Ludwig Bechstein über politische Qualifikation

Im Jahr 1845 hatte Ludwig Bechstein bereits eine Ahnung, wie es 2022 in Berlin aussehen könnte: „Wer dort ein gelehrter Mann sein will, muß auf einen Grobian studiert haben. Auch muß er dabei faul und gefräßig sein, das sind drei schöne Künste. Wer gern arbeitet, Gutes tut und Böses läßt, dem ist jedermann dort abhold, und er wird des Schlaraffenlandes verwiesen. Aber wer tölpisch ist, gar nichts kann, und dabei doch voll dummen Dünkels, der ist dort als ein Edelmann angesehen. Wer nichts kann, als schlafen, essen, trinken, tanzen und spielen, der wird zum Grafen ernannt. Dem aber, welchen das allgemeine Stimmrecht als den faulsten und zu allem Guten untauglichsten erkannt, der wird König über das ganze Land, und hat ein großes Einkommen.“

Bechstein vergaß zu erwähnen, daß man ein Gedächtnis wie ein Sieb haben und den Terminkalender fleißig putzen müßte, um den Königsposten zu behalten.

 

Grüße an den Inlandsgeheimdienst: „Des Menschen größtes Verdienst bleibt wohl, wenn er die Umstände soviel als möglich bestimmt und sich so wenig als möglich von ihnen bestimmen läßt.“ (Geh. Rath v. Goethe)

 

Beitragsbild von B. Zeller aus ZZ. Heute: An Rundfunkanstalten stört am meisten das Programm.