Das Zensurelend bei Facebook

Facebook: Das ist auch so eine Volksaktie, die in unserer Familie niemand hat. Auf den ersten Blick ist die Meta-Facebookwelt noch in Ordnung: Der Gewinn pro Aktie ist 2021 gestiegen, die Marge auch, das Kurs-Gewinn-Verhältnis war gesunken, das Eigenkapital ist hoch. Seltsamerweise hat Zuckerberg noch nie was an die Aktionäre ausgeschüttet, obwohl er das könnte. Die sind also drauf angewiesen, daß der Kurs ewig steigt.

In den letzten Tagen war Meta um etwa ein Viertel abgeschmiert und die finsteren Systemlinge in der Unterwelt des Geschichtenerfindens rätselten: Warum? Alle möglichen Gründe wurden angeführt, zum Beispiel die Nutzerzahl sei nicht mehr gestiegen, das minderbemittelte TikTok sei scharfe Konkurrenz, Apple schmälere die Werbeeinnahmen, die Kunden wöllten nicht mehr lesen und schreiben, sondern Filmchen sehen.

Daß die Kunden nicht mehr schreiben, teilen und liken wollen, liegt allerdings an der Maasi, die wegen jedem Fliegenschiß Sanktionierungen oder Sperrungen erheischt. Und damit ist der Spaß am Inhalt gebremst. Meine Freundin ist auf Face in einigen Hundegruppen und selbst da sind die Nutzer mittlerweile sehr  zurückhaltend geworden. Man wird ja heutzutage schon verpfiffen, verbissen und verbellt, wenn der Hundi nicht vegan gefüttert wird oder wenn er im Winter kein Mäntelchen anziehen möchte, weil er sich darin zu doof vorkommt. Überall, auch in den abgelegensten Winkeln der Zoologie, liegen die von der Enddarmdemokratie gefütterten Blockwarte auf der Lauer.

Gestern habe ich eine Mail von GETTR bekommen. Das ist eine Konkurrenz des schwächelnden Twitterunternehmens, das schon seit Wochen im börslichen Niedergangsmodus ist. Der Chef von GETTR schrieb, daß seine Nutzerzahl sich in den ersten drei Januarwochen von 3 auf 4,5 Millionen vermehrt hätte. Wenn man genau hinsieht, schießen die Konkurrenten von Face, Twitter, Youtube und Whatsapp wie Pilze aus dem Boden. Wenn ich richtig informiert bin, will der Präsident der Herzen höchstpersönlich nun auch noch eine Facebook-Konkurrenz auf den Markt bringen, worin er wieder höchstselbst vorkommt.

Lange sah es so aus, als habe Mark Zuckerberg ein monopolähnliches Konstrukt geschaffen. Aber das beste Geschäftsmodell kann man ruinieren. Die Passionsgeschichte von Zuckerberg begann eigentlich, als er von Dr. M. in ihre Berliner Burg Antonia einbestellt wurde, wo er seiner Kreuzigung per Selbstzensur zustimmte. Auch die Aussperrung von Onkel Donald war ein größerer Meilenstein des Niedergangs, denn Trump ist für seine Rachsucht bekannt, und dafür daß er durchzieht, was er sich vorgenommen hat: Facebook und Twitter auf die Größe von Däumelinchen zu schrumpfen.

Es sind nicht nur die Stolpersteine in Europa und Amerika, die Zuckerberg im Wege sind, auch das Reich der Mitte und Rußland basteln seit langem an Alternativen zu Meta. Den Systemwettbewerb um die schnelleren und längeren Sperrungen wird China vielleicht gewinnen. Aber sicher kann man da nicht sein.

In einer Welt der wegen Greta explodierenden Energie- und Nahrungsmittelpreise ist es auch die Frage, ob die Leute noch viel freie Zeit für den Aufenthalt in Zuckerbergs zukünftigen Parallelwelten haben werden, oder ob in weiten Teilen der Erde Kinderarbeit, Kleingärtnerei, Viehzucht und ein zweiter Job als Wachmann, NGO-Demonstrant, Freudenmädchen oder Zeitungsausträger Vorrang haben werden.

Als Ersatz für ein Sparkonto taugen Aktien, welche in starkem Maße von den Launen der Politiker und NGOs abhängen, in keinster Weise. Facebook oder Twitter spielen in derselben Liga wie Borussia Dortmund, Hans im Glück, Bitcoin oder Tesla.

 

Grüße an den Inlandsgeheimdienst: „Die Schwierigkeiten wachsen, je näher man dem Ziele kommt.“ (Geh. Rath v. Goethe)