Erst das Wichtige und dann das Unwichtige

In der Fahrschule wollte ich alles richtig machen und war sehr eifrig beim Blinken. Dabei passierte es mir mal daß ich das Lenken nicht so exakt hinbekam und auf dem Bankett landete. Der Fahrlehrer gab mir eine Regel mit auf den Weg: Erst das Wichtige und dann das Unwichtige. Im Zweifel also erst mal Lenken und wenn man dann noch Zeit hat Blinken.

Erst das Wichtige und dann das Unwichtige. Diese Regel hätte ein Berater auch AKK geben sollen. Nach einer zweitägigen Krisensitzung der CDU-Granden verkündete sie, daß mit den Themen Digitalisierung, Innovationen, Klima, Umwelt, Mobilität sowie gleichwertige Lebensverhältnisse zwischen Stadt und Land gegen das derzeit schlechte Ansehen der Union gekämpft werden soll.

Der Rentner, dem von einem Südländer das Gesicht eingeschlagen wurde und der nur noch ein Auge hat oder die Frau, der auf einem Bahnhof mit einem Hammer gegen den Kopf geschlagen wurde werden sich fragen, ob AKK wirklich verstanden hat. Auch die Fränkin, die von einem nackten Afrikaner unbekannten Krals in die Intensivstation geprügelt wurde, würde wohl ganz andere Themen wichtig finden. Auch die Leute, die vor ein Nahverkehrsmittel geschubbt worden sind. Die Tausenden Prügel- und Stichopfer der Merkelgäste würden präsente Militärpolizei nach italienischem Vorbild (gab es immer schon, hat nichts mit Salvini zu tun) an allen öffentlichen Orten und insbesondere in Verkehrsmitteln verlangen. Ich denke das ist die erste Priorität. Erst mal 100.000 Orbungshüter zusätzlich. Es kann noch mehr werden falls sich zeigt, daß das nicht ausreicht. Das erste für das der Staat gerade zu stehen hat ist die öffentliche Sicherheit.

Das zweite was die Bürger interessiert ist eine drastische Steuersenkung. Der sog. Mittelstandsbauch, der mit dem Mttelstand nichts zu tun hat, sondern eine überproportionale Besteuerung der Geringverdiner ist, muß weg. Das EEG muß wegen erwiesener Unwirksamkeit ausgesetzt werden. Trotz 30 Mrd. € Einnahmen pro Jahr ist bisher kein Gramm CO2 eingespart worden, weil die Kanzlerin auf ihrer Fehlentscheidung bestand die Kernkraftwerke abzuschalten. Über die Gründe kann man heute in der WELT bei Don Alphonso nachlesen. Auch die GEZ muß ersatzlos gestrichen werden. Die drei Armensteuern müssen ersatzlos entfallen. Umfang etwa 68 Mrd. €, die im NGO-Bereich und beim politischen Apparat mühelos eingespart werden können. 68 Mrd., das sind pro Kopf etwa 800 € netto mehr im Jahr.

Die Energiepolitik muß auf solide grundlastfähige Beine gestellt werden. Ob Kohle oder Kernenergie der Energieträger sein wird ist eine Glaubensfrage. Aber eine von beiden Optionen im Sinn der Versorgungssicherheit schon.

Die Jugend hat sich wegen den Zensur- und Uploadgesetzen von der Union zu etwa 87 % verabschiedet. Die Abschaffung der Zensur ist das vierte Thema mit dem die Union umzugehen lernen muß und punkten kann. Man muß auch mal zugeben, daß man was falsch gemacht hat. Statt den Kurs zu ändern will AKK Storyteller anstellen, ins Deutsche übersetzt: professionelle Märchenerzähler.

Und danach spielen die AKK-Themen aus der Klausur noch eine Rolle: Digitalisierung, Innovationen, Klima, Umwelt, Mobilität sowie gleichwertige Lebensverhältnisse zwischen Stadt und Land. Was Innovation in einem Partei- und Regierungsprogramm zu suchen hat, fragt sich der verwunderte Leser, der noch von der Marktwirtschaft träumt. Aber die CDU ist ökonomisch längst im Stalinismus angekommen. Demnächst wird vielleicht Robotron wiedergegründet. Mit Peter Altmeier als Kombinatsdirektor, Frau von der Leyen als Kaderleiter und Pöbelralle als Parteisekretär.

Nochmal zur Digitalisierung: Im verrufenen Rumänien sitzen die Schwalben auf den LWL-Kabeln und berichteten mir, daß bereits über 30 % der Haushalte und Betriebe über diese leistungsfähige Glasfaserinfrastruktur verfügen. In Deutschland sollen es 3 % sein. Wenn man das Geld für fragwürdige NGOs ausgibt, bleibt für die Steuerzahler eben nichts übrig. Dr. Merkel hat die Gelder für den halbstaatlichen Bereich in unvorstellbare Größenordnungen aufgeblasen und den staatlichen vernachlässigt. Auch hier müßte AKK eine Kurskorrektur vornehmen, nämlich eine aprupte Drehung um 180 Grad.

Es gibt viel zu tun. Aber AKK verliert sich in Nebensächlichkeiten. Wahrscheinlich um der rechthaberischen Kanzlerin nicht auf den Fuß zu treten. Eins muß man der SPD lassen: Nach einem vom Wähler ausgegossenen Kübel eiskalten Wassers übernahm die Chefin die Verantwortung. In der Kanzlerpartei dominiert um mit Rudolf Bahro zu sprechen die organisierte Verantwortungslosigkeit. Seit 2013 hat die CDU/CSU 14 % Zustimmung, also ein Drittel ihrer Anhänger verloren, ohne daß Dr. Merkel reagiert. Im Gegenteil: in einer amerikanischen Hilfsschule griff sie den wesentlich erfolgreicheren Trump an. Das erinnert stark an Honecker, der auch bis fünf Minuten vor 12 von der Überlegenheit des Sozialismus faselte.

10 Kommentare zu “Erst das Wichtige und dann das Unwichtige

  1. So ist es Herr Prabel.

    Es werden Antworten gegeben auf Fragen, die keiner gestellt hat.
    Und es werden nicht die richtigen Fragen gestellt.

    Offensichtlich sind das derzeit an der Spitze werkelnde universell einsetzbare wie untaugliche Personal sowie „Volksvertreter“ mit Nebenjobs für 7 Leben nicht die geeignete Besatzung das Schiff „Deutschland“ wieder auf Kurs zu bringen.

    Nicht Hirngespinste und Visionen sind jetzt das „Wichtige“, sondern Wiederbelebungsmaßnahmen.

    Es ist eben zu dumm, dass diejenigen, die lauthals in der Regierung vom Fachkräftemangel schwadronieren, selbst an vorderster Stelle mit dazugehören – und diesen Fachkräftemangel erst durch eine katastrophale Bildungspolitik selbst produziert haben.

    Geliefert wie bestellt!

    Aber dann will es wieder keiner gewesen sein.
    Kennen wir doch alles schon.
    Wie damals, nach dem Krieg und nach Adolf – im Westen.

    Kein Wunder, denn
    welche Zahl ist die geläufigste, meistens sogar die einzige, die Deutschen bei von Nationalsozialismus und WKII betroffenen Personengruppen einfällt?

    27 Millionen tote Russen?
    Falsch !

    Eine der Hauptursachen der heutigen Weltfremdheit von Westpolitikern und Generationen von (West)Schulabgängern ist das erschreckende Unwissen über Geschichte im allgemeinen und die deutsche Geschichte im Besonderen. Kann man auf Schritt und Tritt erleben und kann wohl jeder Selbstdenker auch hier bestätigen.

    Successful brainwashing.

  2. Auf das Unwichtige folgt ja oftmals gar nix mehr – geschweige denn Wichtiges.

    Schöner Kommentar zum Nahles-Abgang:

    „“Nie richtig gearbeitet, aber eine Arbeiterpartei führen wollen – genau wegen solcher weltfremden Aperatschniks stirbt diese Partei – erst alles einreißen und dann den Oskar machen …
    Herbert Wehner dreht sich mit 1800 Umdrehungen“ .

    Wenn Bildung und ’normale‘ Arbeit bei politischen „Führungskräften“ schon keine Rolle mehr spielt, geschweige denn Voraussetzung ist für den Job, Bürger zu vertreten, zu repräsentieren und zu regieren – was hat das für eine Signalwirkung?

    Neulich machte schon mal irgeneine(r) der Etablierten der AfD den Vorwurf, diese hätte den höchsten Akademikeranteil im BT.

    Nur ein dummes Volk ist ein gutes Volk.

    „Die Stärke liegt im arbeitenden Volk. Wenn es sein Joch trägt, dann nur, weil es hypnotisiert ist. Und nur darauf kommt es eben an – diese Hypnose zu zerstören.“
    (Leo Nikolajewitsch Graf Tolstoi)

  3. Noch eins von Tolstoi:

    „Посмотрите на людей, которые целуют иконы, ползут, поклоняются и боятся их. Если бы можно было обмануть людей таким образом, то нет никакого обмана, которому бы они не поддались.“

    Für die, die des Russischen nicht kundig sind:

    „Man sehe sich Menschen an, die eine Ikone küssen, an sie heran kriechen, sie anbeten und fürchten. Wenn es möglich war, Menschen in dieser Weise zu betrügen, dann gibt es keine Täuschung, der sie nicht erliegen würden.“

    Er kannte wohl schon die Grünen und die Greta-Hüpfer.
    Oder auch Mao – wie Prabel eindrucksvoll darstellte.

  4. Und wo sollten bitteschön die 100.000 Polizisten herkommen? Die finden Sie doch allerhöchstens in den Kreisen unserer Neubürger.

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