab wandert, wäre bei verantwortungsvoller und volksdienlicher Politik eine gute Rente nach 35 – 40 Arbeitsjahren kein Tabu. Der Doofmichel zieht es allerdings vor, sich vom asozialen Altparteienabschaum kräftig verarschen und abkassieren zu lassen und investiert statt in Aktien in eine billige Sterbeversicherung, damit die Hinterbliebenen bei seinem vorzeitigen Ableben vor Renteneintritt durch das Aufkommen für die Beerdigungskosten nicht gänzlich verarmen.
      Dieses Land hat wahrhaftig weltweit die höchste Dichte an vollverblödetenTrotteln, sonst wären die schmarotzenden Verfechter und Propheten von Lebensarbeitszeiten bis ins Greisenalter schon längst dort, wo sie alle sich dumm und krumm malochenden Steuersklaven kurz vor dem Genuss ihrer hart erarbeiteten Rentenansprüche gern sehen möchten.

  2. Habe einen Grundofen ohne Rost, da kommen jeden Tag zwischen 10 u. 20 kg Palettenholz rein. Das kostet mich pro Jahr ca. 150€ an Sprit,Strom und Material für die E-Säge. Holz aus dem Wald kostet bei uns mittlerweile 65€ / Festmeter davon benötige ich 5-6 im Jahr plus Strom (Spalter) Sprit für Säge und KFZ und wesentlich mehr Material für die Säge. Einfache Rechnung, oder?

  3. Die Grünen sind die schlimmste Verbotspartei: DSGVO, Strom nur aus biologischem Anbau (paar Vogelleichen…), Gender studies, kreuz und queer und jetzt lächelt Habeck wie George Clooney – vergleich doch mal mit dem Seehofer.
    Die Grünen sind die absoluten Sympathieträger!
    Naja, die Politik ist Horror, mir wäre es lieber Trittin, Anton Hofreiter und Claudia Roth wären in der allerersten Reihe, dann könnte ich wenigstens sicher sein, dass niemand….

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